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Turbinenrad dreht weiter

Das Kleinwasserkraftwerk auf dem Burgdorfer Bucher-Areal produziert auch in den nächsten Jahrzehnten Strom. Die Besitzerin investiert eine halbe Million Franken in den Bau einer neuen Energiezentrale.

Das Wasser des Burgdorfer Kanalnetzes wird auf dem Bucher-Areal weiterhin zur Stromproduktion genutzt.
Das Wasser des Burgdorfer Kanalnetzes wird auf dem Bucher-Areal weiterhin zur Stromproduktion genutzt.
Marcel Bieri
Am Dienstag wurde mit einem Kran eine neue Kaplan-Turbine zum Kraftwerk gehievt.
Am Dienstag wurde mit einem Kran eine neue Kaplan-Turbine zum Kraftwerk gehievt.
Marcel Bieri
Die Turbine wurde durch den Schacht abgesenkt und auf dem runden Flansch aufgesetzt.
Die Turbine wurde durch den Schacht abgesenkt und auf dem runden Flansch aufgesetzt.
Marcel Bieri
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Lange stand der Entscheid, ob die Energiezentrale der ehemaligen Wollzwirnerei Bucher & Co AG in Burgdorf durch eine moderne Anlage ersetzt werden soll, auf Messers Schneide. Denn die Investition rechnet sich nur, wenn der Bund die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) zusichert.

Will heissen: Bei einem Marktpreis von 5 Rappen pro Kilowattstunde kann ein Kleinwasserkraftwerk nur wirtschaftlich genutzt werden, wenn der Bund etwa 25 Rappen pro Kilowattstunde zuschiesst. Diese Garantie hat die Basler Pensionskasse Stiftung Abendrot als Besitzerin des Bucher-Areals nun erhalten. Sie wird etwa eine halbe Million Franken in den Bau- und Umbau dieser umweltfreundlichen Energiegewinnung investieren.

Ersetzt wird die 1946 gebaute Kaplan-Turbine, die einst den gesamten Maschinenpark der Bucher & Co AG mit Strom versorgte. Nach der Stilllegung der Wollzwirnerei wurde die Energie im Quartier verbraucht beziehungsweise ins Netz der städtischen Localnet AG eingespeist. Weil die 70-jährige Anlage sanierungsbedürftig war und Öl aus der Maschine leckte, wurde sie ausser Betrieb gesetzt.

Ab Mitte Juli am Netz

Gestern wurde die neue 4,6 Tonnen schwere und 200'000 Franken teure Kaplan-Turbine vom deutschen Hersteller Watec an die Polieregasse geliefert und dort mit einem Spezialkran der Bolzli Transport AG in Millimeterarbeit vor die Energiezentrale gehievt. Um das Hightechprodukt ins Turbinenhaus ziehen zu können, musste die Eingangstüre auf jeder Seite um etwa zwei Zentimeter verbreitert werden.

Weil das Laufrad der alten Turbine einen geringeren Durchmesser hatte und auch die Einlaufspirale für das Wasser kleiner dimensioniert war, waren bauliche Massnahmen nötig. Kraftwerksingenieur Peter Eichenberger geht davon aus, dass in einem Monat die ersten Betriebsversuche beginnen können. Danach soll die neue Anlage ans Netz gehen. Die Energie werde zu 100 Prozent an die nationale Netzgesellschaft Swissgrid verkauft. Aufgrund der resultierenden Strommenge wird dann die KEV an die Kraftwerkbetreiberin ausgerichtet.

Besserer Wirkungsgrad

Erstaunlich ist, dass der Wirkungsgrad der neuen Kaplan-Turbine nur maximal 2 Prozent besser ist als jener der vor mehr als 70 Jahren konstruierten Anlage. Den Unterschied macht jedoch der neue Generator aus. Dieser hat einen Wirkungsgrad von rund 96 Prozent, was einem Plus von 6 bis 7 Prozent entspricht.

Die Maximalleistung der Turbine kann damit von 44 auf 50 Kilowatt erhöht werden. Bei der neuen Turbinenanlage wird mit einer Lebensdauer von 40 Jahren gerechnet. Projektleiter Peter Eichenberger, der in Burgdorf weitere Kleinwasserkraftwerke à jour gebracht hat, geht von einer Jahresproduktion von etwa 300 000 Kilowattstunden aus. Damit können rund 70 Haushaltungen mit Strom versorgt werden.

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