Frauen geben in Leissigen den Ton an

Leissigen

Erstmals überhaupt hat Leissigen eine Gemeindepräsidentin: Erika Jost übernimmt das Amt von ihrem Lebenspartner Bruno Trachsel. Auch Letizia Müller ist neu im Gemeinderat.

Erika Jost (links) ist neue Gemeindepräsidentin, Letizia Müller neue Gemeinderätin.

Erika Jost (links) ist neue Gemeindepräsidentin, Letizia Müller neue Gemeinderätin.

(Bild: Christoph Buchs)

Was in den USA nicht geklappt hat, ist in Leissigen eingetroffen: Eine Frau hat den Schritt von der «First Lady» zur Präsidentin geschafft. Grosse Gegenwehr hatte Erika Jost allerdings nicht. Sie war die einzige Kandidatin für das Gemeindepräsidium und wurde am Montag an der Gemeindeversammlung mit Applaus gewählt.

Die 60-jährige Treuhänderin und Unternehmensberaterin mit reichhaltiger Erfahrung im Bereich von Finanzen und Controlling ist die Lebenspartnerin von Bruno Trachsel. Dieser war Ende April als Gemeindepräsident zurückgetreten.

Jost appellierte daran sich, dass in der Gemeinde offen kommuniziert wird und Herausforderungen auf der sachlichen Ebene angegangen werden. «Und man muss zwischendurch akzeptieren, dass nicht alles Wünschbare auch machbar ist.»

Erfolgreicher Unterbruch

Jost ist ab Anfang August nicht die einzige Neue im Gemeinderat. Nach den Rücktritten von Beat Schneider und Markus Balmer waren zwei weitere Gemeinderatssitze vakant. Kandidaturen gab es bis Montagabend keine, weshalb Rachel Arkin, Gemeindepräsidentin ad interim, die Versammlung für zehn Minuten unterbrach.

Mit Erfolg: Die 37-jährige Letizia Müller, Kindergärtnerin und Mutter von vier Kindern, stellte sich zur Verfügung. Daraufhin gab Markus Balmer bekannt, seinen Rücktritt um ein halbes Jahr auf Ende 2019 zu verschieben, womit der Gemeinderat vorläufig komplett ist. Damit hat Leissigen erstmals eine Gemeindepräsidentin sowie eine Frauenmehrheit im Gemeinderat. Die Wahlen gelten bis Ablauf der Legislatur Ende 2020.

Seebacher: Wie weiter?

Gemeinderat Markus Balmer orientierte über den Stand der BLS-Projekte. Zusammen mit der Interessensgemeinschaft Leissigen Futura konnten Teilerfolge verbucht werden, insbesondere betreffend der Bahn-Kreuzungsstelle inmitten des Dorfes. So hat die BLS zugesagt, die Speiseleitung teilweise in den Boden zu verlegen, die Geleise so tief wie möglich zu bauen sowie die Maximalgeschwindigkeit der Züge auf 75 Stundenkilometer zu beschränken.

Unklar ist die Zukunft der Gleisanlage im Seebacher, am Westeingang des Dorfes. Die IG konnte zwar den Bau eines zusätzlichen Rangiergleises abwenden. Weil nun aber die Rigips AG ihren Standort Leissigen (und auch Heimberg) aufgibt, präsentiert sich eine neue Ausgangslage.

«Einige Firmen sind interessiert, die Anlage weiterzuführen», so Balmer. Möglicherweise wird der Steinbruch künftig als Aushub-Deponie genutzt. Zusätzlich hat die BLS bei der Rigips AG ihr Interesse angemeldet, das bestehende Abstellgleis im Seebacher zu übernehmen.

Beschlossene Sache ist, dass Leissigen künftig via Bus an den öffentlichen Verkehr in Richtung Spiez und Interlaken angeschlossen wird. Für die Bereitstellung der drei vorgesehenen Bushaltestellen Leissigen West, Dorf und Schule werden voraussichtlich Kosten von 1,28 Millionen Franken fällig.

Diese übernimmt der Kanton. Die Baupublikation soll noch dieses Jahr erfolgen. Gemäss Rachel Arkin stellt sich Kreisoberingenieur Markus Wyss zum Bau der Bushaltestellen für eine Sprechstunde mit der Bevölkerung zur Verfügung.

Berner Oberländer

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