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Noch schlummern die gefährlichen Stoffe

Die Orte Eyschachen und Lehmgrube Schachtler haben etwas gemeinsam: Hier lagern insgesamt 900'000 Kubikmeter Siedlungsabfälle, Aushubmaterial und ­Bauschutt.

Die Idylle trügt: Unter dem Grün von Wiesen und Bäumen lagern im Lyssacher Dälmoos Siedlungsabfälle und Chemikalien.
Die Idylle trügt: Unter dem Grün von Wiesen und Bäumen lagern im Lyssacher Dälmoos Siedlungsabfälle und Chemikalien.
Thomas Peter

Über viele Jahrzehnte war es üblich, dass neben Bauschutt und Aushubmaterial auch der Hauskehricht in Deponien entsorgt wurde. Die grösste im Kanton Bern befindet sich im Gebiet der Strafanstalt Witzwil. Auf einer Fläche von 900 Hektaren wurden zwischen 1914 und 1954 4,5 Millionen Kubikmeter Siedlungs­abfälle deponiert. Aber auch auf dem Gemeindegebiet der Stadt Burgdorf wurden solche Stätten betrieben. In seiner Antwort auf eine Interpellation der EVP-Stadträtinnen Tabea Bossard und Esther Liechti bezeichnet der Gemeinderat acht Deponien.

Im Eyschachen wurden zwischen 1923 und 1978 gut 480'000 Kubikmeter Siedlungsabfälle, Aushubmaterial und Bauschutt deponiert. Fast 430'000 Kubikmeter waren es in den Jahren 1950 bis 1985 in der Lehmgrube Schachtler. Zusammen mit den anderen Standorten Bättwilhölzli, Waldeggschachen, Pulvermagazin, Schönauweg, Choserrain und Neumatt ergibt dies ein Gesamtvolumen von mehr als 1 Million Kubikmetern. Allerdings betrieb die Stadt auch auf dem Gemeindegebiet von Lyssach eine Deponie.

In einem heute nahezu idyllisch anmutenden Waldstück mit dem Flurnamen Dälmoos wurden von 1947 bis 1984 gut 160'000 Kubikmeter Material abgelagert. Dort, wo primär in den Kriegsjahren Torf abgebaut wurde, erhielt Burgdorf vom Kanton die Bewilligung für die Kehrichtablagerung. Gemäss Kataster der belasteten Standorte wurde im Dälmoos jedoch nicht nur Hauskehricht, sondern auch Lösungsmittel, Chemikalien und Chlorkohlenwasserstoffe deponiert. Letztere besitzen meist ein umweltschädigendes Potenzial.

Für den Gemeinderat Burgdorf besteht deswegen kein Grund zur Sorge. Die Abfälle seien schichtweise eingebracht und mit Aushubmaterial abgedeckt worden. Bereits 1970 habe der Kanton die Entwässerung der Deponie festgelegt. Das Oberflächen- und ­Sickerwasser werde in der ARA Aefligen gereinigt. Dadurch gelange kein Schmutzwasser in den Waldboden, und «die Wasserqualität ist gesichert». Finanzielle Rückstellungen für eine Sanierung der «überwachungsbedürftigen» Deponie Dälmoos seien nicht gebildet worden. Erst dann, wenn auf dem Grundstück ein Bauvorhaben geplant würde, müsste eine Sanierung ins Auge gefasst werden.

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