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Frankreich geht der Sprit aus

Im Streit um Frankreichs unpopuläre Rentenreform wächst der Druck auf

Die Lastwagenfahrer gelten als besonders scharfe Waffe der französischen Protestbewegung, da sie durch ihre Strassensperren auch die Versorgung mit Lebensmitteln verschlechtern können. Einem Gewerkschaftssprecher zufolge wollten die Lastwagenfahrer ihre Blockaden auch heute fortsetzen. Nach monatelangen Protesten verschärft sich damit die Lage, obwohl die Regierung eine sinkende Beteiligung der Öffentlichkeit an den jüngsten Demonstrationen als gutes Zeichen für ihr Vorhaben wertete. Millionen auf der Strasse Landesweit fanden am Samstag rund 264 Protestversammlungen statt. Erneut gingen die Schätzungen über die Beteiligung an den Protesten weit auseinander. Laut französischem Innenministerium beteiligten sich gut 800000 Menschen an den Demonstrationen. Den Gewerkschaften zufolge waren es bis zu drei Millionen Menschen. Aus Protest gegen die Rentenreform werden seit Tagen auch mehrere Erdölraffinerien in Frankreich bestreikt. Nach Angaben des Erdöl-Branchenverbands UFIP vom Samstag waren zehn der zwölf Raffinerien betroffen, laut Gewerkschaften von gestern alle zwölf Anlagen. Befürchtungen, dass deshalb den Flughäfen im Land der Treibstoff ausgehen könne, wies Verkehrs-Staatssekretär Dominique Bussereau gestern zurück. Der Pariser Grossflughafen Roissy-Charles de Gaulle sei «perfekt versorgt», sagte er dem Radiosender Europe 1. Auch beim Pariser Flughafen Orly gebe es keine Probleme. Die Bestände der Flughäfen in Nizza und Nantes seien zwar knapper, das Problem werde aber «schnell geregelt». Die Fluggesellschaften wurden allerdings aufgefordert, vor Flügen nach Frankreich im Ausland aufzutanken. Zu Treibstoffmangel an Tankstellen sagte Bussereau, dieser sei durch Panikkäufe verursacht worden. Die Kundgebungen richten sich gegen die geplante Rentenreform der konservativen Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy, mit der das Rentenalter von 60 auf 62 Jahre angehoben werden soll. Ausserdem ist geplant, das Alter, ab welchem Franzosen künftig die volle Rente unabhängig von den Beitragsjahren beziehen, schrittweise von 65 auf 67 Jahre zu erhöhen. Regierung bleibt hart Über das Gesetz soll am Mittwoch im Senat abgestimmt werden. Bei einer Verabschiedung des Entwurfs könnte Sarkozy das Gesetz schon am Freitag unterzeichnen. Die Regierung machte erneut deutlich, dass sie trotz der Proteste an der Reform festhalte.sda>

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