Offline trotz neuem Provider

Im Emmental hat UPC das Kabelnetz von Quickline übernommen. Doch die Umschaltung zum neuen Anbieter gelang nicht bei allen wie geplant. Das sorgte für rote Köpfe.

Nachdem alles erfolgreich installiert wurde, ist Heimleiter Dominic Bucher mit dem Angebot des Telecommunikationsproviders UPC mehr als zufrieden. Dank hausinternem Server und technischem Dienst konnten grössere Probleme verhindert werden.

Nachdem alles erfolgreich installiert wurde, ist Heimleiter Dominic Bucher mit dem Angebot des Telecommunikationsproviders UPC mehr als zufrieden. Dank hausinternem Server und technischem Dienst konnten grössere Probleme verhindert werden.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

«Wir können nicht überall gleichzeitig sein. Jemand wird sich aber in den nächsten Tagen bei Ihnen melden.» So habe die immer gleiche Antwort des Kundendiensts von UPC gegenüber dem Leiter des Alters- und Pflegeheims Rüegsauschachen, Dominic Bucher, gelautet. Er kontaktierte die neue Anbieterin, da das Internet des Heims nicht mehr funktionierte.

Grund dafür ist der Partnerwechsel der Genossenschaft Elektra Baselland (EBL) von ­Quickline zu UPC. Seit nun knapp zwei Wochen versorgt der neue Telecommunikationsprovider die Region Emmental mit Digital TV, Internet und Telefonie. Auch die Luzerner Landschaft ist vom Wechsel betroffen. Mit diesem will die EBL Telecom AG die Produktlandschaft vereinheitlichen und den Kundendienst optimieren. Ungefähr 7500 Kunden sind in den zwei Gebieten von der Umstellung betroffen.

Schlechte Kundenbetreuung

In den Gemeinden Rüegsau, Hasle und Lützelflüh fand der Anbieterwechsel bereits am 14. September statt. Fünf Tage später erfolgte die Umschaltung auch in den Gemeinden Rüderswil, Lauperswil, Signau, Langnau und Trubschachen. Doch nicht bei allen funktionierte die Umstellung problemlos.

So kam es vor, dass der Lieblingssender, der jahrelang an erster Stelle erschienen ist, nach dem Wechsel an 78. Stelle stand oder der Fernseher kein Signal empfangen konnte. In den betroffenen Gemeinden würden nebst dem Fernsehen auch das Telefonieren und das Surfen Schwierigkeiten machen.

Die Antworten des Kundendiensts von UPC brachte viele Emmentalerinnen und Emmentaler zur Weissglut. Auch Dominic Bucher fühlt sich im Stich gelassen. «Wir wurden relativ spät über die Umschaltung von Quick­line zu UPC informiert», sagt er.

Dem Heim wurde rund eine Woche vor dem Wechsel ein neues Modem zugesandt, «allerdings ohne grossen Kommentar», so Dominic Bucher. Gemäss der Empfehlung von der EBL im Informationsschreiben habe der heiminterne Service das Gerät am Umschaltdatum versucht zu installieren, allerdings erfolglos.

Unterstützung aus dem Dorf

Trotz zahlreichen Telefonaten mit dem Kundendienst von UPC sei nichts passiert. «Wir wurden immer und immer wieder vertröstet», fügt er an. Ihm ist unverständlich, warum ein öffentliches Heim nicht Vorrang hat. So musste jenes in Hasle-Rüegsau für eine Woche ohne Internet auskommen. Nach etlichen Anmeldeversuchen und verschiedenen Telefonaten wurde dem Heim ein zweites Modem zugesendet.

«Wir wurden immer und immer wieder vertröstet.»Dominic BucherLeiter Altersheim Hasle-Rüegsau

Dieses habe aber auch nicht funktioniert. Bucher wendete sich an die EBL und an das Elektroinstallationsgeschäft Etavis Beutler AG aus Hasle-Rüegsau, worauf sich ein Servicetechniker der Saphir Group AG der Angelegenheit widmete. Es sei kein komplexes technisches Problem gewesen, «doch es fehlte an Lösungsvorschlägen und einer kompetenten Beratung durch UPC», betont Dominic Bucher.

Ganz anders tönt es bei UPC und der EBL: «Kunden konnten sich dank den lokalen Verkaufspunkten und den drei Service-Points in der Region auch immer vor Ort Hilfe holen, falls mal etwas nicht geklappt haben sollte», erklärt UPC-Mediensprecherin Alexandra Bini auf Anfrage. Grossmehrheitlich sei die Umstellung wie geplant und störungsfrei verlaufen.

Die Telecommunikationsanbieterin UPC weiss aber von zwei Komplikationen. Einerseits habe es bei der Portierung der Festnetznummern Probleme gegeben. So habe sich der Übergang der temporären Telefonnummer zur Festnetznummer verzögert. Andererseits habe die Post einige Pakete mit den neuen UPC-Geräten nicht fristgerecht ausgeliefert, sagt Alexandra Bini (s. Kasten).

Brandmelder unbrauchbar

Schwierigkeiten mit der Telefonie und dem Fernsehen habe das Alters- und Pflegeheim allerdings nicht gehabt. «Glücklicherweise verfügen wir über einen internen Server», sagt Dominic ­Bucher. So konnten wir unsere Arbeit weiterführen. Das Nichtfunktionieren des Mailpostfachs und der Brandmeldeanlage sei aber bereits ein riesiges Problem gewesen. Nachdem alles erfolgreich installiert worden ist, ist das Heim mit dem Angebot von UPC nun sehr zufrieden: «Das Internet ist schneller als zuvor, selbst wenn das bei uns nicht zwingend nötig wäre», meint der Heim­leiter.

Berner Zeitung

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