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Energie-Label trotz schärferen Vorgaben

LangenthalBereits zum vierten Mal erhielt Langenthal gestern das Label Energiestadt überreicht. Einfacher war dies aber keineswegs: Es zählen nicht beschlossene, sondern tatsächlich neu realisierte Massnahmen und verschärfte Bestimmungen.

284 Schweizer Gemeinden und Städte mit total 3,6 Millionen Einwohnern tragen das Label Energiestadt Schweiz. Eine davon ist Langenthal. Sie liegt im Mittelfeld der Rangliste. Stadtpräsident Thomas Rufener nahms mit Freude zur Kenntnis: «Die Anforderungen steigen ständig – wenn wir nicht am Ball bleiben, würden wir das Label wieder verlieren.» Die für Umweltschutz und Energie zuständige Gemeinderätin Christine Bobst wies darauf hin, dass sich Langenthal bei der Überprüfung im November bereits freiwillig den ab 2012 verschärften neuen Auflagen unterworfen habe. Von den 47 Oberaargauer Gemeinden ist neben Langenthal zurzeit lediglich Herzogenbuchsee mit einem Energiestadt-Label ausgezeichnet. Überreicht wurde die Urkunde in Langenthal gestern durch Robert Horbaty. Er ist Geschäftsführer des Trägervereins Energiestadt. Die letzte UN-Klimakonferenz in Durban habe mit einem dürftigen Resultat geendet, sagte dieser. Städte und Gemeinden dagegen würden mit gutem Beispiel vorangehen und Ziele sowie Strategien verfolgen, welche die nationalen Programme oft deutlich übertreffen. «Städte und Gemeinden handeln schneller und konkreter. Sie politisieren zielführender», erklärte Horbaty. Es zeichne sich ab, dass eine zukunftsfähige Schweizer Energieversorgung dezentral und daher auch kommunal sein werde. Ein Leistungsausweis Das Label Energiestadt ist eine Auszeichnung, welche der Trägerverein in Zusammenarbeit mit Energie Schweiz an Gemeinden und Städte vergibt, die im Bereich Energie und Klimaschutz überdurchschnittliche Anstrengungen unternehmen. Die Auszeichnung soll dafür sorgen, dass weitere Projekte die notwendige politische Akzeptanz erhalten. Das Label lehnt sich an Qualitätsmanagement-Systeme in der Wirtschaft an und ist auch ein Leistungsausweis für die betroffenen Behörden. Alle vier Jahre wird jede Gemeinde überprüft. Das gab Punkte Und welche energiepolitischen Highlights haben der Oberaargauer Metropole das Label diesmal gesichert? Robert Horbaty zählt auf: Leitbild, Grundsätze, Zielvorgaben, Verantwortlichkeiten und Termine seien definiert. Ein Grossteil der im Verkehrskonzept beschlossenen Massnahmen seien umgesetzt. Konkret nannte er die Veloparkierung am Bahnhof. Auch das Gebäudemanagement, die Anwendung des Minergiestandards bei stadteigenen Liegenschaften oder die Dienstleistungen der IBL spielten eine Rolle. Parkplätze und Tempo 30 Pluspunkte gabs ausserdem für die Bewirtschaftung aller öffentlichen Parkplätze und die Tatsache, dass rund 20 Prozent des Siedlungsgebietes mit einer Tempo-30-Zone belegt sind. Die Aufzählung reichte weiter bis zur Arbeitsgruppe Mobilität, zur Subventionierung der Thermografie (Überprüfung von Wärmeverlusten an Gebäuden) und zur Ansiedlung von Solar Industries in Langenthal. Die Stadt habe dieses Land verbilligt verkauft und damit Wirtschaftsförderung betrieben, die überregional wirke. Trotzdem warnte Horbaty: «Auch in einem liberalisierten Umfeld müssen sich die Energieversorger nachhaltig orientieren und ihre Wertschöpfung vor allem mit neuen Produkten und neuen Dienstleistungen steigern.» rgw>

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