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Feuerwehren planen Fusion

Region HuttwilDie Gebäudeversicherung verlangt höhere Standards für Feuerwehren. Das kostet viel Geld. Die acht Feuerwehren der Region Huttwil denken deshalb jetzt über

Eine Wärmebildkamera ist nicht billig: Das Gerät kostet ungefähr 20000 Franken. Und auch ein Überdrucklüfter, eine Art Ventilator gegen Rauch, schlägt gut und gerne mit mehreren tausend Franken zu Buche. Solche Spezialgeräte besitzen aber längst nicht alle Feuerwehren. Die Einheiten der acht Gemeinden in der Region Huttwil zum Beispiel führen zum Teil zwar Überdrucklüfter mit, eine Wärmebildkamera gibt es aber nirgends. Doch die Herrin der bernischen Feuerwehren, die kantonale Gebäudeversicherung (GVB), verlangt mittlerweile bei den Feuerwehren höhere Standards. Die sogenannten Mindestanforderungen betreffen aber nicht nur die teuren Geräte, sondern auch die Ausrüstung der Wehrmänner. Ab dem Jahr 2012 sollen die Standards schrittweise angehoben werden. Machen die Feuerwehren nicht mit, erhalten sie künftig keine Beiträge mehr von der GVB. Das zwingt die acht Feuerwehren der Region Huttwil jetzt zum Handeln: Wie sie gestern in einem Communiqué mitteilten, sollen Gespräche über eine mögliche Grossfusion aufgenommen werden. So könnten «die nötigen Zusatzinvestitionen auf mehr Köpfe verteilt werden». Käme es dereinst tatsächlich zu diesem Zusammenschluss, wären die Einheiten von Auswil, Dürrenroth, Eriswil, Huttwil, Gondiswil, Rohrbach, Rohrbachgraben und Wyssachen beteiligt. Gnadenfrist läuft 2014 aus So weit ist es aber noch nicht. Vorerst geht es laut der Mitteilung darum, abzuklären, welche Vor- und Nachteile eine solche Fusion bringt. Unbestritten ist: Auch mit einer Fusion braucht es in den einzelnen Gemeinden weiterhin Stützpunkte. Bis Mitte Februar entscheiden die beteiligten Gemeinden nun, ob sie in der Arbeitsgruppe mitmachen wollen. Die nötigen Entscheide an den Gemeindeversammlungen sollen dann im Jahr 2012 gefällt werden, sodass die fusionierte Feuerwehr im Jahr 2013 starten könnte. Denn 2014 läuft die Gnadenfrist ab: Dann überprüft die GVB, ob die Feuerwehren der Region Huttwil die neuen Standards erfüllen. Die Fäden für die Fusionsabklärungen laufen in Huttwil zusammen. Voraussichtlich wird SP-Gemeinderat Adrian Wüthrich (Ressort öffentliche Sicherheit) die Arbeitsgruppe leiten. Er lässt durchblicken, dass wohl kein Weg an einer Grossfusion vorbeiführt. Aus Huttwiler Sicht sei der Zusammenschluss zwar nicht unbedingt notwendig, sagt er, aber die kleineren Gemeinden «werden wahrscheinlich wollen müssen». Ansonsten würden die Kosten mit den neuen Standards für die einzelnen Feuerwehren «sehr hoch» werden. Personalnot beim Kader Laut Wüthrich hätte die Grossfusion noch einen weiteren Vorteil. So werde es immer schwieriger, bei den Feuerwehren die Kaderstellen zu besetzen. Mit einer Fusion würde die Zahl der Kader sinken. Zudem bräuchte es nach einer Fusion insgesamt weniger Einsatzkräfte. Mit der Konsequenz indessen, dass die aktiven Feuerwehrleute mehr Ernstfälle bestreiten müssten. Unklar ist noch, mit welchem Modell die neu fusionierte Feuerwehr dereinst organisiert werden könnte. Zur Debatte stehen laut Wüthrich die zwei Modelle Sitzgemeinde oder Gemeindeverband. Dominik Balmer >

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