Mit Solidarität zu mehr Polizeipräsenz im oberen Emmental

Nach dem Ja zum Polizeigesetz löst Langnau sein Problem mit umliegenden Gemeinden.

An der neuen Pauschale ist vor allem die Gemeinde Langnau interessiert. Denn an den Heimspielen der SCL Tigers ist sie nicht erst auf Mitarbeiter der Kantonspolizei angewiesen, wenn etwas passiert ist.Im Bild: SCB-Fans pilgern Richtung Stadion und zünden dabei Feuerwerk.

An der neuen Pauschale ist vor allem die Gemeinde Langnau interessiert. Denn an den Heimspielen der SCL Tigers ist sie nicht erst auf Mitarbeiter der Kantonspolizei angewiesen, wenn etwas passiert ist.Im Bild: SCB-Fans pilgern Richtung Stadion und zünden dabei Feuerwerk.

(Bild: Marcel Bieri)

Bisher hatten die Gemeinden eine gewisse Anzahl Interventionen zugut. In Lützelflüh zum Beispiel mussten die Kantonspolizisten 50-mal ausrücken. Wenn das Kontingent erfüllt war und ihr Einsatz trotzdem nötig war, weil vielleicht ein toter Hund aufgelesen oder eine Streitigkeit geschlichtet werden musste, kostete das die Gemeinde zusätzlich.

Das neue Polizeigesetz bringt Änderungen: «Jetzt bezahlen wir eine Pauschale und haben unbeschränkt Interventionen zugut», erklärt Gemeindeverwalter Ruedi Berger. Aber die Gemeinden hätten neu die Möglichkeit, zur Sicherung spezieller Anlässe oder zur Überwachung gewisser Brennpunkte zusätzliche Arbeitsstunden bei der Kantonspolizei einzukaufen.

Stunden einkaufen

Daran ist vor allem die Gemeinde Langnau interessiert. Denn an den Heimspielen der SCL Tigers ist sie nicht erst auf Mitarbeiter der Kantonspolizei angewiesen, wenn etwas passiert ist. Jetzt hat die Gemeinde die Möglichkeit, mit dem Kanton einen sogenannten Ressourcenvertrag abzuschliessen und zusätzliche Stunden einzukaufen. Bedingung ist aber, dass mindestens zwei Polizisten via die neue Regelung angestellt werden. 

Nicht jedes Eishockeyspiel in Langnau wird von gleich heissblütigen Fans begleitet, aber je nach Risiko braucht es deutlich mehr als zwei polizeilich geschulte Sicherheitskräfte. Übers Jahr verteilt werde die Gemeinde aber nicht die volle Arbeitszeit von zwei zusätzlichen Polizisten benötigen, ist Langnaus Gemeindeschreiber Samuel Buri überzeugt. 

Zusammen wirds günstiger

Langnau muss trotzdem mit Kosten von jährlich rund 300000 Franken rechnen. Bislang beliefen sich die Sicherheitskosten der Gemeinde und der Kantonspolizei im Zusammenhang mit den Eishockeyspielen auf rund 100000 Franken. Dies dank eines grosszügigen Rabatts der Polizei, der nun nicht mehr möglich sei. Trotzdem haben die Langnauer Grund zur Hoffnung, dass sie künftig nicht dreimal tiefer in die Tasche greifen müssen.

Denn je mehr Gemeinden sich am Ressourcenvertrag beteiligen, umso tiefer werden die Kosten für Langnau. Berger erklärt das so: «Wenn wir mitmachen, reduziert sich der Betrag, den Langnau bezahlen muss, um die Pauschale, die wir dem Kanton ohnehin zu leisten haben.» Im Fall von Lützelflüh sind es 16000 Franken. Noch sei nicht entschieden, ob seine Gemeinde Anspruch erhebe auf zusätzliche Polizeieinsätze, sagt Berger. Wenn Lützelflüh den Ressourcenvertrag unterzeichne, dann vorerst einfach aus Solidarität mit der Gemeinde Langnau.

Viele beteiligen sich

Laut Samuel Buri machen nicht nur alle neun Gemeinden des ehemaligen Amtsbezirks Signau beim Ressourcenvertrag mit, sondern nebst Lützelflüh auch andere Nachbargemeinden wie etwa Sumiswald. Wichtig sei für die Kantonspolizei, dass es sich um ein möglichst zusammenhängendes Gebiet handle, sagt Buri. Noch sei der Vertrag nicht in trockenen Tüchern, gewisse Details würden mit der Kantonspolizei noch diskutiert.

Berner Zeitung

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