«So schnell ging es noch nie»

Zollbrück

Das Gewitter vom Montagabend bestätigte, wie nötig die geplanten Hochwasserschutzmassnahmen am unteren Frittenbach sind.

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Als der erste Regenguss vorüber war, besuchte Hans Scheidegger sein Sorgenkind. Der Präsident der Schwellenkorporation Rüderswil fuhr am Montag gegen 17.30 Uhr von Zollbrück her in den unteren Frittenbach, um nachzuschauen, ob das Gewässer, das schon oft über die Ufer getreten war, noch in seinen vorgegebenen Bahnen lief.

Der Wasserstand sei leicht erhöht gewesen, berichtete Scheidegger am Dienstag. «Doch fünf Minuten später ergoss sich der Bach mit Wurzel­stöcken und allem über die Strasse.» Einen so schnellen Übergang vom fast normalen Stand bis zum Hochwasser habe er noch nie erlebt, sagte Scheidegger.

Angriffsflächen ausgenutzt

Die Massen flossen über die Strasse, unterspülten diese teilweise, überschwemmten Wiesen, füllten Keller und bissen sich an unsicheren Stellen im Uferbereich gnadenlos fest.

Wo es schon vorher kleine Anrisse gegeben habe, seien sie jetzt grösser, und an bestehenden Bachverbauungen seien neue Schäden entstanden. Steinblöcke, die das Ufer ­sichern sollten, lägen zum Teil im Wasserlauf, stellte Scheidegger fest.

Schutzprojekt in der Pipeline

Das Gewitter vom Montag bestätigt den Planern, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Die Schwellenkorporation Rüderswil hat zusammen mit jener von Lauperswil, die für den unteren Frittenbach mitverantwortlich ist, ein Hochwasserschutzprojekt erarbeiten lassen. Für knapp 17 Millionen Franken soll der Bach auf einer Länge von 2,9 Kilometern neu verbaut werden.

Das Projekt liegt laut Scheidegger zur Vorprüfung beim Kanton. Danach folgt die öffentliche Auflage. Frühestens Ende 2019 sei mit einer Baubewilligung zu rechnen. Wären die geplanten Massnahmen bereits gebaut, wären laut Scheidegger 90 Prozent der am Montag registrierten Austritte verhindert worden.

Berner Zeitung

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