Hochbaufirma gibt auf – 23 Jobs betroffen

Kerzers

Nach über hundert Jahren schliesst die Antonietti Kerzers AG spätestens Ende des Jahres ihre Tore.

Dünne Margen zwingen die Antonietti Kerzers AG zur Aufgabe. (Symbolbild)

Dünne Margen zwingen die Antonietti Kerzers AG zur Aufgabe. (Symbolbild)

(Bild: Tomas Wüthrich)

Die Firma Antonietti Kerzers AG gibt ihre Tätigkeit bis spätestens Ende 2020 auf. Ein gesunder Fortbestand der Firma sei mit der heutigen Firmenstruktur in der aktuellen Situation des Bauhauptgewerbes im Seebezirk nicht möglich. Darüber informierte das Ehepaar Anita und René Antonietti am Montag an einer Medienkonferenz.

«Wir sind zum Schluss gekommen, das Unternehmen geordnet aus dem Markt zurückzuziehen», sagte Geschäftsführer René Antonietti. Dies soll zu einem Zeitpunkt geschehen, an dem «wir noch verschiedene Optionen aktiv mitgestalten und den Mitarbeitern helfen können, sich neu zu orientieren». So sei sichergestellt, «dass wir den eingegangenen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und der Öffentlichkeit vollumfänglich nachkommen können». Das sei ihr grösstes Anliegen.

Die Antonietti Kerzers AG beschäftigt 23 Mitarbeiter. Das sind Bauarbeiter, Maurer, Maschinisten, Vorarbeiter, Hochbaupoliere, Bauführer und Büroangestellte. «Wir werden sie dabei unterstützen, einen neuen Job zu finden, und ihnen einen sauberen Austritt anbieten», sagte Anita Antonietti.

Keine Nachfolgelösung

Bei der Entscheidung habe auch mitgespielt, dass es keine Nachfolgelösung gibt, sagte René Antonietti. Es sei eigentlich eine Geschäftsaufgabe ohne Nachfolge. Die Firma habe eine schwierige Grösse: «Eine Querfinanzierung der Tätigkeit im Hochbau ist nicht möglich.» Grössere Firmen würden selber bauen und dann zum Beispiel Eigentumswohnungen verkaufen.

Die Auftragsbücher seiner Firma seien zurzeit zwar voll, «aber es lässt sich mit einer Firma in dieser Grösse kein Geld verdienen». Der Grund dafür sind die Margen bei Bauaufträgen: «Im Hochbau sind sie für kleine und mittlere Unternehmen extrem schlecht.» Die Präsenz von Grossunternehmen im Seebezirk sei enorm. Es werde bei den Handwerkern gespart, weil die Preise oft nur auf Grossunternehmen zugeschnitten sind.

Berner Zeitung

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