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Düdingen darf nicht aus der Agglomeration austreten

Die Aggloräte wiesen zwar die Motion Düdingens für eine Statutenänderung ab. Manche zeigten aber Verständnis für die Sensler.

Vertreter von Düdingen reichten im Agglomerationsrat eine Motion ein, die sowohl den Austritt ermöglichen als auch einen Neueintritt vereinfachen wollte.
Vertreter von Düdingen reichten im Agglomerationsrat eine Motion ein, die sowohl den Austritt ermöglichen als auch einen Neueintritt vereinfachen wollte.
Charles Ellena/FN

«Wir sind Realisten. Wenn wir etwas mehr als unsere fünf eigenen Stimmen haben, ist dies schon positiv.» Dies sagte Agglomerationsrat Markus Bapst (CVP) in der kurzen Pause vor Traktandum 10.1: der Motion betreffend die Änderung der Statuten der Agglomeration.

Dennoch liessen die Düdinger Agglomerationsräte nichts unversucht, um ihre Ratskollegen von einer Änderung der Statuten zu überzeugen, die einerseits Mitgliedsgemeinden bereits nach drei Jahren einen Austritt ermöglichen, andererseits auch einen Neueintritt vereinfachen würde.

«Nicht ernst genommen»

«Wir wurden als Minderheit gezwungen mitzumachen, es war kein freier Wille», betonte der Düdinger Agglorat Moritz Werro. Denn bereits zweimal habe die Düdinger Bevölkerung die Mitgliedschaft in der Agglomeration abgelehnt. Sehr kritisch zeigte sich auch Josef Stadler (Düdingen).

Er sei nicht überrascht, dass sich der Vorstand gegen die Motion stelle. «Dies zeigt einmal mehr, dass wir nur eine Minderheit sind, die nicht ernst genommen wird: Die Sensler sollen machen, was der Vorstand will.»

Auf eine versöhnliche Art versuchte Markus Bapst, eine Mehrheit zu finden. Trete Düdingen aus, verliere die Agglomeration zwar die finanzielle Beteiligung, jedoch gewinne sie Dynamik und Flexibilität – «eine Flexibilität, die Düdingen nicht geben kann».

Damit die Agglo neue Aufgabenbereiche übernehmen könne, brauche es einen einstimmigen Entscheid der Gemeinden. Düdingen sei jedoch im Sensebezirk stark engagiert. «Wir können nicht an mehreren Orten dieselben Aufgaben übernehmen. Düdingen wird immer eine Bremse sein», sagte Markus Bapst.

Gegen die Argumentation der Düdinger hielt zum einen der Vorstand. «Wir wollen unsere bisherigen Errungenschaften nicht in Gefahr bringen», betonte Präsident René Schneuwly (CVP, Granges-Paccot). Auch mehrere Ratsmitglieder meldeten sich zu Wort.

Die Motion Düdingens sei ernst zu nehmen, sagte Jérôme Hayoz (SP, Freiburg). Jedoch gelte es auch an die Zukunft zu denken. «Die Agglo ist jung und noch lange nicht perfekt. Nun ist die Gelegenheit dazu da, gemeinsam eine Lösung zu suchen.»

Fronten sind verhärtet

Knapper, als viele erwartet hatten, fiel die Abstimmung aus. 28 Aggloräte stimmten gegen die Überweisung der Motion, 15 dafür, 2 enthielten sich der Stimme. Einer, der sich auf die Seite der Düdinger schlug, war Eric Romanens (FDP, Marly): «Ich will nicht, dass Düdingen die Agglo verlässt», stellte er klar. «Die Fronten sind aber verhärtet, wir sind blockiert. Wir hätten die Motion annehmen und uns dann um einen Tisch setzen und diskutieren sollen.»

«Befriedigt, aber nicht zufrieden» zeigte sich René Schneuwly. Es habe einige starke Botschaften gegeben. «Nun müssen wir uns um Düdingen bemühen, ihnen mehr zuhören und besser kommunizieren.»

«Hat Mut gemacht»

Nun seien alle demokratischen Mittel für einen frühzeitigen Austritt ausgeschöpft, sagte Markus Bapst. Jetzt gelte es, so gut wie möglich weiterzumachen. Auch hätten verschiedene Seiten signalisiert, dass die Agglo bisher vielleicht nicht genügend auf Düdingen eingegangen sei. «Das hat Mut gemacht.»

Halbwegs zuversichtlich zeigte sich Kuno Philipona (CVP), Vorstandsmitglied und Ammann von Düdingen. «Es scheint, dass die Motion doch etwas bewirkt hat und sich manche überlegt haben, dass doch nicht alles so gut ist», sagte er und ergänzte, dass sich in der Agglomeration doch schon einiges zum Positiven verändert habe.

«Wir wissen, dass wir in der Agglo nichts zu erwarten haben», sagte hingegen Josef Stadler. Zwar habe es ihn gefreut, dass doch über ein Drittel für die Motion gestimmt hätte. Von den schönen Worten hält er jedoch nichts: «Das war alles Palaver.»

FN/rb

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