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Skimming: 140 Strafanzeigen

Der Kanton wird von einer Skimming-Welle heimgesucht. 140 Strafklagen sind eingegangen von Personen, deren Kartendaten illegal ausgespäht wurden.

140 Strafklagen gingen gegen Skimming ein.
140 Strafklagen gingen gegen Skimming ein.
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So wie einem Düdinger ist es in den letzten Monaten so manchem Freiburger ergangen. «Ich wollte in einem Hotel mit meiner Karte bezahlen, doch sie wurde abgelehnt», erzählt er. Das System hatte Unregelmässigkeiten entdeckt und seine Karte automatisch gesperrt. Als er seinen Kontoauszug konsultierte, wusste er, weshalb: Innerhalb einer Viertelstunde wurden von einem Geldautomaten in Amerika mehrere Geldbezüge getätigt, rund 2500 Franken. Er war Opfer von Skimming-Betrügern geworden. Beim Skimming werden illegal Kartendaten erlangt, indem Daten von Magnetstreifen ausgelesen und auf gefälschte Karten kopiert werden. An welchem Geldautomaten oder Kreditkartenlesegerät seine Daten ausspioniert wurden, kann der Düdinger nicht nachvollziehen: «Ich habe überhaupt nichts gemerkt.»

Auch André Fogel, Filialleiter der Migros Murten, wurde Anfang Mai überrascht. «Bei der täglichen Kontrolle haben wir festgestellt, dass vier Kartenlesegeräte manipuliert sind», erklärt Fogel. Analysen hätten ergeben, dass Skimming-Betrüger am Werk waren. «Wir können uns nicht erklären, wie es zur Manipulation kam. Tagsüber ist es unmöglich. Das Kartenlesegerät ist stets im Blickfeld der Kassiererin.»

Auch die Geldautomaten einiger Raiffeisenbanken sind Opfer von Skimming-Attacken geworden, wie Aldo Greca, Pressechef des Deutschfreiburger Verbandes der Raiffeisenbanken, bestätigt. «Bankintern haben wir schon vor Jahren bei den ersten Skimming-Fällen Massnahmen getroffen. Seither haben sich die Vorfälle wesentlich reduziert», so Greca. Auch jetzt würden die Bancomaten ein- bis zweimal pro Tag kontrolliert. Der Kunde komme in Skimming-Fällen nicht zu Schaden. Die Bank zahle ihm das Geld zurück – innert Wochenfrist.

Lediglich fünf bis zehn Strafklagen wegen Skimming sind bei der Kantonspolizei Freiburg im vergangenen Jahr eingegangen. In diesem Jahr sind es bereits 140. «Das sind effektiv sehr viele Fälle», sagt Polizeisprecher Hans Maradan. Er rechnet damit, dass noch weitere Klagen eintreffen. Auch auf dem Oberamt kann die Anzeige gegen Unbekannt eingereicht werden. «Wir haben im Sensebezirk eine grosse Anzahl an Skimming-Opfern zu beklagen», sagt Oberamtmann Nicolas Bürgisser.

BZ/ak/hus

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