Zum Hauptinhalt springen

Entscheidende Minuten näher

Die Feuerwehrkaserne genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr. Der Neubau im Forsthaus sei dringend notwendig. Politik und Feuerwehr erklären, weshalb auch eine teurere Kaserne am 7. März die Zustimmung verdient.

1936 wurde die Feuerwehrkaserne an der Viktoriastrasse 70 eingeweiht, wenn alles rund läuft, bezieht die Berufsfeuerwehr Ende 2013 ein zeitgemässes Domizil. «Vor 70 Jahren rückte sie pro Jahr 150 Mal aus, und in der Kaserne kamen 25 Feuerwehrmänner unter», sagte gestern Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) vor den Medien. «Heute fährt die Berufsfeuerwehr 2500 Einsätze pro Jahr, und das Haus muss 100 Feuerwehrleute beherbergen.» Nur noch jedes zehnte Mal rückt die Feuerwehr wegen Feuer aus, bei rund der Hälfte der Einsätze geht es um nicht minder brenzlige, sogenannte Hilfeleistungen. Ohne die Feuerwehr könnten beispielsweise viele Opfer von Autounfällen nicht aus den Wracks geborgen werden. «Worum es wirklich geht» Nause und Feuerwehrkommandant Franz Bachmann zeigten an einem Mediengespräch auf, «worum es bei der Volksabstimmung vom 7. März 2010 wirklich geht»: Nicht um die wegen spektakulärer Pannen umstrittene Bauherrin des Projekts Stadtbauten Bern, sondern um die Zukunft der Feuerwehr und damit auch um die Sicherheit der Bevölkerung. Denn schon heute kann die Feuerwehr nicht überall innerhalb von zehn Minuten vor Ort sein: «Die Ausrückzeit für den Westen von Bern beläuft sich auf zwölf Minuten», sagt Bachmann. Zur Rettung von Menschen zähle aber jede Minute. Sie entscheiden laut Bachmann über Leben oder Tod, aber insbesondere über das Ausmass von gesundheitlichen Langzeitfolgen. Bei Bränden bedeuteten fünf Minuten Verzug im schlimmsten Fall die vierfache Schadenssumme. Genau diese fünf Minuten sind aber die Differenz zwischen Bümpliz und dem Rest der Stadt. Kein Plan B vorhanden Deshalb sei der Bau der Feuerwehrkaserne dringend nötig, plädieren Bachmann und Nause. Wenn das Stimmvolk Nein sagen würde, stellte dies die Feuerwehr vor grosse Probleme. «Es gibt keinen Plan B», so Nause. «Am ehesten müssten wir dann einen zweiten Stützpunkt im Westen realisieren», fügt Bachmann an. Die Folge wären weiterhin mehrere Standorte – schon jetzt muss bisweilen Material aus fünf Magazinen zusammengezogen werden – und eine Aufstockung des Personals. Der Betrieb wäre weit teurer als im Falle eines Neubaus neben der neuen Kehrichtverbrennungsanlage im Forsthaus. Das Stimmvolk hat bereits zwei Mal Ja zu dieser Verlagerung gesagt, einmal bei der Umzonung Forsthaus West und einmal bei jener des Areals an der Viktoriastrasse 70. Weil die Kostenschätzung um 54 Prozent nach oben korrigiert werden musste, haben nun der Gemeinderat und der Stadtrat beschlossen, noch einmal eine Volksbefragung durchzuführen. Der Stadtrat stellte sich trotz Kritik an der unbedarft ausgestalteten ersten Schätzung mit 52 gegen 2 Stimmen deutlich hinter das Projekt (wir berichteten). «Für die 54 Millionen Franken erhält die Feuerwehr eine zeitgemässe Infrastruktur am richtigen Ort, aber kein Luxusprojekt», wirbt Nause. Kaserne am richtigen Ort Die Standorte der Feuerwehr, das Quartieramt und der Zivilschutz könnten unter einem Dach zusammengeführt werden. Die Kaserne käme näher zu Bümpliz, direkt neben den Autobahnanschluss und die Bahngeleise sowie endlich ausserhalb eines Wohnquartiers zu liegen. Das Kostencontrolling während des Baus werde monatlich durchgeführt. Nause sichert zu, dass alles Erdenkliche geleistet worden sei, um die Kaserne auch innerhalb des Kostendachs realisieren zu können. Er besiegelt dies mit einem Versprechen: «Ich übernehme auch die politische Verantwortung dafür.» Der Baubeginn für die neue Kaserne ist für den Herbst 2010 vorgesehen. Christoph Aebischer>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch