Es pressiert mit dem Wasser

Schwarze Lütschine

Die Wasserprobleme von Burglauenen, Lütschental und Gündlischwand sollen in einem Gemeindeverband gelöst werden.

<b>Ein Dorfbrunnen in Gündlischwand:</b> Mit dem Gemeindeverband Schwarze Lütschine soll sichergestellt werden, dass in Burglauenen, Lütschental und Gündlischwand stets gutes Trinkwasser und genug Löschwasser zur Verfügung steht.

Ein Dorfbrunnen in Gündlischwand: Mit dem Gemeindeverband Schwarze Lütschine soll sichergestellt werden, dass in Burglauenen, Lütschental und Gündlischwand stets gutes Trinkwasser und genug Löschwasser zur Verfügung steht.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Burglauenen, Lütschental und Gündlischwand haben Defizite bei ihren Wasserversorgungen. Mit einem gemeinsamen Bauprojekt sollen sie gelöst werden. Der teuerste Teil der nötigen Infrastrukturen ist der Reservoirneubau für 1,16 Millionen Franken in Burglauenen.

Vorgesehen sind zudem ein Druckreduzierschacht Ryschenbach, zwei UV-Anlagen, neue Steuerungen und eine Verbindungsleitung Burglauenen-Lüschental. Insgesamt kosten die Neuanlagen 1,76 Millionen Franken.

Am offensichtlichsten dringend benötigt wird das Reservoir Burglauenen. Der Dorfteil von Grindelwald ist nicht an das Trinkwassernetz des Gletscherdorfs angeschlossen.

Aktuell gibt es deshalb in Burglauenen nicht genug Löschwasser und keine Zweiteinspeisung. Der Kanton hat den Entsorgungshofneubau an die Bedingung geknüpft, dass dieses Manko behoben wird.

Wie in Burglauenen wird in Lütschental mit dem Bauprojekt eine Zweiteinspeisung möglich, welche der Kanton zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit verlangt. Für Gündlischwand geht es darum, dass die Gemeinde die Zweiteinspeisung regelt, das heisst, dass sie Bauten und Unterhalt, welche Burglauenen und Lütschental machen, damit Gündlischwand die Versorgungssicherheit hat, abgilt.

Zusammen lösen

Eine Arbeitsgruppe der drei Gemeinden schlägt nach jahrelanger Arbeit vor, die drei Wasserversorgungen an einen Gemeindeverband Schwarze Lütschine zu übertragen, der dann für die gesamte Wasserversorgung zuständig ist.

An der Orientierungsversammlung in Gündlischwand stellte Ingenieur Benjamin Sterchi das Bauliche und Heinz Berger von der Finanz Publique AG die betriebswirtschaftliche Seite vor.

Sicher ist: Die Wassergebühren werden steigen, und zwar beträchtlich. In Burglauenen wahrscheinlich etwas weniger, denn es ist vorgesehen, dass es keine Ungleichbehandlung eines einzelnen Dorfteils von Grindelwald geben soll.

Rahel Fischer vom kantonalen Amt für Wasser und Abwasser zeigte sich überzeugt, dass das gemeinsame technische Konzept, getragen von einem Gemeindeverband, die Anforderungen an Trinkwasserqualität, Versorgungssicherheit und Löschwasserversorgungen am besten und auch am wirtschaftlichsten löst. Sie und Heinz Berger zeigten auf, warum es jetzt pressiert mit der Gründung des Gemeindeverbands.

Ebbe in der Kasse

Der Wasserfonds des Kantons, gespeist von Gebühren auf Grundwasserbezügen und gedacht für aufwändige Wasserversorgungen im ländlichen Raum, ist leer. Per Gesetz soll er jetzt geschont werden.

Reicht der künftige Gemeindeverband Schwarze Lütschine das Bauprojekt im Juli ein, wird es vom Regierungsrat noch altrechtlich beurteilt. Damit kann der Verband sehr wahrscheinlich mit einem Beitrag von 50 Prozent an die Baukosten rechnen, später würde es sehr viel weniger sein.

Es ist deshalb vorgesehen, dass Gündlischwand am 7. Juni und Grindelwald und Lütschental am 14. Juni an den Gemeindeversammlungen über die Verbandsgründung entscheiden. Widerstand, das zeigte sich an den Voten an der Versammlung, wird vor allem aus Gündlischwand kommen.

Nicht grundsätzlich gegen den Gemeindeverband, sondern weil es als ungerecht empfunden wird, dass zwei kleine Gemeinden dem grossen Grindelwald ein Reservoir zahlen helfen sollen. Man hofft auf eine Geste. Auch wurde das subventionsbedingte Eiltempo für die Vorlage als Erpressung empfunden.

Berner Oberländer

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