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«Win-win-Situation war das Ziel»

Annette Wisler Albrecht ist überzeugt, dass die neue Pensionskasse für das Burgdorfer Stadtpersonal Vorteile hat.

Ob ­die Steuerzahler ungeschoren davonkommen werden, kann die stellvertretende Stadtpräsidentin Annette Wisler Albrecht nicht sagen.
Ob ­die Steuerzahler ungeschoren davonkommen werden, kann die stellvertretende Stadtpräsidentin Annette Wisler Albrecht nicht sagen.
zvg

Was ändert sich für die Versicherten der Stadt Burgdorf mit dem Wechsel der Pensionskasse ab 1. Januar 2019?Annette Wisler Albrecht: Ändern werden sich die Beiträge und die Leistungen. Für die Versicherten und für die Stadt werden die Beiträge höher werden. Die Leistungen werden künftig geringer sein, aber nicht so tief, wie sie bei der PRE gewesen wären. Nur wer noch in diesem Jahr in Pension geht, wird in den Genuss der ­bisherigen, höheren Renten kommen.

Wer wird von der neuen Lösung profitieren? Wir versuchten eine Win-win-Situation zu erreichen: Die Versicherten sollen nicht so hohe Einbussen erleiden, wie man dies nach der Senkung des Umwandlungssatzes zuerst befürchtet hatte. Auf der anderen Seite sollen die Steuerzahler der Stadt möglichst kein Loch in der Pensionskasse stopfen müssen. Der Gemeinderat ist überzeugt, dass mit dem Wechsel zur Pensionskasse SHP nicht nur eine sichere, sondern auch nachhaltige Lösung gefunden werden konnte.

Der Steuerzahler wird also noch zur Kasse gebeten. Nicht unbedingt. Wir gehen davon aus, dass die Aktiven der ­Personalvorsorgestiftung Region Emmental (PRE) ausreichen werden dafür, den Verpflichtungen gegenüber den Versicherten nachzukommen und so den Wechsel zur Pensionskasse SHP ohne Altlasten vollziehen zu können. Dann kostet es den Steuerzahler nichts. Es ist sogar möglich, dass bei der Liquidation der PRE ein Überschuss resultiert.

Verlierer werden jene Stadt­angestellten sein, die ab 2019 in Pension gehen. Die Senkung des Umwandlungssatzes wird sich tatsächlich negativ auf die Renten auswirken. Deshalb haben sich einige Mitarbeiter entschieden, vorzeitig, also noch in diesem Jahr, in Pension zu gehen. Die langfristige Entwicklung der Renten kann wohl niemand präzis voraussagen. Die Pensionskasse SHP hat jedenfalls eine höhere Verzinsung des Sparkapitals versprochen als die PRE.

Moniert wurde, dass als Folge des Wechsels zur Pensionskasse SHP die Personalvorsorgestiftung PRE ihre Liegenschaften verkaufen muss. Der Verkaufserlös wird sich positiv auf die Liquidationsabrechnung auswirken. Denn gibt es einen Überschuss, wird dieser auf die Versicherten aufgeteilt. Von einem höheren Erlös werden also die Versicherten und die Steuerzahler profitieren. Aber, und das kann für die Mieterinnen und Mieter schmerzlich sein, die Mietzinse könnten steigen, wenn der neue Eigentümer eine höhere Rendite anstrebt.

Unzufrieden ist auch der Stadtrat, weil er zum Wechsel der Pensionskasse nichts zu sagen hatte, sondern diesen höchstens in ablehnendem Sinn zur Kenntnis hätte nehmen können. Diesen Unmut verstehe ich, da ich auch einmal Legislativpolitikerin war. Man liebt es nicht, einen Bericht vorgelegt zu bekommen und nichts dazu sagen zu können. Der Gemeinderat musste in dieser Sache selber entscheiden, weil dies in der Gemeindeordnung so geregelt ist.

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