So wird beim Bärenplatz überbaut

Langnau

Wo bis vor fünf Jahren die Migros Aare einen Do-it betrieb, plant die neue Eigentümerin iPlus AG eine Überbauung mit Raum für Gewerbe und Wohnen. Ein heikles Unterfangen, das vielen Ansprüchen genügen muss.

<b>Prägnant:</b> Die beiden Baukörper im historischen Zentrum der Gemeinde am Bärenplatz gegenüber von Bären (rechts hinten) und Chüechlihus (Visualisierung).

Prägnant: Die beiden Baukörper im historischen Zentrum der Gemeinde am Bärenplatz gegenüber von Bären (rechts hinten) und Chüechlihus (Visualisierung).

(Bild: zvg)

Chantal Desbiolles

Es hat seine Zeit gedauert, bis der Do-it-Pavillon Geschichte war. Noch vor dem Abbruch des Gebäudes am Bärenplatz war klar, dass an diesem zentralen und historisch bedeutsamen Ort nicht ­irgendwas gebaut werden kann.

Dass sich mit der iPlus AG – dem Dach über der Werk-Architekten-Genossenschaft und der ­Lehmann AG Baumanagement – eine heimische Investorin der ­Sache annahm, stimmte positiv.

Die Migros-Aare-Genossenschaft verkaufte die Liegenschaft an sie, wie im November 2014 bekannt wurde. Dreieinhalb Jahre später wird nun öffentlich, was sich die iPlus als Projektträgerin und die Behörden unter einer «qualitätsvollen Überbauung» vorstellen.

Unten Arbeiten, oben Wohnen

Auf dem als Parkplatz zwischengenutzten Areal sind zwei Bauten vorgesehen, die auf die «unterschiedliche Massstäblichkeit des historischen Umfelds reagieren»: Das grössere Gebäude an der Oberstrasse ist auf vier Geschosse und ein Dachgeschoss, insgesamt 19 Meter Höhe, angelegt. Das kleinere entlang der Bernstrasse baut auf drei Geschosse und erreicht 13 Meter. Wohnraum und Raum für Gewerbe und Dienstleistungen sollen dadurch entstehen.

Im Parterre des grösseren Hauses sind Produktions-, Verkaufs- und Lagerflächen sowie Nebenräume (Büros, Garderoben, Toiletten und Aufenthaltsräume) vorgesehen. Im ersten Stock könnten zur Hälfte Dienstleister einziehen oder Büros und Praxisräume eingerichtet werden. Die andere Hälfte ­dieses Stockes und auch die anderen beiden Geschosse sowie der Raum unter dem Dach sollen rund 15 Wohnungen Platz bieten.

Weg: Das Do-It-Gebäude wurde Ende 2014 abgerissen. Bild: Thomas Peter

In Haus daneben sind rund 140 Quadratmeter Geschossfläche für Arbeitsnutzungen wie etwa Ateliers vorgesehen, gewohnt wird im zweiten und im dritten Stock.

Wer hier dereinst einziehen wird, ist noch nicht klar. Die Nutzungen und Wohnformen sowie deren Trägerschaft sollen in den nächsten Planungsetappen weiter konkretisiert und festgelegt werden, hält der Erläuterungsbericht fest.

Die gewerblich genutzten Erdgeschosse sollen «einladend und öffentlich» wirken und genauso publikumsorientiert genutzt werden, sodass sie für das Dorfzentrum sowie das Dorf­leben einen Gewinn darstellen.

Unterirdisch parkieren

Ein Betriebs- und Gestaltungskonzept für den Bärenplatz liegt ebenfalls vor. Es sieht unter anderem verkehrsberuhigende Massnahmen wie eine Tempo-30-Zone und Rechtsvortritte vor.

Sicher ist, dass durch die Neubauten die Parkplätze in Langnaus Zentrum wieder deutlich weniger werden. In einer unterirdischen Einstellhalle sollen neue geschaffen werden: für die Bewohner und Beschäftigten des «Zentrums am Bärenplatz». Der Aussenraum solle möglichst von parkierten Autos freigehalten werden, steht in den Unterlagen.

Sorgfältig und umfassend

Sängerhaus, Bären und Chüechlihus: Das Areal im historischen Dorfkern ist umringt von schützenswerten Gebäuden und liegt am ehemaligen Marktplatz. Externe Gutachter haben die Planung in diesem sensiblen Gebiet begleitet und beurteilt.

Mit dem Richtprojekt seien wichtige Grundlagen geschaffen und die Basis für die Zone mit Planungspflicht und Überbauungsordnung gelegt worden, stellen die Fachleute fest.

Für die «ortsbaulich so komplexe Situation» sei durch das Gutachterverfahren ein Projekt gemeinsam entwickelt worden, das allen Anforderungen und Qualitäten entspreche.

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