Mitte nächstes Jahr ist Schluss

Murten

Die Buess AG muss die Steinverarbeitung in Murten auf Ende Juni 2015 aufgeben. Der Oberamtmann setzt damit ein Bundesgerichtsurteil um.

Die Nähe zum Wohngebiet führte zum Konflikt. Die Buess AG darf im Merlachfeld künftig keine Steine mehr bearbeiten.

Die Nähe zum Wohngebiet führte zum Konflikt. Die Buess AG darf im Merlachfeld künftig keine Steine mehr bearbeiten.

(Bild: Corinne Aeberhard)

Oberamtmann Daniel Lehmann hat entschieden: Die Buess AG erhält bis zum 30.Juni 2015 Zeit, um ihre Steinverarbeitung einzustellen. Bis dann muss sie sich auch dazu äussern, was mit ihrem Bau im Murtner Merlachfeld geschehen soll. Es ist ihr künftig nicht mehr erlaubt, dort Steine zu sägen und zu bearbeiten.

Verkaufen und lagern kann sie diese weiterhin. Die Verfügung des Oberamtmanns geht auf ein Urteil des Bundesgerichts vom Dezember 2013 zurück. Gemäss diesem ist die Firma im Merlachfeld nicht zonenkonform. Das Gericht spielte den Ball nach dem Urteil dem Oberamt des Seebezirks zu.

Kein stilles Gewerbe

Der Geschäftsführer der Buess AG, Patrick Bauer, wollte zum Entscheid des Oberamtmanns keine Stellung nehmen. Die Firma befindet sich in einer Zone für sogenannt stille Aktivitäten der Industrie und des Gewerbes neben Wohnhäusern, Restaurants, einem Kinderhort sowie Dienstleistungsfirmen. Kantons- und Bundesgericht kamen zum Schluss, dass eine Steinverarbeitungsfirma prinzipiell kein stilles Gewerbe ist – unabhängig davon, ob der Betrieb Lärm verursacht.

Ins Rollen gekommen ist der Fall durch Einsprachen von Anwohnern. Trotz hängiger Beschwerden hatte die Buess AG mit dem Bau begonnen.

Murten hatte im Oktober angekündigt, eine Reglementsänderung zu prüfen, um für die Firma Buess Zonenkonformität zu erlangen. «Wir werden diese Frage wohl unabhängig von dem Entscheid weiterverfolgen», sagt Gemeinderätin Ursula Schneider Schüttel. Denn das Problem mit der Formulierung «stilles Gewerbe» bestehe auf der gesamten Zone.

Freiburger Nachrichten

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