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Neue Bleibe für Tausende Kostüme

Seit Wochen suchte die Kostümbildnerin Eveline Rinaldi aus Bätterkinden nach einem geeigneten Lokal für ihre Kostüme. Nun ist sie im Cuenin-Fabrikareal in Kirchberg fündig geworden.

Die 60 Quadratmeter in den ehemaligen Fabrikationsräumen der Polsterfabrik Cuenin sind für Eveline Rinaldi die Rettung in der Not.
Die 60 Quadratmeter in den ehemaligen Fabrikationsräumen der Polsterfabrik Cuenin sind für Eveline Rinaldi die Rettung in der Not.
Olaf Nörrenberg
Hüte finden sich in Eveline Rinaldis Kostümlager ebenfalls...
Hüte finden sich in Eveline Rinaldis Kostümlager ebenfalls...
Olaf Nörrenberg
Über 1000 verschiedene Kostüme befinden sich in Eveline Rinaldis Besitz.
Über 1000 verschiedene Kostüme befinden sich in Eveline Rinaldis Besitz.
Olaf Nörrenberg
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Eveline Rinaldi steht inmitten einer Flut von Kleidern und Herrenhüten und strahlt. Über tausend unterschiedliche Kostüme hat sie in den letzten drei Wochen bereits von Bätterkinden nach Kirchberg in das neue Kostüm­lager gezügelt. Fünfundzwanzig Fahrten waren dafür nötig.

Die kräfteraubende Arbeit sieht man ihr indes nicht an. Das Positive überwiegt. Ist doch der rund sechzig Quadratmeter grosse Raum im Untergeschoss der ehemaligen Fabrikationsräume der Polsterfabrik Cuenin in Kirchberg für die Kostümbildnerin Rettung in der Not.

Noch vor ein paar Wochen war ihr alles andere als zum Lachen zumute. Seit letzten Dezember ist die agile Frau jenseits der Zwanzig auf der Suche nach einer neuen Bleibe für ihre vielen Kleider. Da sie schnellstmöglich eines ihrer Kleiderlager in Bätterkinden hatte räumen müssen, war guter Rat teuer.

Zu klein oder zu teuer

Am liebsten wäre sie an ihrem Wohnort in Bätterkinden geblieben. Aber die Sache stellte sich als komplizierter heraus, als sie gedacht hatte. Zumal Rinaldi nach langen Jahren Arbeit für verschiedene Theatervereine Tausende von Kostümen und Accessoires ihr Eigen nennt. Nach einem Inserat im Anzeiger habe es so einiges an Raumangeboten gegeben. «Entweder waren diese aber zu klein oder zu gross und dementsprechend für mich zu teuer», erinnert sich Rinaldi.

Die Lösung im Cuenin-Areal mit den günstigen Zufahrts- und Parkierungsmöglichkeiten sei daher ein richtiger Glücksfall. Ob-schon, sinniert Rinaldi, ein doppelt so grosser Raum wäre natürlich optimal gewesen wäre.

Rinaldi behält den Überblick

Das verwundert kaum, denn bereits hängen die unzähligen Kostüme eng an eng an etlichen Kleiderstangen. Über tausend sind es an der Zahl. Gleichzeitig ist Rinaldis Lebenspartner Urs Aeschbach am Montieren weiterer Kleiderstangen.

Und noch ist längst nicht alles vor Ort. Nach einer selbst gefertigten Grundrissskizze als Einrichtungsvorlage fehlen noch vier Schränke mit Kostümen, welche zu einem späteren Zeitpunkt von Umzugsmännern gebracht werden. Insofern wird es im neuen Lagerraum bald noch enger werden.

«Ich habe keinen Kostümfundus, auch wenn ich manchmal etwas zukaufe, bin ich vor allem Kostümbildnerin.»

Eveline Rinaldi

Kaum zu glauben, dass die passionierte Kostümbildnerin, die die meisten Kleider selber näht, bei der schieren Menge noch den Überblick bewahren kann. Aber sie kann. Jedes einzelne Kleidungsstück ist auf Listen mit entsprechenden Grössenangaben vermerkt. Auch Anekdoten dazu gibt es zuhauf.

Alles unter einem Dach

Im Unterschied zu früher, als die Kleider- und Hutsammlung des Ateliers Domani noch in verschiedenen privaten und externen Räumen gelagert waren, sind diese jetzt zentral in einem Raum untergebracht. Die wertvollen Abendroben allerdings lagere sie immer noch zu Hause in Bätterkinden, ergänzt Rinaldi.

Dort hat die umtriebige Frau auch ihr Atelier Domani. Und dort näht sie mitunter nächtelang an Kostümen für die unterschiedlichsten Theatervereine. Entwerfen und nähen ist ihr wichtig. «Ich habe keinen Kostümfundus, auch wenn ich manchmal etwas zukaufe, bin ich vor allem Kostümbildnerin.»

Und die Arbeit geht Rinaldi, die schon als Kind für ihre Puppen Kleider entworfen und genäht hat, nicht aus. Mit ihrem jahrelangen Engagement, unter anderem für die Freilichtbühne Moosegg, die Schlossspiele Jegenstorf, das Theater Ittigen, das Stadttheater Solothurn oder die Bühne Lyssach, ist ihr Atelier längst eine bekannte Grösse. Und bereits ist sie wieder im Auftrag von fünf Bühnen am Nähen.

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