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Wenn nicht nur die Goals zählen

Bereits zum 43. Mal fand in Trubschachen ein Grümpelturnier statt. Über 50 Mannschaften nahmen teil. Beim Anlass ging es nicht allein ums Fussballspielen, auch die Geselligkeit war ein wichtiger Faktor.

Der Samstag des Grümpelturniers in Bewegtbild. Video: Jacqueline Graber

Sie sind vom Aussterben bedroht: die Grümpelturniere. Gab es im Emmental einst in Zollbrück und Langnau die sportlichen Anlässe, ist mittlerweile der FC Trubschachen ringsum der einzige Verein, der den Aufwand auf sich nimmt. Und das heuer bereits zum 43. Mal. Angemeldet haben sich über 50 teilweise bunt zusammengewürfelte Gruppen, mit kreativen Namen wie Onkelz on Tour, Stiftung Wadentest, Huder Gretänä oder Rostocker Robben.

Gespielt wird während zweier Tage in vier Kategorien: Plausch, Sie + Er, Schülerturnier und die Regionalteams. Letztgenannte Gruppe kann man wohl als Höhepunkt des Anlasses betiteln. Hier gehen auch die jungen Männer des SC Santana an den Start. Der Sportclub aus Wolhusen/Steinhuserberg ist jährlich an vier bis fünf Anlässen anzutreffen. «Wir organisieren auch jeweils selbst einen, heuer am 20. Juli», macht Mitglied Lukas Bucher Werbung in eigener Sache. Es ist jedoch das erste Mal, dass die Entlebucher in Trubschachen mitmachen, denn auch im Kanton Luzern gebe es immer weniger Grümpelturniere, so Bucher.

Der Entlebucher Sportclub Santana (gelbe Westen)  traf im ersten Match auf die Thuner Bau AG.
Der Entlebucher Sportclub Santana (gelbe Westen) traf im ersten Match auf die Thuner Bau AG.
Thomas Peter
Am Grümpelturnier geht es nicht nur um Sport, auch die Geselligkeit ist ein wichtiger Faktor.
Am Grümpelturnier geht es nicht nur um Sport, auch die Geselligkeit ist ein wichtiger Faktor.
Thomas Peter
Der FC Santana landete nicht auf den vorderen Plätzen. Aber das spielt am Grümpelturnier keine grosse Rolle.
Der FC Santana landete nicht auf den vorderen Plätzen. Aber das spielt am Grümpelturnier keine grosse Rolle.
Thomas Peter
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Banger Moment

Der erste Gegner des SC Santana ist die Thuner Bau AG. Jeweils fünf Spieler plus Goalie sind pro Mannschaft im Einsatz. Das Spiel ist dynamisch. «Schiess jetzt» und «Achtung, pass auf», tönt es vom Spielfeldrand her. Doch da, plötzlich ein banger Moment. Lukas Bucher liegt am Boden, er hält sich die Wade. Es kommt zu einem Spielerwechsel, und Bucher humpelt vom Platz. Zum Glück kann er sich den Gang zum Samariterposten ersparen, die Schmerzen sind bald versurrt.

Nur Däumchendrehen können die beiden Mitglieder des Samaritervereins Langnau, Hans Grossmann und Celiné Blaser, trotzdem nicht. Bis zum späteren Samstagnachmittag gilt es eine Blase, einige Schürfungen, Prellungen und Verstauchungen zu behandeln. Das langjährige Vereinsmitglied Grossmann erzählt, dass es früher oft schlimmere Verletzungen an Grümpelturnieren gegeben habe. «Heute sind die Leute sportlicher und gut trainiert, das war vor einigen Jahren weniger der Fall.»

Alles offen

Der Match SC Santana gegen Thuner Bau AG neigt sich dem Ende zu, beide Mannschaften hatten ungenutzte Torchancen. Dann der Schlusspfiff, das Spiel endet mit einem null zu null. «So war das nicht geplant», murmelt ein Santana-Spieler. Doch das Resultat kann der guten Laune der elf jungen Männer nichts anhaben. Lachend verlassen sie die Spielzone und marschieren in Richtung Festzelt.

Auch Florian Gerber vom Team Schwitter Bau gönnt sich hier in der Pause ein kühles Getränk. Seine Mannschaft besteht praktisch aus Arbeitskollegen, «wir haben nur drei eingekauft», sagt er und lacht. Die Schwitters kicken unter dem Jahr nie gemeinsam den Ball. «Wir haben uns vor dem ersten Match ein wenig eingespielt», so Gerber. Das erste Spiel gegen das Team Bern Bahnhof endete mit einem Unentschieden. Noch ist alles offen, und Gerber hofft wie im letzten Jahr auf den Turniersieg.

Ein Sommerfest

Voller Zuversicht kehren auch die Männer des SC Santana aus der Pause zurück. Der zweite Gegner ist das Team Arguru, diese Mannschaft besteht vorwiegend aus Jugendlichen. Kurz nach dem Anpfiff fällt das erste Tor. Dann geht es Schlag auf Schlag, und nach Ende der 12-minütigen Spielzeit steht es 8 zu 0 für die Entlebucher. Erneut folgt eine Pause, erneut heisst es für die Santana-Männer «im Festzelt eine gah näh». Denn schliesslich geht es an einem Grümpelturnier nicht nur um Sport, auch die Geselligkeit ist ein wichtiger Faktor.

Das weiss auch Reto Röthlisberger, langjähriger OK-Präsident des Grümpelturniers Trubschachen. «Die Leute haben Spass am Fussballspielen, und sie geniessen im gleichen Masse das Beisammensein.» Das sei auch der Grund, wieso jedes Jahr um die 50 Mannschaften mitmachen würden. Und nicht nur das: Das Grümpelturnier hat sich längst zu einem Dorf-Sommerfest entwickelt. Spätestens am Abend, wenn die Musik aufspielt, zieht es auch die Nichtfussballer ins Festzelt.

Die letztjährigen Sieger von Schwitter Bau landeten am Ende auf Platz 3. Der SC Santana wurde ein bisschen weiter hinten platziert. Hängende Köpfe sieht man im Festzelt keine. Die Rangliste spielt an diesem Grümpelturnier nur eine untergeordnete Rolle.

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