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Ernsthaftes und trotzdem leichtes Finale

AdelbodenWienerisch-französisch romantisch bis auf-

«Kaum hat das Festival begonnen, stehen wir vor dem grossartigen Schlusskonzert», begrüsste Jörg Conrad zum Finale des Swiss Chamber Music Festival Adelboden. Der Intendant lobte: «Was wir in den letzten zehn Konzerten erleben durften, sprengte sämtliche Qualitätsvorstellungen (siehe Kasten). Und er versprach ein «süffiges Programm» mit dem Ensemble Fidelio. Sichtlich genoss das Publikum den lebendig und ausgekostet gespielten mozartischen Auftakt im Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott in der altgotischen Kirche und erfreute sich an der rein bläserisch besetzten (Flöte, Oboen, Klarinetten, Fagott und Horn) Carmen-Suite von Bizet. Erfrischende Leichtigkeit, mitreissende Spielfreude und herzerfrischender Esprit liessen aufhorchen. Musikalische Ernsthaftigkeit Spannungsvoll tauchten die Zuhörenden in neuzeitlichere Klänge ein. Hautnah erlebten sie den Komponisten und Oboisten Jérôme Capeille im dargebotenen Werk «Septuor L’invité surprise» für Flöte, Oboe, Englischhorn, Klarinette, Bassklarinette, Fagott und Kontrafagott. In französischem Charme beantwortete er Fragen von Conrad und ermöglichte den Anwesenden Zugang zur modernen Musik. «Ich schrieb das Stück während einer Krankheit. Da hatte ich viel Zeit, mich darin zu vertiefen.» Durch das dreiteilige Werk erklang von den tiefen Holzbläsern ein begleitender Trauerzug. Und im Hintergrund mischte der als unbekannt angekündigte Gast mit. Aus der Sakristei erklangen leise wohltuende Hornklänge. Für das Septett wirkte Capeilles Komposition wie zugeschnitten, denn er arbeitet seit über 25 Jahren mit der idealen Besetzung – schlichtes und zugleich facettenreiches Musikerlebnis kam so zum Tragen. Ansteckende Begeisterung Im Sextett für Klavier und Bläserquintett reagierte das Ensemble mit ansteckender Begeisterung auf Francis Poulencs aufbrausenden Überschwang der Gefühle. In Hindemiths Stil, verwoben mit französischen Nuancen, kam das farbige und exakte Zusammenspiel zwischen Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Konzertflügel zum Tragen. Im Wechsel folgten farbige Kontraste, rhythmisch witzig-freche Motive, wohltuende solistische Melodiebögen und angriffig, teils dissonante akzentuierte Passagen. Dem Ensemble Fidelio gelang ein feuriger Festivalabschluss. Heidy Mumenthaler>

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