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Federers Siegeshunger ist noch nicht gestillt

Er hoffe auf noch mehr Grand-Slam-Titel, lässt

Zufrieden und vollkommen relaxed präsentierte sich Roger Federer gestern, 14 Stunden nach dem Sieg über Andy Murray im Australian-Open-Final. Auch nach ein paar Stunden Schlaf bezeichnete der Baselbieter die Partie als sein «vielleicht bestes Spiel überhaupt». «Wir haben gefeiert, bis die Sonne wieder aufging», erzählte Federer. «Aber das hätten wir auch getan, wenn ich den Final verloren hätte.» Die Familie Federer samt Entourage verlässt Australien erstmals seit drei Jahren unbesiegt. Der Weltranglistenerste sprach von einem «perfekten Turnier», gab aber auch zu: «Hätte Andy den dritten Satz gewonnen, hätte es interessant werden können. Die ersten drei Sätze kosteten viel Substanz. Andererseits hätte mich ein Satzverlust am Sonntag wohl nicht aus der Fassung gebracht.» Am Tag nach seinem grossen Sieg fühlte sich Federer fit und munter: «Es gab schon Grand-Slam-Turniere, da konnte ich nach dem Sieg kaum mehr aufstehen, fühlte mich ausgelaugt und rührte zwei Wochen lang keinen Schläger an. Diesmal fühle ich mich so gut, dass ich Ski fahren gehen könnte.» Federers psychisches Hoch nach dem Turnier steht im Gegensatz zum Gefühlszustand vor einem Jahr. Vor zwölf Monaten wurde Federer in Melbourne im Final von Rafael Nadal schwer geschlagen. Das Turnier sei damals äusserst speziell verlaufen – und das nicht nur sportlich gesehen. Federer: «Wir erfuhren vor einem Jahr in Melbourne, dass wir im Sommer nicht nur ein Baby, sondern Zwillinge bekommen. Ein Jahr später haben wir nun zwei Babys, drei weitere Grand-Slam-Titel – und ich hoffe auf mehr.» Die einstigen Probleme sind mittlerweile wie weggeblasen. Federer sagt, er habe nie Zweifel gehabt, den Rank wieder zu finden. Federer gewann zwar auch im «Krisenjahr» einen Major-Titel (US Open 2008), «aber ich wurde definitiv gebremst». Er sagt: «Die Probleme begannen am 26.Dezember 2007. Zuvor hatte ich mich in der Form meines Lebens gefühlt. Aber an diesem Tag erkrankte ich am Drüsenfieber. Die Krankheit warf mich 2008 zurück. Ende 2008 kamen Rückenschmerzen hinzu, und ich verlor öfter als üblich gegen Top-10-Spieler. Vor der Sandplatzsaison 2009 fühlte ich erstmals wieder, dass ich richtig gut Tennis spiele.» Lüthi: Vom Helfer zum Coach Der Rest ist bekannt: Federer triumphierte in Roland Garros, Wimbledon und nun am Australian Open. Dazwischen verlor er gegen Juan Martin Del Potro den US-Open-Final äusserst knapp. Grossen Anteil an der Wende zum Guten habe Severin Lüthi, «mein Coach». Am Montag in Melbourne erhielt Lüthi vom Chef die «Beförderung», denn zuvor hatte Federer den Berner als Helfer und Freund, aber äusserst selten als Coach bezeichnet. Federer: «Wir haben die gleichen Ansichten. Er sieht Fehler, wenn sich in meiner Technik solche einschleichen. Ausserdem ist er auch mein Freund.» Mit Lüthi wird Federer im Februar die nächsten Turniere vorbereiten. Der Ausnahmekönner kehrt in dieser Woche in die Schweiz zurück, pausiert ein paar Tage und fliegt dann für die nächste Trainingsphase und das nächste Turnier wieder nach Dubai, in seine zweite Heimat. Rolf Bichsel, Melbourne >

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