Wie viel darf es kosten?

Melchnau

Für das Projekt «Mehrzweckhalle» liegen sechs Varianten vor. Egal, welche es wird: Ohne Steuererhöhung geht es nicht.

<b>Die favorisierte Lösung:</b> Anbau Süd für Tagesschule, Sanierung der Mehrzweckhalle. Die Turnhalle könnte später neu gebaut werden. Der Gemeinderat spricht sich für diese Variante aus.

Die favorisierte Lösung: Anbau Süd für Tagesschule, Sanierung der Mehrzweckhalle. Die Turnhalle könnte später neu gebaut werden. Der Gemeinderat spricht sich für diese Variante aus.

(Bild: zvg)

Erweiterung und Sanierung der bestehenden Mehrzweck­halle oder gar der Neubau einer Turnhalle sind in Melchnau seit Jahren ein Thema. Am 12. Juni 2017 war das Projekt «Mehrzweckhalle» einmal mehr zurückgewiesen worden. Eine daraufhin gegründete 18-köpfige Arbeitsgruppe unter der Leitung von Irene Leuenberger erarbeitete, begleitet von Daniel Ott von Baderpartner AG in Solothurn, sechs Grundsatzvarianten aus, die am Freitagabend der interessierten Bevölkerung in der Turnhalle vorgestellt wurden.

Steuerbelastung wird steigen

Daniel Ott präsentierte die sechs Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen (siehe Kasten). Gemeinderätin Susanne Kratochvil (Freie Wähler) führte die finanziellen Auswirkungen vor Augen. Im Finanzplan 2017–2022 ist die Mehrzweckhalle mit Investitionen von 2,8 Millionen Franken eingesetzt. Wie sich nun zeigt, wird dieser Betrag nicht ausreichen. Eine Erhöhung der Steueranlage wird auch beim kostengünstigsten Projekt unabwendbar sein.

«Bereits heute ist der Finanzplan knapp tragbar», betonte Kratochvil. Heute beträgt das Eigenkapital von Melchnau 1,789 Millionen Franken. «Ende Prognosezeitraum (2022) beträgt es noch 871 000 Franken», so die Gemeinderätin zum aktuellen ­Finanzplan.

Mit dem kostengünstigsten Projekt 1 wird 2023 eine Steueranlage von 1,85 (heute 1,74) prognostiziert, mit der teuersten Variante 5 würde die Steueranlage gar auf 1,96 Einheiten steigen. «Wir sind jetzt schon über dem Durchschnitt. Mit einer neuen Turnhalle würde die Steuerbelastung noch höher», erklärte Kratochvil. Die höchste Anlage im Oberaargau beträgt 2 Steuereinheiten, der Durchschnitt liegt bei 1,64.

Die Finanzen im Auge

Der Gemeinderat wird an der Gemeindeversammlung die kostengünstigste Variante 1 für 3,35 Millionen Franken beantragen. «Sie deckt die Bedürfnisse der Schule und vieler Vereine ab, der Mehrzweckraum kann mehrfach genutzt werden, und eine Etappierung ist möglich», begründete Gemeinderätin Therese Fink (FDP) die Wahl. Die jährlichen Folgekosten würden die Rechnung über 25 Jahre mit 179 000 Franken belasten. Bei dieser Variante sei eine Steuererhöhung auf 1,85 Steuereinheiten knapp vertretbar. Die Varianten 2 bis 6 würden die Finanzen zu sehr strapazieren.

Für die nächste Generation

Die Arbeitsgruppe favorisiert Projekt 4 mit dem Bau einer neuen Normturnhalle für 5,175 Millionen Franken. «Es ist eine Variante für die nächste Generation, eine nachhaltige Investition, der Pausenplatz und der Parkplatz werden nicht verbaut, die Werkräume werden grösser und die Tagesschule, die Schule und die Ver­eine hätten einen attraktiven Mehrzweckraum», so Irene Leuenberger. Zudem sei ein Sportfondsbeitrag von 400 000 Franken zu erwarten. Allerdings dürfte bei dieser Variante die Steueranlage 2023 auf 1,91 Einheiten steigen. Die jährlichen Folge­kosten belasten die Rechnung während 25 Jahren mit 279 000 Franken.

In der Diskussion war vor allem die Finanzierbarkeit der Projekte ein Thema. Susanne Kratochvil gab zu bedenken, dass in Melchnau, z. B. mit den Hochwasserschutzmassnahmen, grosse Projekte anstehen und die Entwicklung der Einnahmen, auch wegen der Unternehmenssteuerreform IV, unsicher ist.

In ihren Schlussworten betonte Irene Leuenberger, dass nun die Stimmberechtigten gefordert seien, sich bis zur Gemeindeversammlung eine Meinung zu bilden. Zudem lud sie zum offenen Austausch unter dem Thema «Lust & Frust MZH Melchnau» am 5. Mai, ab 16 Uhr auf dem Schulhausplatz, ein.

Alle Variantensind einsehbar unter www.mzh-­melchnau.com

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