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Energieanfall nach Stromunterbruch

eishockeyDie Schweizer Nationalmannschaft hat zum WM-Auftakt eine schlechte Leistung gezeigt. Dank Glück, unerwarteter Hilfe von aussen und Julien Vauclairs Tor blieb das Team Sean Simpsons gegen Frankreich dennoch siegreich (1:0).

Endlich, nach über 61 Spielminuten helvetischen Leerlaufs, setzte sich doch noch ein Spieler gewinnbringend in Szene. Verteidiger Julien Vauclair übernahm den Puck in der eigenen Zone, umlief den kompletten französischen Block, düpierte Torhüter Cristobal Huet und sicherte der Schweiz mit diesem Sololauf in der Verlängerung den 1:0-Erfolg. «Ein Highlight», sollte Nationaltrainer Sean Simpson später sagen. Präziser formuliert war es nicht ein, sondern das einzige Highlight aus Schweizer Sicht im WM-Auftaktspiel. Der Aussenseiter aus Frankreich hatte über weite Strecken die agilere, willigere, schlicht bessere Equipe gestellt. «Viele Führungsspieler haben die Leistung nicht gebracht», sagte Simpson. Ohne Gerber und Déruns Während der ersten beiden Drittel spielte die Schweizer Auswahl so schlecht wie noch nie unter der Ägide Simpsons. In unschöner Regelmässigkeit kamen die Franzosen zu Grosschancen, ermöglicht durch katastrophale Unzulänglichkeiten der Schweizer Abwehrspieler. Beat Gerber, ein Ausbund defensiver Verlässlichkeit, dürfte das Treiben von der Tribüne mit gemischten Gefühlen verfolgt haben. Der Berner wurde für die Vorrunde wie der angeschlagene Thomas Déruns und Daniel Rubin vorerst nicht selektioniert. Sean Simpson hat sein Vorrundenkontingent indes nicht ausgeschöpft und könnte noch einen Akteur nachmelden. Mit Yannick Weber (Montreal) führte der Nationaltrainer gestern ein weiteres Gespräch. Ob der Berner Verteidiger tatsächlich noch nach Kosice reist, dürfte heute Vormittag geklärt sein. Simpson wollte sich im Anschluss an die Begegnung gegen Frankreich diesbezüglich nicht festlegen. Willkommener Unterbruch Nachdem im dritten Drittel der französische Captain Laurent Meunier und Julien Desrosiers neuerlich beste Tormöglichkeiten nicht verwertet hatten, war es in der Steel-Arena von Kosice um 17.50 Uhr Ortszeit plötzlich dunkel. Ein Stromunterbruch verunmöglichte während elf Minuten die Fortsetzung der Partie. Aus Schweizer Sicht war dies der einzige sinnvolle «Blackout» des Nachmittags, agierten Simpsons Schützlinge nach der ungeplanten Pause doch mit deutlich mehr Energie und Entschlossenheit. «Ich muss demjenigen, der den Stecker rausgezogen hat, einen Dank aussprechen», sagte der Kanadier schmunzelnd. Pleiten, Pech und Pannen Derweil Simpsons Team dank Vauclairs Energieanfall in der Verlängerung mit zwei Punkten fürstlich entlöhnt wurde, haderten die Franzosen mit sich und dem Schicksal. «Unsere Chancenauswertung war schlecht. Zuweilen hatten wir aber auch Pech», meinte Meunier. Nach dem 0:1 müssen die Franzosen ihren WM-Start definitiv unter «Pleiten, Pech und Pannen» ad acta legen – wegen einer Fehlbuchung seitens des französischen Verbands war die Auswahl bei der Anreise nämlich nicht in Kosice, sondern im 300 Kilometer vom anvisierten Ziel entfernten Krakau (Polen) gelandet. Per Bus kam die Equipe tricolore schliesslich verspätet am WM-Spielort an und verpasste prompt die erste Trainingseinheit. Während sich Frankreich morgen mit dem Titelanwärter Kanada misst, trifft die Schweiz im zweiten Spiel auf Weissrussland. «Wir müssen uns deutlich steigern», erklärte Sean Simpson. Noch einmal dürfte der Schweiz bei ungünstigem Spielverlauf nicht mehr der Zufall zu Hilfe eilen. Reto Kirchhofer, Kosice>

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