Erfolg mit Events

Die Bucht steht in den nächsten zwei Wochen im Fokus – und Kopf: zuerst am nationalen Strandfussball-Final, dann am ersten Seaside Festival. Einen wesentlichen Anteil daran hat Ortsmarketingchef Stefan Seger.

<b>Am Ball</b>: Stefan Seger hat aufs richtige Pferd gesetzt. Spiez ist, auch dank der Beach Arena, die Schweizer Beachsoccer-Hochburg.

Am Ball: Stefan Seger hat aufs richtige Pferd gesetzt. Spiez ist, auch dank der Beach Arena, die Schweizer Beachsoccer-Hochburg.

(Bild: Jürg Spielmann)

Spiez ist in aller Munde; Ihr Herz dürfte freudig hüpfen . . .Stefan Seger:Ja, es ist das siebte Mal, dass wir Beachsoccer spielen können, und das fünfte Mal, dass wir den Final der Schweizer Meisterschaft ausrichten. Das ist eine Referenz. Mit dem ergänzenden, nunmehr dritten Foodfestival sprechen wir die breite Masse an. Letztes Jahr feierten wir ja einen Erfolg mit über 10 000 Besuchern. Und dann folgt mit dem Seaside Festival der unbestrittene Saisonhöhepunkt.

Zuerst zum Sand: Spiez hat sich als Strandfussball-Hochburg etabliert. Läuft sich das trotzErfolg nicht irgendwann tot?Doch, das glaube ich. Solch ein Event ist nichts anderes als ein Produkt, das ein Zielpublikum anspricht. Unsere Aufgabe ist es, das Produkt so attraktiv zu gestalten, dass sich das Publikum daran erfreut und wieder kommt. Sind die Zuschauerzahlen hoch, können wir davon ausgehen, dass das Angebot stimmt. Geht es aber in die andere Richtung, sind Verbesserungen anzubringen. Als Produktmanager müssen wir versuchen, Neues und Attraktives zu bieten. Wir haben da noch ein paar Pfeile im Köcher . . .

Konkreter bitte.Wir verfolgen den Plan, den nächsten Finalevent 2018 durch High Diving, also Turmspringen, zu erweitern. Wir planen dafür eine schwimmende Plattform in der Bucht zu verankern, von welcher die High Diver von 20 Metern runterspringen und Figuren zeigen. So bringen wir ein neues Element, das den Anlass als Ganzes attraktiv macht.

2011 haben Sie die Spiezer Strandsportausrichtung initiiert. Was hat das konkret gebracht?Spiez hat sich als Strandsportart-Location etabliert, wir sind der Vorzeigestandort für Beachsoccer, erhalten verschiedenste Anfragen. Das ist das eine, das andere ist die Wertschöpfung, die wir generieren – mit Logiernächten und Tagestouristen. Der Benefit ist in Franken natürlich schwierig abzuschätzen. Doch wir können uns positionieren, es gibt ja nicht nur Beachsoccer, sondern auch Beachvolley, Beachbadminton, Beachtennis. Da wäre das Feld noch offen.

«Im Moment laufen Gespräche für die EM-Planung – 2019 wäre möglich.»

Wobei Beachvolley jüngst kein grosses Thema mehr war.Es gibt die höchste Ebene mit den A1-Turnieren, die von Swiss Volley in die grossen Städte vergeben werden. Ein Fernziel ist es, irgendwann in dieser Liga mitspielen zu können. In den ersten Jahren hatten wir A2-Turniere. Trotz dem Ausstieg des Titelsponsors blieben die Auflagen für die Veranstalter hoch, weshalb wir aus finanziellen Gründen vorderhand beschlossen, da auszusetzen. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Und was wir nach wie vor machen, sind regionale Turniere – heuer zwei.

Mit der 2015 eröffneten und preisgekrönten Beach-Arena sollte auch der Breitensport – Vereine und Schulen – angesprochen werden. Wie gut ist die Anlage ausgelastet?Sehr gut, es ist extrem erfreulich, was da abgeht. Mittlerweile ist die Arena jeden Abend an einen Verein vermietet. Am Wochenende verzichten wir bewusst darauf, weil wir Turnierbetrieb haben. Tagsüber und mit den Gruppen ist die Auslastung deutlich gestiegen – und der Trend geht weiter nach oben. Anfang Monat hatten wir beispielsweise den Rugbyclub Bern ein Wochenende lang auf der Anlage. Er feierte sein 45-Jahr-Jubiläum mit Beachrugby und lud dazu Vereine ein. Wir hatten Zürcher oder Winterthurer in der Bucht, die sonst nicht nach Spiez gekommen wären. So viel zur Wertschöpfung.

Die Arena soll ja einst auch Schauplatz der Beachsoccer-Europameisterschaft sein. Immer noch im Juni 2018?(zögert) Die EM ist nach wie vor ein Ziel. Wir müssen aber schauen, wie sie sich lärmtechnisch und datumsmässig in unser Programm integriert lässt. Seit der Schweizerische Fussballverband das Zepter bei der Beachsoccer-Nationalmannschaft übernommen hat, gibt es auch von dieser Seite Inputs. Möglich wäre 2019 – im Moment laufen Gespräche für die EM-Planung.

«Ich habe mir als Fernziel gesetzt, dass wir die 100 000er-Logiernächte-Marke durchbrechen.»

Eine Turnierzusage von World Beach Soccer liegt nicht vor?Nein, aber wir haben sehr, sehr gute Karten. Man kann es so sagen: Wenn wir uns intern finden und für die Ausrichtung entscheiden, dann kommt es gut. Vertreter des Weltverbandes waren bei ihrem letztjährigen Besuch in Spiez wirklich begeistert. Die Zusage würden wir erhalten – 2019 bleibt das Ziel.

Es wäre eine einmalige Sache?Die EM zum Auftakt schon. Doch längerfristig ist es die Absicht, ein wiederkehrendes internationales Format in die Bucht zu holen, beispielsweise ein Einladungsturnier ähnlich dem Spengler-Cup. Wichtig ist, dass alles bucht- und anwohnerverträglich sein muss respektive das Veranstaltungskontingent eingehalten wird.

Zurück zum Konkreten: Die Vorarbeiten fürs Seaside Festival vom 25./26. August haben begonnen. Wird dieses ein Erfolg?Davon bin ich überzeugt. Vor Jahren, als Spiez Marketing seine Strategie erarbeitete, war mehrmals das Fehlen eines Musikanlasses in der Bucht ein Thema. Daran haben wir lange gearbeitet, wir führten zweimal mit Musikveranstaltern Gespräche, doch es war nicht das Richtige für Spiez und die Bucht dabei. Ich habe das dann ein bisschen abgeschrieben, bis ich später mit Philippe Cornu in Kontakt kam. Ich liess mich vom Vorhaben überzeugen, welches er mit seinen Leuten in Spiez umsetzen wollte.

Weshalb genau?Es war das, was für uns geeignet ist, was Akzeptanz findet. Ein qualitativ hochwertiger und professioneller Anlass mit nationaler Ausstrahlung mit einem, im positiven Sinn, tendenziell etwas älteren und hoffentlich kultivierten Festivalpublikum, ohne Campingangebot und Exzesse in der Bucht. Unsere Rolle war aber die Akquisitionsphase, in der Umsetzung sind wir nun mit der Promotion oder dem Ticketverkauf nur noch am Rande beteiligt. Jetzt ist schwergewichtig der Werkhof sprich die Gemeinde gefragt. Sie machen einen super Job, der vom Veranstalter extrem gelobt wird.

Werden nicht nur die Veranstalter um Gurtenfestival-Urgestein Philippe Cornu vom Open Air profitieren, sondern auch Spiez?Bestimmt, ansonsten hätten wir den Anlass nicht hierher holen dürfen. Es ist ein weiteres von vielen Puzzleteilen des Ortsmarketings. «Hey, in Spiez läuft etwas» ist die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit – auch dank der schweizweiten medialen Beachtung. Es geht nun darum, den Anlass einmal durchzuführen und dann Bilanz zu ziehen. Ich bin der Meinung, das kommt gut. Auch die Rückmeldungen vor Ort fielen mehrheitlich sehr positiv aus. Endlich gehe etwas in Sachen Musik, hiess es häufig. Die Ticketverkäufe mit aktuell gegen 10 000 Eintritten am Samstag und etwas über 7500 am Freitag sind ein Beleg dafür.

In den letzten sieben Jahren sind im Hause Spiez Marketing verschiedenste Ideen entwickelt und umgesetzt worden. Was führt Stefan Seger mit seinen Leuten künftig im Schilde?Wir überprüfen im Herbst unsere Ausrichtung und werden einen Massnahmenplan für die nächsten Jahre ausarbeiten. Wir möchten die Gewerbeaktivitäten nachweislich stärken. Ich denke, für den Tagestouristen haben wir nun ein gutes Set-up, ich möchte das Angebot für den Übernachtungsgast erweitern. Ich habe mir als Fernziel gesetzt, dass wir die 100 000er-Logiernächte-Marke durchbrechen. Aktuell zählen wir knapp über 90 000. Eine ordentliche Steigerung also. Ich lehne mich mit meiner Vision ziemlich weit aus dem Fenster . . .

Stefan Seger(50), Betriebsökonom, verheirateter Vater dreier Kinder und ambitionierter Segler aus Oberhofen, ist seit August 2010 Geschäftsführer der Spiez Marketing AG.

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