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Nein zu 5G im Kirchturm

Die Swisscom muss sich einen neuen Standort suchen: Die Kirchgemeinde Oberburg will keine Mobilfunkanlage im Gotteshaus.

Urs Egli
Kirchgemeinde Oberburg lehnt eine eine 5G-Mobilfunkanlage auf ihren Kirchturm ab. (Archivbild)
Kirchgemeinde Oberburg lehnt eine eine 5G-Mobilfunkanlage auf ihren Kirchturm ab. (Archivbild)
Thomas Peter

34 von 55 anwesenden Mitgliedern der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Oberburg haben am Sonntag gegen eine 5G-Mobilfunkanlage im Kirchturm votiert. Der Kirchenrat hätte mit der Swisscom einen Mietvertrag über 15 Jahre abschliessen wollen, wodurch jährlich 7000 Franken in die Kirchenkasse geflossen wären.

Ein Votant sagte, die vereinbarte Miete sei viel zu tief angesetzt, mindestens 1500 Franken pro Monat müssten es sein. In die gleiche Kerbe schlug eine andere Sprecherin: «7000 Franken sind nur ein Zückerli.» An die Adresse der Hauseigentümer sagte ein Mann, der als Folge einer hohen Strahlenbelastung resultierende Wertverlust einer Liegenschaft könnte ungleich höher ausfallen als die jährlichen Mieteinnahmen von 7000 Franken.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand allerdings die Frage, ob die Strahlung von 5G-Mobilfunkanlagen schädlich sei oder nicht. Weil es dazu bis heute keine wissenschaftlich belegte Untersuchung gibt, konnte Kirchgemeinderatspräsident Christoph Galli weder die Frage der Gesundheitsgefährdung beantworten noch die Skepsis vieler Versammlungsteilnehmer zerstreuen. Selbstredend war deshalb dieses Votum: «Bevor die Konsequenzen nicht abgeklärt sind, bin ich absolut dagegen, dass die 5G-Technologie eingeführt und bei uns im Kirchturm montiert wird.»

Vor diesem Hintergrund habe das Genfer Kantonsparlament beispielhaft gehandelt und ein Moratorium beschlossen, erklärte eine Frau. Dieses gelte so lange, bis man bezüglich Strahlenbelastung Entwarnung geben könne. Eine Mobilfunkanlage im Kirchturm kam für sie, die in der Nachbarschaft des Gotteshauses wohnt, nicht infrage, «dies wäre sehr negativ». Von einer gewissen Ohnmacht zeugte die Aussage einer weiteren Anwohnerin, die sich zwar gegen eine Antenne im Turm aussprach, jedoch monierte: «Letztlich können wir gar nichts machen, weil das Bundessache ist.»

Sich im Kreis drehen

Kirchgemeinderatspräsident Galli sprach sich zwar für den Mietvertrag mit der Swisscom aus, jedoch ohne Euphorie. Er sei überzeugt, dass in Oberburg 5G-Anlagen errichtet würden, «wenn nicht bei uns im Kirchturm, dann eben anderswo». Trotz rauem Gegenwind versuchte Finanzverwalter Max Haueter den jährlichen Zustupf von 7000 Franken in die Kasse zu retten. Wer sein Handy am Ohr halte, setze sich mehr Strahlen aus, als wenn die Mobilfunkanlage im Kirchturm montiert sei.

Nachdem ein Votant festgestellt hatte, dass sich die Diskussion im Kreis drehe, wurde abgestimmt. Für den Mietvertrag mit der Swisscom sprachen sich 18 Personen aus, 3 enthielten sich der Stimme, 34 waren dagegen.

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