Finanzhilfe für Hochwasserschutz

Aeschi

Die Gemeinde investiert über 5,5 Millionen in den Schutz vor Hochwasser für Mülenen. Auf der dortigen Baustelle erhielt sie über 400'000 Franken Beiträge daran.

Matthias Gerber (GVB), Peter Bettschen (Schwellenkorporation Reichenbach), Thomas Richli (BKWÖkofonds), Jolanda Luginbühl (Gemeindepräsidentin Aeschi), Bernhard Bigler und Rolf Kummer (Mobiliar) und Willy Mueller vom kantonalen Renaturierungsfonds (v.l.) vor dem Geschiebesammler.

Matthias Gerber (GVB), Peter Bettschen (Schwellenkorporation Reichenbach), Thomas Richli (BKWÖkofonds), Jolanda Luginbühl (Gemeindepräsidentin Aeschi), Bernhard Bigler und Rolf Kummer (Mobiliar) und Willy Mueller vom kantonalen Renaturierungsfonds (v.l.) vor dem Geschiebesammler.

(Bild: Andreas Tschopp)

«Das ist ein wichtiger Zahltag für uns», sagte Jolanda Luginbühl, ­Gemeindepräsidentin von Aeschi, gestern Nachmittag etwas oberhalb von Mülenen auf einer Baustelle am Suldbach.

Anlass für die Aussage der Gemeindepräsidentin bot, dass Aeschi mehr als 400'000 Franken Beiträge an das grosse Hochwasserschutzprojekt für den an der Einmündung der Suld in die Kander gelegenen Ortsteil erhielt.

Im Juni 2017 hatte die Gemeindeversammlung einen Bruttokredit von fast 5,6 Millionen Franken bewilligt. Im Herbst 2018 wurden die Bauarbeiten in Angriff genommen für das Projekt, das mittlerweile weitgehend fertig ist.

Das hob Marcel Dähler vom Ingenieurbüro Kissling + Zbinden hervor, das das Projekt betreut. Wie Dähler bei der Baustellenbesichtigung betonte, übernehmen Bund und Kanton mit 4,2 Millionen den Löwenanteil an den Kosten für das Projekt, das auf den Schutz vor einem 300-jährigen Ereignis ausgelegt ist und mit dessen Planung bereits 2012 begonnen worden war.

Christian Wüth­rich von Kissling+Zbinden erläuterte, was bisher ausgeführt wurde. Direkt bei der Einmündung in die Kander wurde der Auslauf des Suldbachs flussaufwärts etwas aufgeweitet, damit bis zu 50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde einfliessen können. Auf der anderen Bachseite wurde eine Betonmauer erstellt, die die Talstation der Niesenbahn vor möglichen Hochwassern schützen soll.

Unter drei der vier Brücken, unter denen die Suld durchfliesst, wurden Stahlplatten angebracht, an der untersten zusätzlich ein Kragen, der das Zurückfliessen von Wasser verhindern soll. Die Suldbrücke zur Strassenunterführung un­ter der Bahn wurde abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.

42'000 Kubikmeter Geschiebe

Der Bach, der aus dem tief eingeschnittenen Suldtal kommt, fliesst heute durch Mülenen nicht mehr über Schwellen, sondern über und um Steinblöcke, die tief in die Bachsohle eingesetzt wurden und am Rand auch den Dammfuss sichern.

Etwas oberhalb vom Dorfrand wurde das Hauptbauwerk des Hochwasserschutzprojekts erstellt: der grosse Geschiebesammler. Dieser soll nach der Fertigstellung bis zum Herbst maximal 42'000 Kubikmeter Geschiebe auffangen können.

Dem grossen Bauwerk aus Beton und Stahl vorgelagert ist auch noch ein Fänger mit Stahlseilen, die Baumstämme auffangen sollen, die der Suldbach bei einem Hochwasserereignis mit sich führen kann.

Weil so grössere Schäden verhindert werden, zahlt die Sachversicherung Mobiliar 190'000 Franken an das Projekt. Weitere 100'000 Franken steuert die Gebäudeversicherung des Kantons Bern bei.

Dafür, dass bei der Projektausführung auch für die Natur etwas gemacht wird, steuern zudem der Ökofonds der BKW 80 000 Franken und der kantonale Renaturierungsfonds 32'000 Franken bei.

Damit verbleiben für die Gemeinde Aeschi letztlich noch Kosten in Höhe von gut 280'000 Franken und für die Schwellenkorporation Reichenbach solche von 180'000 Franken für besseren Hochwasserschutz in Mülenen.

Berner Oberländer

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