Sonderprüfung auf dem Thorberg

Krauchthal

Der Grosse Rat beauftragt die kantonale Finanzkontrolle mit einer Sonderprüfung des Gefängnisses auf dem Thorberg.

Auf dem Thorberg brodelt es wieder.

Auf dem Thorberg brodelt es wieder.

(Bild: Keystone)

Die Justizvollzugsanstalt Thorberg wird ein Fall für die Finanzkontrolle des Kantons Bern. Die grossrätliche Finanzkommission hat diese mit einer Sonderprüfung des Gefängnisses beauftragt. Der Grund dafür sind die anhaltenden Probleme in Krauchthal. Seit einer internen Reorganisation macht der Thorberg unter Direktor Thomas Egger mit zahlreichen Abgängen beim Personal, einem offenbar schlechten Arbeitsklima und unzufriedenen Häftlingen Schlagzeilen.

Die Finanzkommission habe sich nun selber ein Bild der Lage gemacht, schreibt diese in einer Mitteilung. «Dabei ist sie zum Schluss gekommen, dass die aufgeworfenen Fragen vertieft abgeklärt werden müssen», heisst es weiter. Konkret soll es bei der eingeleiteten Untersuchung darum gehen, die finanziellen Folgen der Personalführung und die Ausübung der Aufsicht über den Thorberg durch den Kanton zu untersuchen.

Jetzt reagiert der Kanton

Sollten sich die Probleme bestätigen, befürchtet die Grossratskommission, dass dem Kanton dadurch «hohe Mehrkosten» entstehen würden. Dabei geht es ­etwa um Abgangsentschädigungen, Freistellungen oder Krankschreibungen. Die Resultate der Untersuchung werden frühestens im September erwartet.

Noch vor wenigen Wochen sah das zuständige Amt für Justizvollzug (AJV) keinen Grund zur Beunruhigung. Gegenüber der Sendung «Schweiz aktuell» hiess es Mitte Mai, dass sich die Führung im Thorberg «in geordneten Bahnen» bewege.

Nun aber reagiert das AJV doch: Aufgrund der Vorwürfe solle jetzt eine Befragung bei den Mitarbeitenden durchgeführt werden. Diese sei aber im Rahmen der erfolgten Reorganisation sowieso vorgesehen gewesen und werde nun lediglich vorgezogen, schreibt das Amt gestern. Das AJV bestätigt in seiner Mitteilung die hohe Fluktuation während der Umsetzungsphase der neuen Organisation. Diese betrug netto 8,4 Prozent. 8 Mitarbeitenden sei gekündigt worden, und 22 der 136 Mitarbeiter hätten den Thorberg aus verschiedenen persönlichen Gründen von sich aus verlassen, 7 infolge der Pensionierung.

Neben der Finanzkommission beschäftigt sich auch die Geschäftsprüfungskommission mit dem Gefängnis. Diese wird dem AJV in der zweiten Jahreshälfte einen Aufsichtsbesuch abstatten. Von einer offiziellen Unter­suchung nimmt die Kommission aber noch Abstand.

mab

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