Nyffenegger wills nochmals wissen

Kirchberg

Ende November wird die Exekutive neu gewählt. Ratspräsidentin Marianne Nyffenegger darf diesmal nicht für den Gemeinderat kandidieren, sondern nur für das Präsidium. Und die BDP muss als einzige Partei ohne Bisherigen antreten.

Marianne ­Nyffenegger ­will Gemeinderatspräsidentin bleiben.

Marianne ­Nyffenegger ­will Gemeinderatspräsidentin bleiben.

(Bild: Thomas Peter)

Tobias Granwehr

Die Gemeindewahlen am 27. November könnten in Kirchberg mit viel Bewährtem enden. Sechs der sieben Mitglieder des Gemeinderates dürfen wieder zur Wahl antreten – wenn sie denn wollen.

Einzig Walter Bütikofer (BDP) kann nicht mehr für die Exekutive kandidieren, weil er Ende 2016 drei Amtsdauern absolviert haben wird. Und dennoch ist die Ausgangslage heuer anders als vor vier Jahren.

BDP mit Handicap

Gerade die BDP steht vor einer Herausforderung: 2012 trat die Partei mit zwei bisherigen Kan­didaten zur Wahl an, verlor dann aber einen Sitz. Nun geht die Partei sogar mit dem Handicap ins Rennen, gar keinen Bisherigen mehr aufstellen zu können.

Doch BDP-Präsident Ivo Mössinger kann nicht sagen, ob das ein Vor- oder ein Nachteil ist: «Ich denke, das hält sich in etwa die Waage.» Das Ziel der BDP sei, den bisherigen Sitz zu halten, eventuell sogar auf einen zweiten zu schielen, sagt er.

Mössinger ist überzeugt, auch ohne den bisherigen Gemeinderat den jetzigen Sitz zu halten. Seine Zuversicht gründet nicht zuletzt auf der Abstimmung über den Bau eines neuen Werkhofes Anfang Jahr. Die BDP wehrte sich dagegen und konnte sich nach dem Nein der Stimmbürger zum 3,8-Millionen-Franken-Projekt als Siegerin fühlen.

Schwieriges Halbjahr

Überhaupt hat der jetzige Gemeinderat kein einfaches halbes Jahr hinter sich. Nebst der Schlappe beim Werkhofprojekt wurde dem Rat vor allem in Sachen Saalbau ein Denkzettel verpasst. Einen Nachkredit für die Sanierung des Saalbaus lehnten 56 Prozent aller Stimmenden ab – und das, obwohl das Geld schon ausgegeben war. Der Gemeinderat musste in den vergangenen Monaten deshalb viel Kritik einstecken.

Doch das darf laut Gemeinderatsprä­sidentin Marianne Nyffenegger (SVP) bei der Entscheidung über eine erneute Kandidatur keine Rolle spielen: Die Abstimmungsresultate seien zwar enttäuschend gewesen, aber man dürfe das nicht persönlich nehmen, sondern müsse den Willen des Volkes akzeptieren, sagt sie.

Herausforderung annehmen

Nyffenegger hat sich entschieden, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Klar ist allerdings: Sie kann sich dieses Jahr einzig für das Gemeinderatspräsidium aufstellen lassen, nicht aber für den Gemeinderat, so wie vor vier Jahren.

Damals wurde sie zur Präsidentin gewählt, holte gleichzeitig aber auch einen Gemeinderatssitz. Damit bescherte Nyffenegger der SVP viele Stimmen und verhalf ihrer Partei zu einem zusätzlichen Sitz im Gremium. Sie wurde insgesamt dreimal in den Gemeinderat gewählt, weshalb eine weitere Kandidatur nicht mehr möglich ist.

Nyffenegger sagt, sie wolle ihre Erfahrung in der Gemeindepolitik, aber auch ihre Verbindungen zur Region Emmental mit dem Sitz in der Geschäftsleitung der Regionalkonferenz weiterhin zum Wohl der Gemeinde einsetzen. «Zudem möchte ich auch künftig Herausforderungen annehmen und gemeinsam mit den zuständigen Stellen Lösungen ­erarbeiten.»

Die vier Sitze (drei Gemeinderäte plus das Präsidium) will die SVP Kirchberg laut deren Präsident André Tanner auf jeden Fall halten. «Es ist uns klar, dass das schwer zu erreichen sein wird. Aber es muss unser Ziel sein», sagt Tanner. Die Partei werde das Nominationsverfahren nächstens abschliessen.

FDP will Sitz zurückerobern

Die SP hält in Kirchberg zurzeit zwei Gemeinderatssitze. Diese zu halten, ist das Minimalziel der Partei, wie Co-Präsident und Gemeinderat Marc Dummermuth sagt. Bei den Sozialdemokraten arbeitet ein Wahlausschuss an den Nominationen, am 27. August entscheiden dann die Mitglieder. Gewählt wird im Herbst im Übrigen nicht nur die Exekutive, sondern auch die Bau- sowie die Bildungskommission.

Die FDP Kirchberg war vor vier Jahren die Wahlverliererin. Sie musste ihren Sitz im Gemeinderat abgeben. Nun nehmen die Freisinnigen einen neuen Anlauf – «mit bekannten und neuen ­Gesichtern», wie Präsident Peter Hügli erklärt. Die Kandidaten würden am 18. August bestimmt, meldet der Präsident. Ziel sei, den Sitz zurückzuerobern.

Fünfte Kraft war in Kirchberg vor vier Jahren die EVP. Sie will laut Präsidentin Barbara Wyss wieder antreten. Und wie alle anderen Parteien gibt die EVP noch keine ­Namen bekannt. Die Kandidaten werden am 23. August nominiert.

Wyss erklärt, das grosse Ziel sei ein Sitz im Gemeinderat. «Doch das steht und fällt natürlich auch mit den Kandidaten.» Offen sei, ob sie Listenverbindungen eingehen würden. 2012 gab es eine Verbindung mit der SP.

Berner Zeitung

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