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Der Denkmalschutz redet beim Cardinal-Areal mit

Wie es mit dem Areal der Cardinal weitergeht, ist noch offen. Der Denkmalschutz könnte dabei einschränkend sein: Dieser findet, die alte Fabrik müsse stehen bleiben. Das wird auch einen Einfluss auf den Bodenpreis haben.

Verschiedene Gebäude auf dem Cardinal-Areal gehören zum industriellen Erbe und sind deshalb schützenswert.
Verschiedene Gebäude auf dem Cardinal-Areal gehören zum industriellen Erbe und sind deshalb schützenswert.
Corinne Aeberhard

Während in der Stadt Freiburg weiterhin Hoffnung besteht, mit der Parole «Cardinal bleibt bei uns» die Bierproduktion zu retten, bekunden bereits erste Investoren Interesse für das 53'000 Quadratmeter grosse Gelände, zum Beispiel die Ethical Coffee Company.

Doch einer künftigen Nutzung könnte der Denkmalschutz im Weg stehen – oder diese zumindest einschränken. «Es ist offensichtlich, dass das Cardinal-Areal verdient, als Zeugnis der Wirtschaftsgeschichte und als industrielles Erbe geschützt zu werden», sagt Aloys Lauper, stellvertretender Vorsteher des kantonalen Amts für Kulturgüter. Die Gebäude und das Gelände sind bisher rechtlich nicht geschützt. Eine Ausnahme bildet der Fachwerkbau am Eingang zum Gelände. Dieser darf nicht abgerissen werden, und die wesentlichen Elemente des Fassadenschmucks und der Innenausstattung müssen bestehen bleiben.

Mehrere Gebäude von Wert

Jedoch sind mehrere weitere Bauten im Kulturgüterverzeichnis erfasst, zum Teil als industrielles Erbe, zum Teil als zeitgenössische Architektur. Es sind dies die ersten Fabrikgebäude, das Malzsilo, die Industriehalle und die Flaschenabfüllanlage sowie das Gebäude mit dem Museum. Diese sind als kantonal oder regional wertvoll eingestuft. «Mehrere dieser Gebäude müssten unter Schutz gestellt werden», sagt Lauper. Allerdings liegt es an den Gemeinden, mit der Zonenplanung historisch wertvolle Gebäude zu schützen. Die Stadt Freiburg überarbeitet zurzeit ihren Zonenplan.

«Wir haben der Stadt signalisiert, dass wir es begrüssen würden, im Rahmen der Revision die Gebäude zu schützen», sagt Lauper. Sofern dies nicht der Fall ist, könnte das Amt für Kulturgüter auf übergeordnetes Recht zurückgreifen. Dieses erlaubt, unabhängig von der Zonenplanung, Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen.

Noch nichts entschieden

Wie es mit dem Gelände weitergehen soll, darüber macht sich eine Arbeitsgruppe der Stadt Freiburg Gedanken. Erste inhaltliche Auskünfte sind für morgen Donnerstag angekündigt. In Bezug auf das Dossier sagt Stadtarchitekt Thierry Bruttin: «Die Stadt ist sich des kulturellen Wertes des Geländes bewusst.»

Bereits als sie die Schliessung bekannt gaben, versuchten die Verantwortlichen von Feldschlösschen, der Stadt das Gelände schmackhaft zu machen. Diese hat denn auch ihr grosses Interesse signalisiert. «Dies ist ein strategischer Standort, welcher der Stadt erlauben würde, der Wirtschaft eine hervorragende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen», sagt Bruttin. Das Stadtplanungsamt unterstütze eine gemischte Nutzung im gesamten Bereich der Zeughausstrasse, sagt Bruttin. Die industrielle Bestimmung des Geländes würde so erhalten bleiben und könnte dem heutigen Stand der Technologie und der Industrie angepasst werden.

Wertvolles Land

Für den Carlsberg-Konzern könnte sich das Cardinal-Areal zur Goldgrube entwickeln. Nach Schätzungen von Branchenkennern ist der Boden pro Quadratmeter zwischen 600 und 1000 Franken wert. Das ergibt für die 53'000 Quadratmeter eine Summe von bis zu 53 Millionen Franken. Für den Verkaufspreis wird es eine grosse Rolle spielen, wie hoch die Kosten für den Abbruch der alten Gebäude ausfallen werden. Zusätzlich wird es einen Einfluss haben, wie viel von der Fläche nicht neu bebaut werden kann, weil die Gebäude geschützt sind. Ebenfalls eine Rolle spielen werden Faktoren wie die Ausnutzungsziffer und ob das Gelände für die Industrie oder für den Wohnungsbau genutzt werden wird.

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