Festzelte verwüstet, Zug entgleist

Gündlischwand/Boltigen

Eine glimpflich verlaufene Zugsentgleisung bei Grubenwald und ein abgeblasenes Dorffest in Gündlischwand: Das waren einige Folgen des samstäglichen Unwetters.

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Abermals tobte in den Nachmittagsstunden des Samstags ein Unwetter mit starkem Regen und heftigen Böen. Am stärksten waren die Auswirkungen auf der BLS-Stecke zwischen Weissenbach (Gemeinde Boltigen) und Grubenwald (Gemeinde Zweisimmen). Dort war ein grösserer Stein in den Gleisbereich gefallen, worauf eine Nina-Zugskomposition um 14 Uhr entgleiste und nach kurzer Ruckelfahrt zum Stehen kam.

«Es gab keine Verletzte», wie BLS-Sprecherin Barbara Weber zuvor eingegangene Meldungen am Sonntag bestätigte. Wieviele Passagiere betroffen waren, konnte sie nicht sagen. Die Reisenden trugen es aber offenbar mit Fassung. «Alle blieben ruhig», berichtete eine Passagierin. Die Entgleisung sei gut spürbar gewesen. «Der Zug schüttelte stark, man spürte, wie er leicht kippte», sagte die Passagierin.

Strecke am Montag wieder offen

Die Zugsbegleitung und der Lokführer sorgten für erste Checks vor Ort, ehe der herbeigerufene Lösch- und Rettungszug aus Frutigen die Reisenden nach rund zwei Stunden Wartezeit zum Bahnhof Weissenbach transportierte, wo sie mit Bahnersatzbussen weiter nach Zweisimmen gebracht oder in wenigen Fällen wieder zurück nach Spiez geführt wurden. Gegenwärtig laufen die Aufgleisungs- und Räumungsarbeiten.

Die Strecke zwischen Boltigen und Zweisimmen bleibt bis voraussichtlich am Montag um 10 Uhr gesperrt, wie Barbara Weber auf Anfrage sagte. Die Strecke zwischen Spiez und Boltigen wird mit der Bahn befahren und die Reststrecke nach Zweisimmen mit Bussen abgedeckt. “Die Schäden können noch nicht beziffert werden”, so die Mediensprecherin.

Sturm verblies Dorffest

In Gündlischwand musste das Dorffest wegen einem eingestürzten Festzelt abgesagt werden. Die weissen Zelte wurden vom heftigen Gewitter am Samstagnachmittag regelrecht zusammengestaucht. Bänke und Tische lagen auf dem Boden. Wie die Bilder eines Leserreporters zeigen, wurde die Infrastruktur so dermassen beschädigt, dass das Dorffest abgesagt werden musste. Man hoffe, dass das Fest bei einer anderen Gelegenheit nachgeholt werden kann, schreibt der Veranstalter auf Facebook.

Verwüstungen am Flohmärit

Heftig wütete das Unwetter auch in Thun (mit Windspitzen bis 94 km/h), wo die Strandbadbesucher in die Flucht geschlagen oder die Zelte am Flohmarkt verweht und Verwüstungen registriert wurden.

Die Kantonspolizei Bern spricht von rund 50 Meldungen, die von Samstagnachmittag an bis Sonntagnachmittag eingegangen sind. Mediensprecherin Sarah Wahlen bestätigte, dass durch die Sturmereignisse keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Die meisten Vorkommnisse waren umgestürzte Bäume, abgeknickte Äste oder weggewehte Gegenstände auf Fahrbahnen. Materiell sei einiges kaputt gegangen, doch Genaueres könne dazu nicht gesagt werden.

Auch noch Stromausfälle

Aufgrund der starken Gewitter kam es am Samstag nachmittag in diversen Berner Gemeinden zu Stromausfällen. Betroffen waren rund 7'500 Kunden der BKW vom Jura bis ins Berner Oberland, wie die BKW in einer Mitteilung schreiben.

Berner Oberländer

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