Zum Hauptinhalt springen

«Wir haben das Tor zum Emmental verschoben»

200 Personen beobachteten, wie vor der Zimmerei Kühni eine 20 Tonnen schwere Holzbrücke in der Luft hing und schliesslich zwischen zwei Gebäuden festgemacht wurde.

Mit einem Kran wird die Brücke über der Hauptstrasse in Stellung gebracht. Fotos:Adrian Moser
Mit einem Kran wird die Brücke über der Hauptstrasse in Stellung gebracht. Fotos:Adrian Moser

Ein grüner Kran ragt in den Himmel. Davor sind rote, grüne und blaue Regenschirme zu erkennen.Autos dürfen auf der Kantonsstrasse zwischen Ramsei und Lützelflüh ausnahmsweise keine fahren.«Jetzt ist es endlich einmal ruhig», sagt ein Passant und geht die Strasse hinunter. Dort haben sich zwischen der Holzbaufirma Kühni AG und dem Rohbau vis-à-vis etwa 200 Personen versammelt.

«Es sind mehr Leute hier als wir Einwohner haben», sagt ein Anwohner und lacht. Er erklärt: «Was wir heute zu sehen bekommen, gibt es bei uns im Dorf nicht jeden Tag.» Was der Mann wohl damit meint, ist die 20 Meter lange Holzbrücke, die bald durch die Luft schwebt. Ein Kran muss die Konstruktion aus Tannen- und Fichtenholz hochheben. Die Passerelle wiegt nämlich 20 Tonnen.

Einzige Lösung

Unter den Zuschauern fallen eine Handvoll Männer auf, die orange leuchtende Westen tragen. Einer von ihnen ist Ernst Kühni, Verwaltungsrat und Geschäftsleitungsmitglied der Kühni AG. «Ich habe Freude,ist die Holzbrücke endlich da», sagt er. Vor vier Jahren kaufte die Firma das Areal der ehemaligen Gärtnerei Schöni, um unter anderem Büros, Schulungszimmer und Ausstellungsräume zu schaffen.Das Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Mit über 150 Angestellten ist Kühni einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Gemeinde.

Scheinen der Sache nicht ganz zu trauen: Rund 200 Personen haben den Weg zum Brückenschlag gefunden.
Scheinen der Sache nicht ganz zu trauen: Rund 200 Personen haben den Weg zum Brückenschlag gefunden.

Weil das erworbene Grundstück gegenüber durch die Kantonsstrasse vom Hauptgebäude abgetrennt ist, braucht es eine Verbindung. «Wir wollen möglichst kurze Wege», sagt Kühni. Eine Unterführung mussten die Verantwortlichen wegen des Grundwasserschutzes ausschliessen. Ein Fussgängerstreifen kam auch nicht infrage, weil es dafür eine zusätzliche Insel gebraucht hätte. «Eine Brücke ist die einzig gute Lösung», so Kühni. Sein Bruder Ulrich Kühni steht neben ihm und sagt stolz: «Eine solche Konstruktion gibt es weit und breit nicht.» Im Volksmund wird Burgdorf als Tor zum Emmental bezeichnet. «Nun haben wir das ein bisschen verschoben», sagt Kühni und schmunzelt.

Es muss haargenau passen

Ein Jugendlicher spaziert vorbei und beisst in eine Bratwurst. Die Verwaltungsräte verschwinden aufs Dach. «Da ist sie endlich», sagt eine Frau und nimmt die Kamera hervor. Später als geplant hängt die Holzbrücke nun in der Luft. Die Konstruktion ist auf allen Seiten schräg, weil sie einerseits den Höhenunterschied der beiden Gebäude ausgleicht und andererseits auf einer Seite breiter ist.

Stehen im Regen: Die Arbeiter hatten länger, als geplant.
Stehen im Regen: Die Arbeiter hatten länger, als geplant.

Die Arbeiter auf dem Gerüst rufen sich zu und machen Handzeichen. «Die Brücke muss haargenau dazwischenpassen», meint eine Zuschauerin. Langsam bewegt sich die Konstruktion und wird schliesslich gesenkt. Mehrere Arbeiter schweissen sie an.

Das ganze Projekt kostet die Firma gut 3,5 Millionen Franken. Der Betrag könnte laut Geschäftsleitung noch steigen.Wenn alles nach Plan verläuft, feiert Kühni in einem Jahr das Eröffnungsfest. Doch die Arbeiten haben sie nach hinten verschoben. «Das ist normal», sagt Kühni gelassen. «Die Kunden haben Vorrang, weshalb nicht viele Leute auf unserer Baustelle waren.» Zudem spielt das Wetter manchmal einen Streich. Bei Regen müssen die Arbeiter den Rohbau zusätzlich abdecken. Auch an diesem Abend haben sie noch zu tun.

Jetzt hält sie: Noch bis in die Nacht hinein waren die Arbeiter beschäftigt.
Jetzt hält sie: Noch bis in die Nacht hinein waren die Arbeiter beschäftigt.

Weitere Beiträge aus der Region Emmental

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch