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Zusammenarbeit auf dem Prüfstand

Am 9. Februar entscheiden die Stimmberechtigten, ob Düdingen aus der Agglomeration Freiburg austreten soll. Die Gegner der Agglo sehen in ihr keinen Nutzen, für die Befürworter wäre der Austritt ein Rückschritt.

Die Meinungen zur Agglo gehen bei Stefan Siegenthaler (links) und Ernst Page weit auseinander.
Die Meinungen zur Agglo gehen bei Stefan Siegenthaler (links) und Ernst Page weit auseinander.
Charles Ellena/FN

Stefan Siegenthaler kann mit der Organisation Agglomeration Freiburg nichts anfangen. Für den Präsidenten der lokalen SVP funktioniert dieses Konstrukt nicht, es ist zu kompliziert. Aufgrund der finanziellen Situation könne sich die Gemeinde das Mitmachen gar nicht leisten. «Wir müssen uns verstärkt im Sensebezirk engagieren und Deutschfreiburg im Kanton stärken», sagt Siegenthaler.

Für beides gleichzeitig fehle der Gemeinde die Kraft. Deshalb setzt er sich bei der Abstimmung am 9.Februar für einen Austritt ein.

Erste Projekte stehen

Ernst Page, Mitglied der Gruppe pro Agglo, räumt zwar ein, dass es Veränderungen brauche. Das System sei schwerfällig, weil zwei verschiedene Kulturen aufeinanderträfen. Aber mittlerweile hätten sich die Gemeinden gefunden. Erste Projekte, die der Bund abgesegnet habe, seien aufgegleist. «Da müssen wir mitmachen, sonst geht alles an uns vorbei. Der Austritt wäre ein mutloser Rückschritt», sagt Page, der früher Gemeinderat war. Wenn Düdingen abseitsstehe, könne sowohl die Gemeinde als auch der Sensebezirk nichts ausrichten. «Düdingen war bisher immer mutig, hat vorausgeschaut und war nie ein Rosinenpicker.» Freiburg sei in vielerlei Hinsicht der Bezugspunkt. «Man kann nicht alles in Franken rechnen.»

Stefan Siegenthaler befürchtet, dass Düdingen in der Zukunft immer weniger zu sagen habe. Durch angekündigte Gemeindefusionen werde der Anteil der Deutschsprachigen in der Agglomeration kleiner. Schon heute sei es schwierig, sich in den auf Französisch abgehaltenen Sitzungen einzubringen.

Resultat ist verbindlich

Der Urnengang am 9.Februar ist eine Konsultativabstimmung, die keinen verpflichtenden Charakter hat. Der Gemeinderat schreibt aber in der Botschaft, dass für ihn das Resultat verbindlich sei. Falls sich die Stimmberechtigten für Austrittsverhandlungen aussprechen, werden Düdingens Vertreter im Agglomerationsrat ein offizielles Gesuch stellen. Dafür muss die Austrittsklausel in den Statuten geändert werden. Am Schluss entscheidet der Staatsrat über eine Änderung des Perimeters und damit einen Austritt von Düdingen.

BZ/mir/hus

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