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Neuer Besitzer für Liebhaberobjekt gesucht

Die Stiftung ­Palliacura will das Chalet Erika im Wohnpark Buchegg verkaufen. Seit über zwanzig Jahren betreibt die Pro Senectute darin eine Alz­heimerabteilung.

Die herrschaftliche Liegenschaft war einst ein Sterbehospiz.
Die herrschaftliche Liegenschaft war einst ein Sterbehospiz.
Thomas Peter

Auf den ersten Blick ist das ge­schichtsträchtige Chalet Erika im Areal des Alters- und Pflegeheims Wohnpark Buchegg ein Bijou. Ein veritables Liebhaberobjekt, wären da nicht die hohen Anforderungen der Denkmalpflege bezüglich Sanierungen.

Das 123-jährige Gebäude liegt in einer 3000 Quadratmeter grossen Teich- und Parkanlage, umgeben von hohen Zäunen. Die Pro Senectute Burgdorf führt dort seit über zwanzig Jahren eine Alzheimerabteilung. Da die Zimmer den geltenden Anforderungen des Kantons Bern an Pflegeheime nicht mehr genügt, hat die Pro Senectute den Mietvertrag auf den Herbst 2019 gekündigt.

Nach Beendigung der Um- und Erweiterungsarbeiten im benachbarten Alters- und Pflegeheims Buchegg werden die Bewohner des Chalets Erika, wenn alles gut geht, Ende Jahr in die neuen Räume ziehen.

Baujahr 1894

Das historisch wertvolle Chalet entstand 1894 nach den Plänen des berühmten Architekten Jacques Gros, der unter anderem in Zürich das Grand Hotel Dolder erbaute. Die Stiftung Palliacura, die frühere Stiftung Schweizerische Exit-Hospize, erwarb anfang der 1990er-Jahre das Chalet.

Nach der Renovierung für fast 3 Millionen Franken führte sie das Haus unter dem Namen Villa Margeritha als Sterbehospiz. Hohe Defizite zwangen die Stiftung Mitte der Neunzigerjahre zur Schliessung. Die Sterbebegleitung war zur damaligen Zeit in der Burgdorfer Bevölkerung nicht unumstritten.

Seit Anfang Jahr steht die Liegenschaft zum Verkauf. Peter Kaufmann, Stiftungsratspräsi-dent von Palliacura, sieht die grössten Schwierigkeiten in der von der Denkmalpflege hoch definierten Schutzstufe. «Änderungen im und am Gebäude oder in der Parkanlage bedürfen stets der Abklärung mit der Bau- und Ortsbildpflege.

An der auf 2,8 Mil­lionen Franken geschätzten ­Liegenschaft, so Kaufmann, müssten unter anderem die einfach verglasten Fenster ersetzt und die Gebäudehülle gedämmt werden.

Ein Leerstand auf längere Zeit ist für Kaufmann keine Option, auch wenn die Stiftung auf soliden finanziellen Beinen stehe. «Die Leerstandkosten kämen uns jährlich auf etwa 35'000 Franken zu stehen», fasst er zusammen.

Unterschiedliche Nutzung

Auch wenn der Spielraum für Anpassungen und Änderungen am Gebäude klein sei, könnte sich Kaufmann darin etwa eine Alters-WG vorstellen. Anhand einer Volumenstudie wurde bereits überprüft, ob allenfalls ein zusätzlicher, bewusst moderner Baukörper vertretbar integriert werden könnte.

Laut Michael Bucher von der beauftragten Immobilienfirma von Schwanau hätten sich bereits einige Interessenten für das Liebhaberobjekt gemeldet. Darunter auch solche aus der Region. Vielseitig seien die angedachten Nutzungsabsichten der bisherigen Interessenten. Von privater Nutzung über Stockwerkeigentum bis hin zum Betrieb eines stillen Gewerbes. «Spruchreif ist allerdings noch nichts», relativiert Bucher.

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