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Von der thailändischen Urlaubsinsel ins Emmentaler Skigebiet

Viele Jahre ­wirteten Thomas und Sao Salathé im thailändischen ­Ferienparadies Phuket. Seit einem Monat schwingen sie nun den Kochlöffel im Gasthof Rosegg, neben der Piste der Skilifte Bumbach.

Sie hoffen auf etwas mehr Betrieb im Gasthof: Sao Salathé mit Sohn Benjamin, Benjamin Saladin, Whity und Thomas Salathé (von links).
Sie hoffen auf etwas mehr Betrieb im Gasthof: Sao Salathé mit Sohn Benjamin, Benjamin Saladin, Whity und Thomas Salathé (von links).
Daniel Fuchs

«Gasthof Rosegg, Salathé, Grie-zi», tönt es aus dem Telefonhörer. Spätestens beim letzten Wort merkt man, dass die tiefe Stimme einem Basler gehört. Thomas Salathé führt seit dem 1. September gemeinsam mit seiner Frau Sao und dem Juniorpartner Benjamin Saladin die Rosegg. Sie sind die Nachfolger von Daniel Rüegsegger, der im Frühling nach zwölf Jahren den Pachtvertrag kündigte, um in Oberburg das Restaurant Steingrube zu übernehmen.

Sie lieben die Ruhe

Er sei von Beat Glanzmann, dem Liegenschaftsbesitzer, angefragt worden, ob er das Restaurant führen möchte, erzählt Salathé. «Als wir zur Besichtigung nach Bumbach kamen, war der Himmel strahlend blau, der Hohgant zum Greifen nah.» Die Landschaft hätte es seiner Familie und ihm sofort angetan. Nicht zuletzt weil er mit seiner Frau und den beiden Kindern die letzten Monate nahe der Stadt Basel lebte. «Uns gefällt die Ruhe hier.» Dennoch, ein bisschen mehr Rummel, vor allem in der Gaststube, wäre wünschenswert. Das Fazit nach einem Monat fällt mittelmässig aus: «Es dürfte noch besser laufen.» Wohl müsse es sich noch herumsprechen, dass es nach der Schliessung im Frühling nun weitergehe, sagt der gebürtige Basler.

Trotz durchzogener Bilanz, blauäugig hat der gelernte Koch und Kaufmann den Pachtvertrag nicht unterzeichnet. Er wusste, dass rund zwei Drittel des Umsatzes im Winter erzielt werden. Dies, weil der Gasthof direkt neben den Skiliften Bumbach steht. Und wenn die ersten Schneeflocken fallen, will er die Menükarte mit günstigen Winter-Familienangeboten erweitern. «Damit die Eltern während oder nach dem Skifahren bei uns einkehren», sagt er.

Doch auch ohne Winterangebot steht bereits eine Vielzahl an Gerichten auf der Karte. Die Pächter setzen auf Schweizer Küche und thailändische Spezialitäten. «Die Thai-Speisen werden originalgetreu zubereitet, und nebst Tellerservice gibt es regelmässig auch thailändische Buffets», erläutert Salathé. Das Wirten ist für Salathés nicht neu: Gemeinsam führte das Ehepaar viele Jahre in Phuket ein Restaurant und eine Bäckerei. Ausgewandert auf die sonnige Urlaubsinsel ist Thomas Salathé im Jahre 2007. Seine jetzige Frau war damals noch seine Freundin, und eigentlich sahen sie ihre ­gemeinsame Zukunft in der Schweiz. Zumal er als Grenzwächter in Basel ein sicheres Einkommen hatte.

Doch dann musste er sich einer Operation am Bauch unterziehen, «und ich habe den Spitalkäfer eingefangen». Ein weiterer chirurgischer Eingriff brachte keinen Erfolg, die Bauchdecke riss erneut. Die Arbeit beim Zoll sei nicht mehr möglich gewesen, ein Faustschlag in die Magengegend hätte ihn in Lebensgefahr bringen können, erzählt Salathé. Da habe er den Bettel hingeschmissen und sei zu seiner Freundin nach Thailand gezogen.

Die Operation

Doch rund zehn Jahre später hat sich sein Zustand erneut drastisch verschlechtert, eine Operation ist unumgänglich. «Dies ist auch der Grund, wieso wir in die Schweiz kamen», sagt Salathé. Demnächst wird er in einem Spital in Basel operiert werden. Mit dem Eingriff erhofft sich der Familienvater wieder mehr Lebensqualität. Und dass er seine Frau danach in der Küche unterstützen und seine Pläne für das gemeinsame Restaurant realisieren kann.

Die Töfftreffen

Ihm schwebt nämlich vor, im nächsten Jahr regelmässig Töfftreffen zu organisieren. Und noch ein weiteres Ziel strebt der Wirt an: das Vertrauen der Schangnauer Bevölkerung zu gewinnen. Denn diese sei ihm gegenüber doch eher zurückhaltend, sagt Thomas Salathé.

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