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Lob fürs Gotthelf-Zentrum

Ist das Gotthelf-Zentrum behindertengerecht konzipiert? Ja, meinen zwei, die es wissen müssen: Andrea Berger und Felice Mastrovita, die amtierenden Miss und Mister Handicap.

«Miss und Mister Handicap freuen sich riesig über die Barrierefreiheit des Museums.» Dieser Eintrag steht seit ein paar Tagen im Gästebuch des Gotthelf-Zentrums ins Lützelflüh. Geschrieben hat ihn Michelle Zimmermann, Geschäftsführerin der Miss-Handicap-Organisation.

Sie begleitete die amtierende Miss Handicap, Andrea Berger aus Schwarzenburg, sowie Mister Handicap, Felice Mastrovita aus Dübendorf, bei ihrem Besuch im Emmental. Mit dabei war auch Jasmin Rechsteiner, Miss Handicap 2010. Sie leidet an Kyphoskoliose, einer unheilbaren Mehrfachverkrümmung der Wirbelsäule – und sie erklärte eindrücklich, wie wichtig der Einsatz für die Anliegen von Menschen mit Behinderungen ist: «Ich habe selbst noch erlebt, dass ich mit meinem Rollstuhl im kalten Gepäckwagen der Bahn mitfahren musste, weil es noch keine Gelegenheit gab, in einen normalen Wagen einzusteigen.»

Lift und Schwellen

Der nicht alltägliche Besuch war für das Gotthelf-Zentrum in zweierlei Hinsicht wichtig: Er sollte einerseits aufzeigen, dass das Zentrum behindertengerecht konzipiert ist und also auch Menschen mit einem Handicap willkommen sind. Andererseits sollten die Gäste dem Leitungsteam erklären, wo allenfalls noch Lücken bestehen, wo Verbesserungen vorgenommen werden könnten.

Für Felice Mastrovita, den querschnittgelähmten Rollstuhlfahrer, stellen sich keine Hindernisse in den Weg: «Mit dem Lift komme ich problemlos ins Museum – und die Schwellen in die einzelnen Räume sind so niedrig, dass sie für mich keine Barriere bilden.» Wenn man bedenke, dass sich das Museum in einem über 350 Jahre alten und denkmalgeschützten Gebäude befinde, habe man sehr gute Lösungen gefunden, meinte er.

Andrea Berger, die an der Nervenkrankheit Polyneuropathie leidet, findet das Museum ebenfalls behindertengerecht. «Vielleicht könnte man noch mehr Sitzgelegenheiten schaffen», schlug sie vor, damit man sich zwischendurch etwas ausruhen könne.

Für Gleichberechtigung

Die Miss-Handicap-Organisation engagiert sich für die Gleichberechtigung von behinderten Menschen und für einen barriere- und hindernisfreien Zugang zu öffentlichen Institutionen. Miss und Mister Handicap spielen dabei eine wichtige Rolle: Als junge, offene Menschen sind sie Botschafter für ihre Sache und helfen, Vorurteile im Umgang mit behinderten Menschen zu überwinden.

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