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Wegen Ärztemangel: Systematisch Zulassungen erteilt

Ende 2009 wurde die Bundesgesetzgebung über den Zulassungsstopp für Ärzte angepasst. Der Kanton Freiburg zieht nach.

Wie die Freiburger Direktion für Gesundheit und Soziales mitteilt, wurden im Kanton seit Juni 2005 an die achtzig Ärztinnen und Ärzte zugelassen, darunter rund zwanzig Psychiater sowie 37 Grundversorger (Allgemeinpraktiker, Internisten und Kinderärzte). Sechs Personen hätten eine bestehende Praxis übernommen. Der Geltungsbereich des Moratoriums ändert sich durch die neuen eidgenössischen Bestimmungen insofern, als die Grundversorger ausdrücklich davon befreit sind.

Diese Änderung bekräftige eine Verwaltungspraxis, die im Kanton Freiburg schon seit 2002 Anwendung finde, heisst es auf der zuständigen Direktion. Diese bestehe darin, den Grundversorgern angesichts der gegenwärtigen Mangelsituation systematisch eine Zulassung zu erteilen.

Analyse fehlt

Die Bundesgesetzgebung erteilt den Kantonen ferner die Kompetenz, den Zulassungsstopp auf den ambulanten Bereich der Spitäler auszudehnen. Der Kanton Freiburg hat jedoch beschlossen, keinen Gebrauch von dieser Kompetenz zu machen, weil eine kohärente Planung des ambulanten Spitalbereichs innert kurzer Frist nicht möglich sei. Für eine solche Massnahme wäre eine eingehende Bedarfsanalyse im Bereich der ambulanten Krankenpflege nötig.

Beispiel Wünnewil

In Wünnewil gibt es seit Montag keinen Hausarzt mehr. Es sei auch keiner in Sicht, sagt Gemeindepräsidentin Doris Bucheli-Betschart. Wünnewil ist kein Sonderfall. Felix Schneuwly vom Branchenverband Santésuisse geht davon aus, dass eine solche Einzelarztpraxis mit allem Drum und Dran für junge Ärzte nicht mehr attraktiv und damit bald die Ausnahme sein wird. Auch der Notfalldienst schrecke viele ab. Die Initiative «Ja zur Hausarztmedizin» bezeichnet Schneuwly als «Artenschutzartikel». Andere Berufsgattungen könnten Gleiches verlangen. Im Gesundheitswesen müssten nicht Kosten und Prämien gesenkt, sondern das Wachstum gebremst werden. Laut Schneuwly braucht es einen Generationenwechsel und einen Strukturwandel: weg von der Einzelpraxis und hin zu regionalen medizinischen Zentren.

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