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Entführer im Tessin verhaftet

KindesentführungNach der Entführung und dem sexuellen Missbrauch einer 15-Jährigen ist ein 32-jähriger Aargauer von der Polizei am Sonntag im Kanton Tessin verhaftet worden. Er ist geständig.

Die Polizei hat einen Schweizer aus dem Aargau nach der Entführung eines Mädchens im Tessin verhaftet. Mit dem Mädchen war er über das Internet in Kontakt getreten. Die knapp 15-Jährige aus dem Aargau hatte sich während rund 24 Stunden in der Gewalt des Mannes befunden, wie die Kantonspolizei Aargau und die Oberstaatsanwaltschaft gestern vor den Medien in Aarau mitteilten. Der Mann hatte das Mädchen sexuell missbraucht. Die Tessiner Kantonspolizei verhaftete den Mann am Sonntag kurz vor 18 Uhr in der Nähe von Avegno TI. Er hatte sich mit dem Mädchen in einem Auto befunden. Die Polizei befreite das Entführungsopfer. Es gehe ihm «den Umständen entsprechend einigermassen gut», hiess es. Es handle sich um «einen schweren Entführungsfall», sagte Urs Winzenried, Kripo-Chef der Kantonspolizei Aargau. «Dieser Fall hätte durchaus in einem Tötungsdelikt enden können.» Der Verhaftete zeigt gemäss Ermittlungsbehörden psychische Auffälligkeiten. Er habe am Montagmorgen ein umfassendes Geständnis abgelegt, sagte Staatsanwalt Ueli Bruder. Der Mann habe das Mädchen in seiner Wohnung in Wohlen AG gewaltsam festgehalten und sexuell missbraucht. Danach war er mit dem Opfer in einem Firmenauto ins Tessin gefahren. Das Mädchen sass gemäss Polizei gefesselt auf dem Rücksitz. Der Schweizer befindet sich auf Anordnung der Justizbehörden in Untersuchungshaft. Diese wird in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung vollzogen. Der Geständige habe zu Protokoll gegeben, er hätte sich im Laufe des Sonntagnachmittags entschieden, das Mädchen noch am gleichen Abend in den Aargau zurückzubringen, sagte Bruder. Der Mann sei wegen eines Vermögensdeliktes und damit zusammenhängenden Gewalteinwirkungen vorbestraft. Intensive Ermittlungen Die intensiven Ermittlungen der Kantonspolizei hatten am Wochenende bald auf die Spur des Mannes geführt. Dessen Vater im Kanton Zürich machte Angaben zum möglichen Fahrzeug des Entführers. Die Polizei erfuhr, dass die Eltern des Entführers im Kanton Tessin einen Wohnwagen besitzen. Dieser war am Sonntag unbewohnt. Die Tessiner Polizei fahndete in der Umgebung nach dem gesuchten Fahrzeug. Die in der Nähe von Aarau wohnenden Eltern des Mädchens hatten ihre Tochter in der Nacht auf Sonntag bei der Polizei als vermisst gemeldet. Das Mädchen hatte sich am Samstagnachmittag mit dem Mann – wie schon länger abgemacht – getroffen. Der Kontakt war im Internet über eine Plattform für Angebote zur Baby- und Kinderbetreuung erfolgt. Der Mann hatte mit dem Mädchen abgemacht, dass dieses die kleine Tochter der Schwester des Entführers in Wohlen hüten sollte. Opfer und Täter waren bereits vor dem vergangenen Wochenende über das Internet in Kontakt gestanden. Über Mails hätten die beiden während Wochen im Internet Informationen ausgetauscht, sagte Winzenried. Dieser Fall zeige einmal mehr die Gefahren des Internets. Bei der Plattform handle es sich um eine seriöse Vermittlungsfirma. Die Polizei sucht nach jungen Mädchen, die vom Mann ebenfalls kontaktiert worden waren. «Wir gehen davon aus, dass es noch eine grössere Anzahl von Mädchen geben müsste, die in Kontakt standen», sagte Winzenried. Die Polizei veröffentlichte ein Bild des Mannes sowie dessen Namen und Geburtsdatum.sda>

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