Endspurt beim Hochwasserschutz

Leissigen

Diskussionslos genehmigte die Versammlung der Schwellenkorporation den Kredit über 5,75 Millionen Franken für den Hochwasserschutz am Griesbach.

Der Geschiebesammler wird so vergrössert, dass er bis zu 25000 Kubikmeter Material fassen kann (Archivbild).

Der Geschiebesammler wird so vergrössert, dass er bis zu 25000 Kubikmeter Material fassen kann (Archivbild).

(Bild: Fritz Lehmann)

1969 richteten die fünf Leissiger Gräben grosse Verwüstungen im Dorf an. Seither hat die Schwellenkorporation viel in den Hochwasserschutz investiert. Unter anderem wurden in den Gräben über dem Dorf und über den wichtigen Verkehrswegen der Reihe nach Geschiebesammler gebaut und in den letzten Jahren vergrössert.

Nach den Gräben, die sich mitten durch das Dorf Leissigen ziehen, und dem Eybach im Osten ist nun als Letztes der Griesbach an der Reihe. Dieser entsteht über dem westlichen Dorfteil aus dem Zusammenfluss von Chrüz- und Neuriedgraben.

Der Geschiebesammler wird so vergrössert, dass er bis zu 25000 Kubikmeter Material fassen kann. Mit dem Projekt sollen die letzten roten Zonen aus der Leissiger Gefahrenkarte verschwinden.

Finanziell vorgesorgt

Eine Einsprache konnte nach der öffentlichen Auflage Ende 2018 durch eine geringfügige Änderung erledigt werden, und auch die Ämter haben für das Projekt grünes Licht gegeben, wie Schwelli-Präsident Markus Stump erläuterte. Gebaut werden soll im Winter 2020/2021. Von Bund und Kanton werden rund 4,68 Millionen Franken Subventionen erwartet. Der Schwellenkorporation bleiben Kosten von 1,38 Millionen Franken, die sie über fünfzig Jahre abschreiben muss. Im Kredit eingerechnet sei eine Reserve, in der auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer Platz habe, antwortete Markus Stump auf eine Frage aus der Versammlung. Diese genehmigte den Verpflichtungskredit einstimmig.

Vor allem in Hinblick auf den grossen Abschreibungsbedarf nach dem Bau des Griesbachprojekts beschlossen die 21 anwesenden Stimmberechtigten zudem einen Nachkredit von 290 000 Franken für das Jahr 2019, um das Verwaltungsvermögen vor der Umstellung auf die HRM2-Rechnungslegung vollständig abzuschreiben. Das kann sich die Schwelli leisten, da sie über rund 989000 Franken Eigenkapital verfügt, wie Sekretär Daniel Steuri erklärte. Als Vorbereitung auf HRM2 genehmigte die Versammlung eine Aktivierungsgrenze von 25000 Franken für Investitionen – das heisst, kleinere Investitionen werden über die laufende Rechnung verbucht.

Gute Zahlen

Ja sagten die Stimmberechtigten auch zur Rechnung 2018, die nach Abschreibungen von 31000 Franken mit 36159 Franken Gewinn abschloss, und zum Budget 2020, das einen Ertragsüberschuss von 64450 Franken vorsieht. Als wichtigste Gründe für die guten Zahlen nannte Präsident Stump zum einen die rege Bautätigkeit, die mehr Schwellentellen-Zahler nach Leissigen bringt; zum andern führt die Pause zwischen den grossen Hochwasserschutzprojekten zu tieferen Ausgaben.

Gutgeheissen wurde auch der unveränderte Satz der Schwellentelle von 0,4 Promille des amtlichen Liegenschaftswertes. Zum Schluss orientierte der Präsident, dass die Schwellenkorporation mit BLS, Astra und kantonalem Tiefbauamt über einen Kostenteiler für die Leerung des Eybach-Geschiebesammlers verhandelt, für den es bisher noch keine solche Vereinbarung gibt.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt