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Feinschmecker mit einer Schwäche für die Härte

HandballWacker-Thun-Stammspieler Jonas Dähler ist auf dem Feld Aggressivleader und daneben ein Friedfertiger, der gerne kocht und speist.

Die Partie gegen St.Otmar war ganz nach dem Geschmack des Genussmenschen Jonas Dähler. Spannung, Emotionen, mitunter Provokationen: All das waren Zutaten des Mittwochspiels, das Wacker Thun 34:30 gewann. Der 21-Jährige warf dabei vier Treffer – und befand sich im stetigen Austausch mit den Ostschweizer Widersachern. St.-Otmar-Hüter Jonas Kindler enervierte sich nach einem Tor des Berner Oberländer Flügels so sehr, dass er andeutete, Dähler von hinten mittels hartem Wurf zu treffen. Er beliess es bei der Gestik. Tags darauf sitzt Jonas Dähler in einem Café. Er ist ein angenehmer Gesprächspartner, ruhig und freundlich – kaum wiederzuerkennen jedenfalls. Der polarisierende Athlet, der sich nicht ungern mit Gegnern anlegt, ist offensichtlich ein friedfertiger Mensch. Der Steffisburger ist angehender Physiotherapeut und investiert sein Geld vorzugsweise in Nahrung. In der Freizeit gehe er am liebsten was trinken. «Und wenn ich die Zeit dazu habe, bereite ich mir gerne was Feines zu – früher wollte ich Koch werden.» Ja, «Genussmensch» treffe auf ihn sehr gut zu, sagt er. Handball als Rollenspiel Wenn Dähler, der Sportler, trifft, zelebriert er dies, indem er die Arme ausfährt, sie anwinkelt, den Kopf etwas einzieht und so in Wackers Platzhälfte zurückkehrt. Die Emotionen, die er während des Spiels so mag, kommen hier vorzüglich zum Ausdruck. «Freunde sind häufig verblüfft, wenn sie mal an ein Spiel kommen – so, wie ich mich da präsentiere, scheine ich ihnen fremd», sagt er. Der Oberländer schwindelt einen nicht an – er hat tatsächlich zwei Gesichter. Er sagt: «Grundsätzlich bin ich ein zurückhaltender Typ. Und Handball ist ein harter Sport. Also muss ich mich pushen.» Wichtig sei, sich im Zaum zu halten – aber das gelinge eigentlich immer. Jonas Dähler bestreitet bei Wacker Thun seine dritte Saison. Er gedenkt, für immer im Oberland Handball zu spielen. «Ich bin hier verankert.» Sein Ziel ist es, irgendwann einen Titel zu gewinnen. Dazu wirds heuer nicht kommen. Wacker belegt Rang vier. «Das ist eine gute Platzierung. Sie entspricht der Zielsetzung.» Auf seiner Position, rechts aussen, gefalle es ihm gut. «Ich bin wohl ein atypischer Flügel: gross und nicht so schnell.» Für den Rückraum sei er gegenwärtig zu leicht. Einen gewichtigen Anteil hatte der 21-Jährige beim guten Abschneiden im ersten Finalrundenspiel. In Winterthur war das. Pfadi gastiert heute (17 Uhr) in der Lachenhalle. Feinschmecker Jonas Dähler hat Appetit und sagt: «Auch gegen diesen Verein habe ich eine besondere Beziehung.» Das verspricht: Spannung, Emotionen, mitunter Provokationen.Adrian Horn>

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