RBS-Depot: Am Standort wird nicht mehr gerüttelt

Bätterkinden

Der Kanton hat entschieden: Es gibt keine Diskussion mehr darüber, ob die Leimgrube in Bätterkinden der richtige Ort für das neue RBS-Depot ist. Grünes Licht hat das Bahnunternehmen für sein Bauprojekt damit noch nicht, aber es kann weiterplanen.

Auf der grünen Wiese neben der Kartoffelzentrale soll ein RBS-Depot gebaut werden? Diese Frage ist höchst umstritten.

Auf der grünen Wiese neben der Kartoffelzentrale soll ein RBS-Depot gebaut werden? Diese Frage ist höchst umstritten.

(Bild: Thomas Peter)

Der Entscheid des Regierungs­rates dürfte vielen Bätterkindern nicht gefallen: Die Exekutive des Kantons Bern hat bezüglich RBS-Depot auf der Leimgrube beschlossen, den Standort als Zwischenergebnis in den Richtplan einzutragen. Damit hat der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) zwar noch nicht grünes Licht für ein Projekt beim Bahnhof Bätterkinden. Aber der RBS kann zumindest weiterplanen. Noch müssen aber einige Fragen beantwortet werden.

Was jedoch für die Bevölkerung weitaus folgenreicher ist: Am Standort an sich wollen weder der Bund noch der Kanton rütteln. Die Standortevaluation, die von vielen scharf kritisiert wurde, müsse nicht mehr neu aufgerollt werden, teilte der Regierungsrat mit.

Endlich die Zufahrt klären

«Über diesen Entscheid sind wir enttäuscht», sagt Jürg Reinhard, Sprecher der Interessengruppe (IG) Bätterkinden, der bereits über 670 Mitglieder angehören. Als der Grosse Rat Anfang Jahr eine Motion ablehnte, die eine neue Standortevaluation gefordert hatte, «mussten wir diese Pille wohl schlucken». Die IG werde aber für ihre Anliegen weiter kämpfen, erklärt Reinhard.

Der regierungsrätliche Entscheid hat aus Sicht der Depotgegner zwei Seiten: Leider sei der Standort nun im Richtplan eingetragen, wenn auch nur als Zwischenergebnis, sagt er. Aber immerhin bedeute das auch, dass noch offene Fragen geklärt werden müssten. Dazu gehört aus Sicht der IG vor allem auch die Anbindung des Depots an die Gleise. «Wir wollen endlich geklärt haben, wo die Zufahrt durchginge», sagt Reinhard unmissverständlich.

Denn viele Depotgegner befürchten, dass die Gleise durch Wohngebiet führen werden. «Die technische Realisierung eines Depots auf der Leimgrube lässt noch viele Fragen offen.» Reinhard lässt auch schon einmal durchblicken, dass sich die Gegner allenfalls noch lange mit rechtlichen Mitteln gegen das Projekt wehren wollen.

Eine Begleitgruppe bilden

Anders sieht die Gemütslage bei den Verantwortlichen des RBS aus: Mediensprecher Caspar Lösche sagt: «Wir freuen uns, dass uns Bund und Kanton stützen und der Meinung sind, über den Standort in Bätterkinden sei nicht mehr zu diskutieren.» Nun werde der RBS den Mitwirkungsbericht sorgfältig prüfen und offene Fragen noch zu klären versuchen.

Klar ist laut ­Lösche, dass nach den Sommerferien begonnen wird, eine Projektbegleitgruppe zusammenzustellen. An alle Beteiligten würden Briefe verschickt, um sie in die Gruppe einzuladen. Der Gleisanschluss des Depots, der bisher so viel zu reden gegeben hat, werde auf jeden Fall in der Projektbegleitgruppe diskutiert, so Lösche. «Das war ohnehin so geplant.»

Ob sich die IG Bätterkinden in dieser Gruppe einbringen wird, lässt Reinhard noch offen. «Wir werden uns beteiligen, aber nur, wenn die Rahmenbedingungen klar geregelt werden», sagt er. «Wir wollen ein Forderungspartner sein können. Vorher müssen wir aber wissen, wie mit Vorschlägen umgegangen wird.» Bisher habe man diesbezüglich nicht so gute Erfahrungen mit dem RBS gemacht.

Immer noch im Zeitplan

Bevor der Standort beim Bahnhof Bätterkinden im kantonalen Richtplan festgesetzt werden kann, was für den Bau des Depots zwingend nötig ist, müssen also weitere Abklärungen vorgenommen werden. Gemäss dem Amt für Gemeinden und Raumordnung wird der Regierungsrat Ende 2018 das nächste Mal Anpassungen im Richtplan beschliessen. Der Zeitplan des RBS soll ­dadurch aber nicht verzögert werden, weil das Unternehmen das Projekt in der Zwischenzeit trotzdem vorantreiben kann. Geplant ist, das Depot bis Ende 2023 fertigzustellen.

Berner Zeitung

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