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Atempause im Häuserkampf

Vom Dreamland zum Albtraum: Am Montag um 14 Uhr sollte gegenüber dem Tierhotel Dreamland in Misery-Courtion die zwangsweise Mieterausweisung erfolgen. Vor Ort handelten die Parteien jedoch einen letzten Aufschub aus.

Obwohl die Polizei und die Zügelmänner für die Räumung des Tierhotels Dreamland bereits vor Ort waren, bekamen die Einwohner einen letzten Aufschub, um die Liegenschaft zu räumen.
Obwohl die Polizei und die Zügelmänner für die Räumung des Tierhotels Dreamland bereits vor Ort waren, bekamen die Einwohner einen letzten Aufschub, um die Liegenschaft zu räumen.
Hannes WährerFN

Auf die Minute genau ist am Montag um 14 Uhr die Polizei beim Tierhotel Dreamland in Misery-Courtion vorgefahren. Im Schlepptau folgten der Lastwagen eines Transportunternehmens, der Anwalt der Liegenschaftsbesitzer, Daniel Schneuwly, und die Liegenschaftsbesitzer selbst.

Bis zum letzten Augenblick

Angesetzt war die zwangsweise Vollstreckung der Mieterausweisung, da sich die Betreiber des Tierhotels, Eliane und Willy Zwygart, nach der Kündigung bis zum letzten Moment dagegen wehrten, die gemietete Liegenschaft mit ihren Tieren zu verlassen. «Wir haben ganz einfach noch keine neue Bleibe für uns und die Tiere gefunden», erklärte Eliane Zwygart am Donnerstag vor der angedrohten Räumung.

Auch am Montag schienen die Zeichen auf Sturm zu stehen. Erst nach einem scharfen Wortwechsel mit dem Rechtsvertreter der Liegenschaftsbesitzer und der Polizei, war Willy Zwygart bereit, den Weg auf das Grundstück freizugeben und ein zuvor mit einem Bagger ausgehobenes Loch auf dem Zufahrtsweg wieder zuzuschütten.

Räumung kaum vollziehbar

Nach einem Augenschein in der Liegenschaft und dem zugehörigen Areal stellte sich jedoch heraus, dass die Räumung wegen des umfangreichen Besitzes der Mieter und der noch anwesenden Tiere, zehn Schafe, sechs Katzen, ein Vogel und ein Pferd, kaum angemessen zu bewältigen gewesen wäre.

Obwohl die Fronten nach dem langen Rechtsstreit verhärtet waren, suchten die Parteien deshalb das Gespräch. Schliesslich einigte man sich mittels einer vor Ort aufgesetzten Vereinbarung darauf, den Zwygarts eine letzte Frist zur Räumung des Anwesens bis am Freitag zu gewähren. «Das Recht und die Praxis sind eben manchmal zwei Dinge», meinte Rechtsanwalt Schneuwly pragmatisch dazu.

Und Willy Zwygart schob nach, sich unbedingt an die Vereinbarung halten zu wollen, er habe schliesslich sein Wort gegeben. Darauf zog sich die Polizei, sichtlich erleichtert, die Situation ohne Eskalation bewältigt zu haben, zurück.

Wo schläft man samstags?

Für die Zwygarts aber stellt sich mit wenigen Tagen Atempause dieselbe Frage wie zuvor: was nun? Gestern Dienstag erklärte Eliane Zwygart, man habe für die zehn Schafe und das Pferd je eine Lösung gefunden. Noch suche man Plätze für sechs Katzen und einen Vogel.

Zudem habe man für 19 Hunde, die man besitze und sicherheitshalber vor dem Räumungstermin wegschaffte, erst eine provisorische Lösung gefunden. Und wo man die Möbel einlagern solle, wisse man ebenso wenig, wie wo man am Samstag schlafe. Fazit: Das Dreamland endet als Albtraum.

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