Über 3 Millionen besser als budgetiert

Langnau

Der neue Langnauer Gemeindepräsident Walter Sutter konnte ein grandioses Rechnungsergebnis präsentieren. Grund sind hohe Steuereinnahmen.

Das Rechnungsergebnis sorgt für gute Laune bei Walter Sutter, Johann Sommer und Finanzverwalter Hans Rudolf Hess (von links).<p class='credit'>(Bild: Daniel Fuchs)</p>

Das Rechnungsergebnis sorgt für gute Laune bei Walter Sutter, Johann Sommer und Finanzverwalter Hans Rudolf Hess (von links).

(Bild: Daniel Fuchs)

Er wäre wohl nicht darum her­umgekommen, von strahlendstem Sonnenschein und einer grandiosen Fernsicht zu berichten. Aber Langnaus neuer Gemeindepräsident Walter Sutter (SVP) mochte gestern im Gemeindehaus nicht fortführen, was sein Vorgänger Bernhard Antener (SP) bei der Präsentation der Rechnungsergebnisse jeweils tat. Er mochte die finanzielle Situation nicht am Beispiel einer Bergtour veranschaulichen.

«Ich beschränke mich darauf, euch heute mitzuteilen, dass wir ein tolles Rechnungsergebnis präsentieren können», sagte Sutter, als er zur ersten Medienkonferenz begrüsste.

Dank den Steuereinnahmen

Es war dann aber Finanzvorsteher Johann Sommer (FDP), der die Zahlen lieferte. In der alten Zusammensetzung hatte der Gemeinderat für 2017 mit einem ausgeglichenen Budget gerechnet. Die Gemeinde Langnau setzt jeweils rund 50 Millionen Franken um. Das Budget 2017 hätte einen bescheidenen Gewinn von 231 000 Franken vorgesehen. Doch musste der Gemeinderat diesen Betrag von Gesetzes wegen den finanzpolitischen Reserven zuweisen.

In Tat und Wahrheit konnte diese Reserve Ende 2017 nun aber mit mehr als einer Million Franken geäufnet werden. Denn die Rechnung schloss um 3,2 Millionen Franken besser ab, als diese budgetiert worden war. Nachdem in vorgeschriebenem Mass Geld zur Seite gelegt war, resultierte immer noch ein Gewinn von über 2,3 Millionen Franken, der dem Eigenkapital gutgeschrieben werden konnte.

«Fast unwirklich»

Johann Sommer begründete das hervorragende Ergebnis einerseits mit der «sehr disziplinierten Haushaltführung», die dafür gesorgt habe, dass bei den Ausgaben keine Überraschungen eingetreten seien. Vor allem aber profitierte die Gemeinde von ausserordentlich hohen Steuererträgen. Bei den natürlichen Personen stiegen diese gegenüber dem Budget um rund eine halbe Million Franken, was Sommer zumindest teilweise mit dem Be­völkerungszuwachs begründete. «Fast unwirklich» präsentierte sich dem Finanzvorsteher aber die Zunahme bei den juristischen Personen.

Hatte man 2016 schon von einer aussergewöhnlichen Situation gesprochen, als 2,3 Millionen Franken eingingen, stieg diese Zahl nun gar auf 3,9 Millionen Franken. Aber auch die Vermögensgewinnsteuern fielen um 600 000 Franken höher aus, als seinerzeit angenommen worden war. Vielleicht sei man beim Budgetieren «eher defensiv» vorgegangen, räumte Sommer ein. Aber gerade bei den juristischen Personen bestehe immer ein gewisses Risiko, dass die Einnahmen wieder sinken könnten. «Sie haben gestalterische Möglichkeiten, können Planspiele machen und Gewinne verschieben.»

Vor grossen Investitionen

Walter Sutter versicherte, der Gemeinderat werde trotz des freudigen Ergebnisses nicht übermütig werden. Johann Sommer hielt fest, dass der Entscheid, die Sporthalle im Oberfeld zu bauen, angesichts der aktuellen Zahlen gerechtfertigt sei. Denn dank diesen konnte die Gemeinde ihre Eigenkapitalbasis wesentlich verbessern. Betrug das Eigenkapital 2012 noch gut 5 Millionen Franken, wuchs es bis Ende 2017 auf fast 12 Millionen an.

Die Nettoinvestitionen betrugen letztes Jahr allerdings nur knapp 4 Millionen Franken. Das wird sich mit dem Bau der Sporthalle in den nächsten Jahren ­ändern. Die mittel- und langfristigen Schulden der Gemeinde Langnau werden wieder steigen. Ende 2017 lagen sie mit 18 Millionen Franken «auf einem historischen Tief», wie Sommer gestern sagte.

Berner Zeitung

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