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Einigung im Parkplatzstreit

Der Kanton wollte sie renaturieren, die Bevölkerung weiterhin nutzen. Jetzt ist klar: Die Parkplätze im Sensegraben bleiben. Sie werden aber bewirtschaftet.

Der Sensegraben von der Sodbachbrüche (im Bild) bis zur Ruchmühle ist auch künftig für Autofahrer gut erreichbar.
Der Sensegraben von der Sodbachbrüche (im Bild) bis zur Ruchmühle ist auch künftig für Autofahrer gut erreichbar.
Walter Pfäffli

Der Sensegraben ist besonders im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Im Fluss kann man baden, sich auf den Kiesbänken sonnen, am Lagerfeuer sitzen. Und das Beste: Dies alles ist bequem und schnell mit dem Auto erreichbar. Parkieren kann man problemlos auf einem der alten Militärplätze, die direkt neben dem Fluss liegen.

Genau um diese Kiesplätze ist in den vergangenen Jahren eine hitzige Diskussion entbrannt. Konkret ging es um die vier Parkplätze bei der Sodbachbrücke sowie jene zwei bei der Ruchmühle. Weil diese Areale schon länger nicht mehr von der Armee genutzt werden, wollte die kantonale Volkswirtschaftsdirektion sie zurückbauen und anschliessend renaturieren.

Auf der anderen Seite machte sich eine Gruppe Schwarzenburgerinnen und Schwarzenburger daran, die Plätze zu retten. Im Januar 2018 reichte die IG Sensegraben eine Petition mit über 15'000 Unterschriften bei der Staatskanzlei ein.

Jetzt, ein gutes Jahr später, liegt eine Einigung vor. Eine von allen beteiligten unterzeichnete Charta besagt: Die Parkplätze bleiben.

Das Militär ist gefragt

Ändern werde sich dennoch einiges, erklärt Ruedi Flückiger. Der Präsident des Fördervereins Region Gantrisch war es, der das Einigungsverfahren geleitet hat. «Heute sind die Parkplätze frei zugänglich, was oft zu einem Chaos führt. Dieses wollen wir künftig in Ordnung bringen.»

«Heute sind die Parkplätze frei zugänglich, was oft zu einem Chaos führt. Dieses wollen wir künftig in Ordnung bringen.»

Ruedi Flückiger, Präsident des Fördervereins

Denkbar sei etwa, dass man Felder aufzeichnet oder zu Stosszeiten jemanden anstellt, der das Geschehen vor Ort regelt. Auch dass man künftig zahlen muss, um die Plätze zu nutzen, will er nicht ausschliessen.

Definitiv sind all diese Massnahmen aber noch nicht, das genaue Projekt muss erst noch ausgearbeitet werden. Damit will die Gemeinde Schwarzenburg mit Unterstützung der Kantone Bern und Freiburg baldmöglichst anfangen.

In einem ersten Schritt sei aber das Militär gefragt. Dieses hatte sich dazu verpflichtet, im Sensengraben eine Altlastensanierung vorzunehmen. Insbesondere die Bleirückstände, welche die langjährigen Schiessübungen zurückgelassen haben, sollen beseitigt werden.

Mehr Plätze, selbe Fläche

Einige klare Aussagen lässt die Charta aber dennoch zu. So bestätigt Flückiger etwa, dass die Parkplatzflächen eher verkleinert werden sollen. Im Bereich Sodbach beispielsweise soll der Gewässerraum der Sense um 1,5 Hektaren erweitert werden.

Für die Menschen jedoch sollte dies keine Nachteile mit sich bringen: «Durch die gezielten Bewirtschaftungen können wir gleich viele Plätze auf einer kleineren Fläche anbieten. So garantieren wir, dass an einem normalen Tag genug Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen.»

Um das Bedrüfnis richtig abzuschätzen, wurde im letzten Sommer punktuell gemessen, wie viele Menschen es an die Sense zieht. Diese Frequenz könne man sicherlich abdecken, so Flückiger. Eine genaue Zahl an Parkplätzen hingegen könne er noch nicht nennen. Um aber auch an besonders schönen Tagen genug Platz zu haben, seien Überlaufparkplätze geplant: Zonen, die nur dann geöffnet werden, wenn die regulären Parkplätze voll sind.

Zuletzt betont Ruedi Flückiger, wie konstruktiv das Einigungsverfahren abgelaufen sei. Man habe eine Lösung gefunden, mit der alle Beteiligten zufrieden seien. Auch Andreas Kehrli, Gemeinderat von Schwarzenburg (FDP) und Mitglied der IG Sensegraben, zeigt sich zufrieden: «Unser Ziel war es, den Sensengraben für die Menschen weiterhin gut zugänglich zu machen.

Das haben wir erreicht.» Besonders erfreulich sei es für ihn, dass man sich jetzt auf einen Weg geeinigt habe, von welchem beide Seiten profitierten: sowohl die Menschen als auch die Natur.

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