Marianne Nyffenegger: «Nein, ich hatte keine Zweifel»

Kirchberg

Die Frist für die Wahlvorschläge ist abgelaufen. Jetzt steht fest: Marianne Nyffenegger (SVP) bleibt vier weitere Jahre Gemeinderatspräsidentin. Für die 58-Jährige war klar, dass sie sich nochmals zur Verfügung stellen wird.

Die Pflegefachfrau HF ist seit zwölf Jahren Teil der Kirch­berger Exekutive. Und Marianne Nyffenegger bleibt es auch bis Ende 2020.

Die Pflegefachfrau HF ist seit zwölf Jahren Teil der Kirch­berger Exekutive. Und Marianne Nyffenegger bleibt es auch bis Ende 2020.

(Bild: Thomas Peter)

Tobias Granwehr

Frau Nyffenegger, Sie sind still im Amt bestätigt. Ihre Freude ist bestimmt gross.
Marianne Nyffenegger: Klar freut mich das sehr. Und es ist auch eine Erleichterung.

Wie fühlt sich das für Sie an, sich am 27. November nicht der Wahl stellen zu müssen?
Ich hätte mich sicher einer Wahl gestellt. Aber es ist auch angenehm, so bestätigt zu werden.

Haben Sie erwartet, dass sich keine andere Person für die Wahl ins Präsidium zur Verfügung stellen würde?
Ich habe es ein Stück weit erwartet. Trotzdem war eine Anspannung da, weil man es ja nie wissen kann. Die FDP Kirchberg hat sich beispielsweise neu aufgestellt. Es war deshalb alles möglich. Letztlich habe ich es einfach auch auf mich zukommen lassen.

Für den Gemeinderat war 2016 mit den beiden verlorenen Abstimmungen (Werkhofkredit und Nachkredit Saalbau) und entsprechender Kritik ein schwieriges Jahr. Gab es nie Zweifel, dass es mit einer Wiederwahl klappen könnte?
Ich wusste nicht, ob es überhaupt Gegenkandidierende geben würde. Ich denke, wir haben die ­verlorenen Abstimmungen im Gemeinderat aufgearbeitet. Das zeigt nicht zuletzt auch unsere Informationskampagne zum Nachkredit für den Saalbau. Ich finde zudem, man darf nicht nur das Projekt Werkhof und den Nachkredit Saalbau beurteilen. Es braucht eine gesamtheitliche Betrachtung der Arbeit des Gemeinde­rates. Wir haben in den vergangenen vier Jahren auch viel geleistet und erreicht.

Gab es auch nie Zweifel daran, sich noch einmal für das Präsidium zur Verfügung zu stellen?
Nein, ich hatte keine Zweifel. Aber natürlich musste ich auch von der Partei nominiert und getragen werden. Aufgrund der Erfahrungen in den vergangenen vier Jahren wusste ich, dass ich die Herausforderung nochmals annehmen wollte. Ich bin mir aber auch der Verantwortung bewusst, die ich als Gemeinderatspräsidentin habe.

Sie waren zuerst acht Jahre ­Gemeinderätin, nun vier Jahre Ratspräsidentin. Was ist anders als Vorsitzende des Gremiums?
Ich trage gesamtheitlich die Verantwortung für die Entscheidungen des Gemeinderates. Ich bin in viel mehr Gremien vertreten als früher. Dementsprechend ist die zeitliche Belastung viel höher. Auch regional bin ich mehr eingebunden, zum Beispiel als Vizepräsidentin der Regionalkonferenz. Ich muss mehr Entscheidungen treffen als noch als Gemeinderätin. Insgesamt ist das Amt der Präsidentin intensiver und umfassender.

Was ist Ihre Motivation, den Gemeinderat weitere vier Jahre zu leiten?
Die Zusammenarbeit im Gemeinderat und allgemein das Arbeiten mit Menschen erfüllt mich. Ich kann in der Gemeinde etwas bewegen. Ich schätze auch die offene und konstruktive Zusammenarbeit mit unserer Verwaltung in Kirchberg. Die tägliche Arbeit als Gemeinderatspräsidentin ist spannend. Ich habe zudem oft direkten Kontakt mit der Bevölkerung, werde oft angerufen. Das schätze ich ebenfalls. Ich erhalte viele Rückmeldungen auf unsere Arbeit im Gemeinderat.

Wird der Gemeinderat aufgrund der Ereignisse in diesem Jahr­ ­etwas an seiner Arbeit ändern?
Wie wir bereits angekündigt haben, wollen wir bei grösseren Projekten die Abläufe optimieren und diese breiter abstützen. Ansonsten ist es wichtig, dass wir im Gemeinderat die Zusammenarbeit konstruktiv weiterführen.

Welches sind Ihre Ziele für die kommenden vier Jahre?
Einerseits will ich angefangene Arbeiten und Projekte abschliessen. Und wir wollen unsere ak­tuelle Massnahmenplanung fortsetzen. Dazu gehört zum Beispiel der Abschluss der Ortsplanungsrevision. Es stehen grössere Bauprojekte wie Sanierungen bei den Schulhäusern an. Dazu gibt es auch die Frage, wie es mit dem Werkhof weitergeht. Wir haben gesagt, dass der neu zusammengesetzte Gemeinderat sich des Themas wieder annehmen soll. Andererseits wird der Gemeinderat im neuen Jahr die Legislaturziele erarbeiten. Danach gilt es natürlich, konstruktiv und zielgerichtet zu arbeiten, damit wir diese Ziele auch erreichen ­können.

Zwei bisherige Gemeinderäte treten nicht mehr an. Die Zusammensetzung des Gemeinderates (bisher: SVP vier Sitze, SP zwei, BDP einen) könnte sich nach den Wahlen verändern. Welche Rolle spielt das für Sie als Gemeinderatspräsidentin?
Klar hoffe ich, dass die SVP ihre vier Sitze halten kann. Der Gemeinderat wird aber vom Volk zusammengesetzt, und es ist wichtig, dass die Gewählten mit Freude und Elan bei der Sache sind. In erster Linie geht es zudem um Sach- und nicht um Parteipolitik. Egal, welche Partei wie viele Sitze hat: Für mich als Präsidentin ist letztlich wichtig, dass wir im Rat gut zusammenarbeiten.

Berner Zeitung

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