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Tiere aus Mitleid gekauft

Der Besitzer der illegal gehaltenen Zwergotter erklärt, er habe die Tiere in schlechtem Zustand in Belgien gekauft.

Es geschah, als der Tierhalter aus dem freiburgischen Portalban seine Zwergotter Chico und Lula aus dem Teich holen wollte, weil diese die Teichfolie zerkaut hatten und der Teich auslief. «Dabei ist Chico aus dem Fangnetz ausgerissen und hat das Weite gesucht», berichtet der Besitzer, der anonym bleiben möchte. Gegenüber den «Freiburger Nachrichten» erzählt er, dass ihn das angedrohte Bussgeld von bis zu 20000 Franken schwer belaste.

«Leider hatte ich mich für die Otter um keine Haltebewilligung bemüht», bedauert er und nimmt die Schuld auf sich. Das Weibchen Lula wurde deswegen vor einer Woche konfisziert. Männchen Chico war zuvor in der Vully-Region eingefangen worden (wir berichteten).

Tiere aus Belgien

Obwohl er sich selber angezeigt hat, wehrt sich der Halter gegen einen Verdacht: Zwar stamme die Art des Kurzkrallen- oder Zwergotters aus Asien, doch Chico und Lula seien nicht illegal aus Asien eingeführt worden.

Aus Mitleid wegen ihres schlechten Zustandes habe er die Otter im Januar 2008 von einem deutschen Tiervermittler übernommen. Ein Tierarzt half ihm dabei, Chico und Lula gesund zu pflegen. Geboren sind die Otter vor drei Jahren in Belgien, wo sie ein privater Tierzüchter grossgezogen hat.

In Portalban hatten die Tiere eine Freianlage mit einem mehr als 20 Quadratmeter grossen Teich zur Verfügung. Die Tiere überwinterten in einem separaten Gehege in Gesellschaft anderer Tiere, wie der Mann anfügt. Wegen des laufenden Verfahrens lassen sich die Aussagen des Otterhalters derzeit nicht überprüfen. Um eine happige Strafe wegen illegaler Tierhaltung wird er kaum herumkommen.

Spendenaktion

Für den Verbleib von Chico und seiner Schwester Lula sucht der Kanton Freiburg derzeit ein Plätzchen in einem Zoo ausserhalb der Schweiz, da im Inland kein Abnehmer gefunden werden konnte. Neu wird auch eine Lösung im Zoo Bois du Petit-Château in La Chaux-de-Fonds diskutiert. Dort wurden die beiden Tiere zusammengeführt.

Nötig wäre dazu der Bau eines eigenen Geheges. Eine erste Kostenschätzung belaufe sich auf 200000 Franken. Die Zooverantwortlichen hoffen nun auf private Spenden.

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