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Er trifft mit der Armbrust ins Schwarze, will aber kein Wilhelm Tell sein

SchwandenMit der Armbrust ist er Schweizer Meister geworden, und auch sonst ist Schiessen sein Leben. Jetzt haben Rüderswil und Lauperswil Beat Wittwer für seine Leistungen geehrt.

Ob er so etwas wie ein Wilhelm Tell von heute sei? Beat Wittwer lacht – und schüttelt den Kopf. Dabei wirkt er so kräftig und so bodenständig, wie man sich den Schweizer Volkshelden gemeinhin vorstellt. Und trifft mit seiner Armbrust mindestens so genau ins Schwarze wie der berühmte Innerschweizer aus der Gründerzeit der Eidgenossenschaft, der auf Geheiss von Landvogt Gessler seinem Sohn Walter einen Apfel vom Kopf geschossen hat. Letztes Jahr wurde der bald 49-Jährige aus Schwanden im Viererteam Schweizer Meister auf 10 Meter Distanz und Vierter auf 30 Meter Distanz, dazu auf 30 Meter Distanz auch noch Kantonalmeister. Für diese Leistungen haben ihn Rüderswil und Lauperswil am Wochenende geehrt. Grosse Fortschritte Tell habe bei seinem Apfelschuss sehr viel Glück gehabt, nimmt Wittwer den Faden wieder auf. Nicht, dass er die Leistung des bekanntesten Armbrustschützen schmälern möchte, «er konnte sicher sehr gut schiessen». Aber: Die Beschaffenheit des Sportgeräts – von einer Waffe redet Wittwer bewusst nicht – habe allein in den letzten bald 15 Jahren grosse Fortschritte gemacht. 1997 sei er mit einer Armbrust aus Holz eingestiegen. Mittlerweile präge Alu das Bild, und vor allem: Weil der Abzugsmechanismus elektronisch unterstützt werde, seien weit präzisere Schüsse möglich. «Es geht alles viel feiner.» Er schiesse «eigentlich alles gut», fährt Wittwer fort und macht so deutlich, dass er auf den verschiedensten Schiessgeräten zu Hause ist. Angefangen hat er mit 17 Jahren als Jungschütze auf dem Sturmgewehr, heute ist er nicht nur als Armbrust-, sondern auch als Sport- und Kleinkaliberschütze unterwegs. Dabei macht er überall eine gute Figur. So war er letztes Jahr auch Matchmeister über 300 Meter mit dem Sturmgewehr 57 und Cupsieger Emmental im Kleinkaliber über 50 Meter, erreichte dazu mit der Gruppe Ilfis über 300 Meter in der kantonalen Gruppenmeisterschaft den zweiten Rang. Auch diese Resultate flossen übrigens in die Ehrung vom Wochenende ein – so, wie sie es zuvor bereits in Langnau und Burgdorf taten, wo Wittwer als Mitglied verschiedener Schützengesellschaften in den letzten Wochen schon zweimal zu ähnlichen Anlässen eingeladen war. Schiessen sei nicht nur ein guter Ausgleich zu seinem Alltag als Metzger, sagt Wittwer noch. Es sei auch ein Sport, in dem sich Leute jeden Alters und aus den unterschiedlichsten Berufen träfen. Und weiter zur Frage, was genau die Faszination ausmache: «Man braucht eine gute Kondition, muss sich» – Wittwer spricht von den Winden und ungünstigen Lichtverhältnissen, die das Zielen mitunter massiv erschweren – «genau unter Kontrolle haben. Kurz: Man muss einfach sauber arbeiten.»Stephan KünziWeitere Ehrungen. Bereich Sport: Christian «Chrigeli» Rüegsegger, Teilnahme an 20 Schwingfesten, Gewinn von 16 Zweigen; Ueli Rüegsegger, Teilnahme an 20 Schwingfesten, Gewinn von 13 Zweigen; Kilian Wyss, Teilnahme am Eidg. Schwingfest, Rang 6c am kantonalen Schwingfest; Hornussergesellschaft Zollbrück, Aufstieg von der 3. in die 2.Liga, während der Meisterschaft kein Numero kassiert. Bereich Soziales: Kernteam Jugendtreff Zollbrück, Führung des Jugendtreffs. Bereich Beruf: Yvonne Wyss, beste Matur im Schwerpunktfach Biologie und Chemie mit der Note 5,7; Thomas Marmet, Silbermedaille am Lehrlingswettbewerb als Bäcker-Konditor; Saranda Mehmeti, beste Branchenkundeprüfung öffentliche Verwaltung im Prüfungskreis Bern. Bereich Kultur: Jodlerklub Neumühle, Bestnote 1 am kantonalen Jodlerfest in Langenthal; Jodlerterzett Edith Rentsch, Anna Rosa Blatti, Rolf Roth mit Begleitung von Thomas Bachofner, Bestnote 1 am kantonalen Jodlerfest; Daniel Lehmann, neu 15 Gault-Millau-Punkte.>

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