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Zivilschutz-Übung in gefährdetem Gebiet

Die Zivilschutzeinsatzkompanie Mitte absolviert ihren Wiederholungskurs derzeit in einem Wald bei Marly. Dort wird das Terrain so präpariert, dass ein Unwetter der Gegend in Zukunft nichts mehr anhaben kann.

Auf dem nassen Waldboden werden kleine Kanäle gegraben, um das Wasser abzuleiten.
Auf dem nassen Waldboden werden kleine Kanäle gegraben, um das Wasser abzuleiten.
Charles Ellena/FN

Unter der Leitung von Kommandant Roland Agostinis sind derzeit 125 Mann der Zivilschutzeinsatzkompanie Mitte (Saane- und Sensebezirk) im Galterental, in Avry-sur-Matran sowie in Marly im Einsatz. Für die Instandstellung des Terrains im Wald «Les Noutes» zwischen der Tennis- und der Eishalle von Marly sind zudem 23 Mann des lokalen Korps von Marly auf Platz. Eine reibungslose Zusammenarbeit sei von grosser Bedeutung, betont Roland Agostinis. «Damit die Arbeit in vier Tagen erledigt werden kann, muss die Zusammenarbeit von Beginn weg gut klappen.»Ein Katastrophen-SzenarioZiel des Einsatzes der Kompanie ist es, die Gegend rund um die Tennishalle bei Marly vor Hochwasser zu schützen. Das Waldstück ist sehr feucht, und die vielen Quellen des Flusses können bei Unwetter ein riesiges Volumen annehmen und das ganze Gebiet überschwemmen.Im Einsatzgebiet, das in verschiedene Zonen unterteilt wurde, sind die Zivilschutzmänner mit den verschiedensten Arbeiten beschäftigt. Es gilt zum Beispiel das Kommandozelt aufzustellen oder eine Beleuchtung zu installieren, damit man im Ernstfall auch nachts arbeiten könnte. An den nassen Stellen des Waldes schaufeln die Zivilschutzleute einen Weg, um das Wasser zu kanalisieren. Dieses soll dann in das präparierte Quellenbeet fliessen und von dort aus in die vom Zivilschutz entstopften und zum Teil ausgewechselten Rohre gelangen. Auch verschiedene Dämme und Verbauungen sollen dem Hochwasser entgegenwirken.Den Graben am Waldrand hat die Einsatzkompanie Mitte von Ästen und Sträuchern befreit. Somit dient auch dieser wieder als Schutz vor Überschwemmungen.«Arbeit wird unterschätzt»«Wenn die Gruppe motiviert ist, wie es bei diesem Einsatz der Fall ist, kann der Zivilschutz an einem Tag Grosses leisten», sagt Roland Agostinis. Jean Denis Chavaillaz, Chef des Zivilschutzes des Kantons Freiburg, ist der Ansicht, dass die Gemeinden die Arbeitsleistung des Zivilschutzes sehr oft unterschätzen. «Es passiert oft, dass nicht weitergearbeitet werden kann, weil eine Gemeinde zum Beispiel zu wenig Holz bestellt hat. Man sollte für die Zivilschutzübungen jeweils besser zu viel als zu wenig Arbeit vorsehen», meint Chavaillaz.Dass in Marly von Dienstag bis Freitag so viel geleistet werden konnte, komme nicht von ungefähr, so Chavaillaz. Es stünden einige Wochen Vorarbeit dahinter. «Die Planung solcher Einsätze wird von den politischen Behörden unterschätzt», sagt er.

bz/ak/hus

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