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Operation Bettenhaus

Die Bauarbeiten im Spital Emmental in Burgdorf sind in vollem Gange. Noch laufen die Maschinen, und es hängen lose Kabel von den Decken. Doch bereits im Januar 2018 werden dort Operationen durchgeführt und bis zu 132 Patienten stationiert.

Hier entsteht der neue Operationssaal: Die Handwerker sind mit dem Innenausbau beschäftigt.
Hier entsteht der neue Operationssaal: Die Handwerker sind mit dem Innenausbau beschäftigt.
Olaf Nörrenberg
Eines von den neuen Zimmern. Jedes ist mit einem Bad ausgestattet.
Eines von den neuen Zimmern. Jedes ist mit einem Bad ausgestattet.
Olaf Nörrenberg
Im Untergeschoss wird geschweisst.
Im Untergeschoss wird geschweisst.
Olaf Nörrenberg
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Das durchdringende Geräusch der Bohrmaschine vermischt sich mit eingängiger Popmusik aus dem Radio. Die Handwerker im ersten Untergeschoss des neuen Bettenhauses sind in Aktion. Mit viel Handarbeit wird hier auch gearbeitet werden, wenn das Gebäude dereinst fertig ist. Dann wird an der Stelle nämlich einer der drei neuen Operationssäle des Spitals in Burgdorf sein.

«Sie werden auf den neusten Stand ­gebracht, was Technik und Infrastruktur anbelangt», sagt Hans-Rudolf Gmünder. Er ist Leiter des Neubauprojekts. Zwar müsse man stets auch die Kosten im Auge behalten. 111 Millionen sind für das Ausbauprojekt in Burgdorf budgetiert. Dazu gehören neben dem neuen Bettenhaus auch weitere Ausbauschritte (siehe Kasten).

So werde es wohl nicht der Mercedes unter den Operationssälen werden. «Aber ein gut ausgerüsteter VW Passat ist das Ziel», sagt er und lacht. Doch nicht nur die neuen Operationssäle, auch Raum für mehr Betten soll der Bau bieten. Bislang hatte es Platz für 100 Patienten. Im neuen Gebäude sollen bis zu 132 Patienten untergebracht werden. Im August 2015 wurde der Grundbaustein gelegt. Bis zum ­November werde der Bau fertiggestellt, so Gmünder. Die grosse Züglete erfolgt dann aber erst im Januar 2018. «So haben wir genug Zeit für die Testphase», sagt der Projektleiter.

Lose Kabel

Bis es so weit ist, gibt es aber noch einiges zu tun. «Der Innenausbau ist in vollem Gang», so Gmünder. Im zweiten Untergeschoss wird das sichtbar. Dort werden der Sterilisationsraum, die Apotheke, die Technik und ein zentrales Lager beheimatet sein. Noch hängen Kabel von den Decken, und einige Räume sind mit Klebeband abgesperrt. «Betreten verboten», steht da. Frisch gespachtelt ist der Boden, ein Fussabtritt wäre wohl einer für die Ewigkeit. Gmünder prüft an einer Stelle den Flur und meint: «Hier können wir durchgehen.» Der künftige Sterilisationsraum sieht schon beinahe fertig aus. Die Wände sind verkleidet, der Boden gemacht. Nach dem Fallwagenprinzip soll hier gearbeitet werden.

Je nach Operation wird der sogenannte Fallwagen mit den nötigen sterilen Operationsinstrumenten vorgängig im zweiten Unter­geschoss ausgestattet. Bislang wurden die Instrumente bei den Operationssälen bereitgelegt. Dieses System komme heute erst in wenigen Schweizer Spitälern zum Einsatz, so Gmünder. «Nebst den effizienteren Abläufen können wir auch Platz sparen», sagt er. Denn im ersten UG bei den Operationssälen hätte es keinen Raum dafür. Hier sind nämlich auch die Zimmer mit den insgesamt 18 Betten der Tagesklinik stationiert. Also jene Räume, in denen die Patienten, die vor oder nach der Behandlung nur wenige Stunden im Spital sind, unter­gebracht werden.

In Betrieb genommen werden diese aber erst Anfang 2019. Dann wird nämlich auch die zweite Bauphase abgeschlossen sein. In dieser Etappe werden das alte Bettenhaus und die alten Operations­säle saniert werden. So wird in dieser Phase auch der Zugang zu den Operationssälen durch den Eingang des alten Gebäudes nicht immer gewährleistet sein. Als Ersatz dient dann der Weg durch die neue Tagesklinik.

66 neue Zimmer

Die übrigen Zimmer werden aber schon im Januar 2018 in Betrieb genommen. 66 Zweierzimmer sind es insgesamt. Gibt es im alten Bettenhaus auch Zimmer für vier Personen, wird das im neuen Gebäude nicht mehr der Fall sein. Zudem wird jedes mit einem eigenen Badezimmer ausgestattet sein. Bislang hatten nicht alle ein eigenes, die Patienten mussten sich Stockwerkbadezimmer teilen. Das sei zu der Zeit, als das alte Bettenhaus gebaut wurde, normal gewesen, so Gmünder. Doch heute seien andere Standards angesagt. Diese Entwicklung mache sich aber nicht nur im Emmental bemerkbar. «In der ganzen Schweiz werden derzeit Spitäler, die in den 70er- und 80er-Jahren gebaut wurden, erneuert», hält der Projektleiter fest.

Balkone gibt es bei den Zimmern und auch auf den Stockwerken hingegen keine. Auch das sei heute die Regel, meint Gmünder. Schliesslich würden die Leute oftmals nur noch kurze Zeit im Spital bleiben, so seien Balkone nicht nötig.

Aussicht und Parkett

Privatpatienten sollen aber mit einem Einzelzimmer im zweiten Stockwerk, Aussicht und Par­kettboden angelockt werden. Doch nicht nur sie, allgemein will man mehr Patienten versorgen. «Unser Ziel ist die Vollversorgung des Emmentals», sagt der Kommunikationsverantwortliche Markus Hächler.

Mit dem neuen Bettenhaus will man in Zukunft also auch jene Patienten gewinnen, die es bislang zu den Privatkliniken oder in ein grösseres Spital zog.

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