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Fast ein Frühlingsabend bei der Megaparty

interlakenZum achten Mal trafen sich über 25000 Gäste und Einheimische,

Keine störenden Schirme verdeckten die Aussicht, kein Regen-Schnee-Gemisch tropfte in den Nacken – Wetter wie an einem milden Frühlingsabend. Wäre da nicht hier und da ein letzter Schneehaufen liegen geblieben, eine grosse «Glungge», auf die man achtgeben musste, kaum einer wäre auf die Idee gekommen, dass das Jahr erst einen Tag alt war. Schon früh am Nachmittag hatte sich Gross und Klein aus allen Richtungen auf die Socken gemacht. Wie viele den Weg nach Interlaken gefunden hatten, war selbst für einen Profi wie Irene Schmocker von Jungfrau World Events schwer abzuschätzen. Doch um die 25000 werden es sicher gewesen sein, die nur ein Ziel hatten: den Höheweg. Ole Hartien, Direktor des Casino Kursaals Interlaken, war nach einem ersten Augenschein auf der Festmeile zügig unterwegs zurück in seinen Kursaal. Hier wartete noch einige Arbeit auf ihn, die After-Show-Party mit Chuelee sollte in ein paar Stunden beginnen. Über 400 Gäste hatten sich rechtzeitig einen Tisch im grossen Konzertsaal reservieren lassen. «Heute Abend werden wir ein volles Haus haben, dann geht garantiert die Post ab», freute sich Ole Hartien, zufrieden mit dem vergangenen Jahr und dem, welches besser nicht hätte beginnen können. Rasanter Start«Chrisidick» standen schon am frühen Nachmittag Tausende vor der Bühne auf dem Höheweg. Wer sich einen Platz im Golden Circle gesichert hatte, für den verwandelte sich der Höheweg in die Bombay Street. Doch auch in den hinteren Regionen kamen dank Grossleinwänden die Gäste voll auf die Rechnung. Die vier Brüder aus dem Bündnerland stimmten mit ihrem rockigen, herben Sound auf einen Abend voll Power ein. Golden verabschiedete sich die Sonne hinter der Skyline Interlakens, rosa färbte sich der blasse Himmel über dem Türmchen des Grandhotels Victoria-Jungfrau. Mit Baschi begann die blaue Stunde. Unbemerkt senkte sich die Nacht über die Höhematte. Baschi mit seinen unverwechselbaren Songs liess die Zeit vergessen. «Interlaken, ihr seid super!»Kein Stress mit Stress – dem Kultrapper aus Lausanne – hatte Irene Schmocker. Sie betreute die unkomplizierten Musiker und Stars des Abends, begleitete sie vom Hotel in den kleinen Backstagebereich. Iris Huggler – Organisatorin des Events – nahm sie wie alte Bekannte in Empfang. Schnell ging sie nochmals den Text für die nächste Ansage durch, glücklich über das Line-up, das hochkarätige Programm. Auf der Bühne, während Baschi noch voll in Fahrt war, richteten die Techniker schon die Schlagzeugbatterie für die nächste Band ein: Stress. «Ich habe heute fast keine Stimme, doch ihr seid so ein aufgestelltes Publikum, eure Kraft und Begeisterung holt die letzten Reserven aus uns heraus», heizte der sonst stimmgewaltige Rapper seinen Musikern und Fans noch mal richtig ein. «Interlaken, ihr seid super!» Gruss von der JungfrauSpätestens jetzt wurde klar: Nicht nur das ideale Wetter ist für den Erfolg des gelungenen Starts ins neue Jahr verantwortlich, sondern auch die Professionalität, die hinter dem Megaevent steht. In den acht Jahren, seit der erste «Januar-Kracher» bescheiden explodierte, haben sich die Organisatoren ständig den neuen Anforderungen gestellt, sich laufend angepasst. Die lang gezogene Baustelle auf dem Höheweg machte die Aufgabe nicht einfacher. Wer sich nicht rechtzeitig einen Platz mit guter Sicht auf das Feuerwerk sicherte, musste die Sternenpracht zwischen einem Bagger und Gitterzaun hindurch bewundern – eine Silhouette, an die man sich in Interlaken gewöhnt hat und mit der man mittlerweile umzugehen weiss. Doch kaum waren die ersten Raketen in Richtung Halbmond gestartet, um mit ihrer Sternenpracht den Himmel in ein Glitzerzelt zu verwandeln, waren all die kleinen Hindernisse am Boden zum belanglosen Hintergrund geworden. Mystisch, sinnlich leuchtete zwischen den abziehenden Rauchschwaden ein Schweizer Kreuz an der Jungfrau über das Bödeli. Eine feine stille Botschaft zum Start des Jubiläumsjahrs der Jungfraubahn. Es war kurz vor zehn, das Perron am Westbahnhof – voll besetzt mit zufriedenen Menschen – erlebte einen um diese Zeit selten regen Betrieb. Pünktlich fuhren die Busse und Züge in alle Richtungen davon. Wer keinen Sitzplatz ergattern konnte, nahm es gelassen, zum Sitzen hat man in diesem jungen Jahr schliesslich noch reichlich Zeit. Peter Wenger>

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