Zum Hauptinhalt springen

Verfolgungsjagd auf A1: Verfahren gegen Polizist eingestellt

Die Freiburger Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen den Waadtländer Polizisten eingestellt, der in die tödliche Verfolgungsjagd vom April 2010 auf der A1 involviert war. Er habe die Vorgaben für Strassensperren und Waffengebrauch eingehalten.

Der Polizist habe überdies konkrete Anhaltspunkte gehabt, um sich und seinen Arbeitskollegen gefährdet zu sehen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Zu diesen Anhaltspunkten zählte etwa die hohe Geschwindigkeit des Autos, das gestoppt werden sollte.

Die dramatische Verfolgungsjagd ereignete sich im April 2010 nach dem Diebstahl von Luxusautos aus einer Garage in Lyss BE. Im Tunnel bei Sévaz FR hatten Waadtländer Polizisten eine Sperre errichtet, um die Diebe abzufangen.

Eines der gestohlenen Fahrzeuge raste auf die Sperre zu, worauf einer der Polizisten sieben Schüsse abgab. Der erste Schuss tötete einen der mutmasslichen Diebe, einen jungen Franzosen. Dessen Zwillingsbruder kam in Untersuchungshaft.

Rekurs angekündigt

Die Familie des getöteten jungen Mannes hat bereits angekündigt, gegen den Entscheid der Staatsanwaltschaft Rekurs einzulegen. Der Anwalt der Familie stellt etwa die Frage, ob der Waadtländer Polizist nicht das Risiko in Kauf genommen habe, mit seinen Schüssen den mutmasslichen Dieb zu töten.

Für die Staatsanwaltschaft ist jedoch der Vorwurf einer allfälligen Tötung aus Fahrlässigkeit nicht haltbar. So habe der Polizist nicht annehmen müssen, dass es im Wagen einen Beifahrer gab, der sich auf seinem Sitz geduckt hatte.

Verfolgungsjagd

Die Schüsse des Polizisten hätten auf den unteren Teil des Autos gezielt, um dieses stoppen zu können, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Wegen der hohen Geschwindigkeit und der Fahrweise des Autos traf die erste Kugel jedoch auf den unteren Teil der Windschutzscheibe und tötete so den jungen Mann.

Die drei nächsten Schüsse touchierten den unteren Teil des Autos, wie die Staatsanwaltschaft festhält. Die drei letzten Schüsse trafen lediglich an den Tunnelmauern auf.

Für den Anwalt der Familie des getöteten Franzosen waren die letzten drei Schüsse aber keine Warnschüsse. Er wirft dem Polizisten vor, im Delirium weiter geschossen zu haben.

SDA/jzu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch